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Beeskower Gymnasiasten beschäftigen sich bei ihren Projekttagen mit Nachhaltigkeit im Alltag

Projekt
Schüler gegen Verschwendung

Bildhaft: Über das Theaterspiel möchten die Neuntklässler im Projekt „Schätze in mir“ ihre Ressourcen entdecken.
Bildhaft: Über das Theaterspiel möchten die Neuntklässler im Projekt „Schätze in mir“ ihre Ressourcen entdecken. © Foto: Larissa Benz
Larissa Benz / 26.11.2018, 20:34 Uhr
Beeskow (MOZ) Die Projekttage im Rouanet-Gymnasium Beeskow stehen in diesem Jahr unter dem Motto Ressourcen schonen. Die Schüler setzten sich mit Themen wie Wasserverschwendung und der Wegwerfmentalität auseinander.

„Ich steppe in den Wald und lasse liegen, was mir aus der Hose plumpst. ‚Ne Packung Bifi, Batterien und Plutonium.“ Das sind die ersten Zeilen des Songs „Lass liegen“ des Deutschrappers Alligatoah.  Ausgehend von diesen Textzeilen befassen sich Neunt- und Zehntklässler an diesem Vormittag mit Ressourcen, die im Alltag verschwendet werden.

Ynez Neumann de Zilón, Referentin von den Brandenburger entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationstagen (BREBIT), möchte die Jugendlichen damit auf Alltägliches aufmerksam machen: „In Smartphones etwa ist das Erz Coltan enthalten, für das im Kongo blutige Kämpfe ausgetragen werden.“ Ihr geht es darum, den Schülern aufzuzeigen und zu diskutieren, inwieweit sie etwas gegen die Ressourcenverschwendung und daraus resultierende Konflikte tun können.

Nach einer kurzen Einlesephase stellen die Schüler dann gruppenweise ihre Erkenntnisse über den Erzabbau im Kongo vor: „Die Rohstoffe ziehen Milizen an. Wenn die Dorfbewohner nicht gut genug arbeiten, werden sie getötet“, erzählt die Neuntklässlerin Jenna ihren Mitschülern.

Um den Kampf um das Erz Coltan nicht zu unterstützen, schlagen die Schüler als Alternative ein „Fairphone“ vor. Das ist ein Mobiltelefon aus recycelbaren und weniger giftigen Materialien.

Im Zimmer nebenan beschäftigt sich parallel eine Schülergruppe mit der Ressource Wasser. „Was denkt ihr, wie viel Liter Wasser braucht man, um ein Kilogramm Fleisch herzustellen?“, fragt Referentin Uriara Maciel in die Runde. In Deutschland sind das für ein Kilogramm Rindfleisch schon über 15 000 Liter Wasser. Auf Zetteln sollen die Schüler nun aufschreiben, was ihnen zum Thema Wasserverschwendung einfällt. „Weniger Fleisch essen“, ist auf einem Zettel zu lesen, „Wasserverbrauch senken“ auf einem anderen.

25 Projekte unter dem Motto „Alles für uns?! Ressourcen schonen“ werden an den drei Projekttagen angeboten. Die Organisation übernimmt die Unesco-AG des Gymnasiums. „Uns ist es wichtig, dass man sich auch außerhalb des Unterrichts intensiver mit Themen wie Nachhaltigkeit beschäftigen kann“, sagt Johannes, der bei der AG mitmacht. Momentan kümmere man sich in der Arbeitsgemeinschaft unter anderem darum, die Mülltrennung an der Schule voranzubringen.

Einen unkonventionellen Zugang zum Thema Ressourcen bietet die Theaterlehrerin Anett Grahlow an den Projekttagen: Ihr Workshop soll besondere Fähigkeiten und Interessen aus den Schülern herauskitzeln. Mit Hilfe von szenischem Spiel sollen die Jugendlichen herausfinden, was in ihnen steckt und welche Ressourcen ihnen im Leben wichtig sind. „Diese Wünsche sollen dann über das Bild transportiert werden“, erzählt die Pädagogin.

Noch bis Mittwoch beschäftigen sich die Schüler der siebten bis elften Klassen des Gymnasiums mit Themen wie Konsumverhalten, nachhaltigem Reisen und einer besseren Pausenversorgung an der Schule. Die Unesco-AG übernimmt die Auswertung und Zusammenfassung der einzelnen Projekte.

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