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Weil immer mehr Landmaschinen gestohlen werden, fordern Bauern stärkere Polizeipräsenz auf der Straße

Blaulicht
Teurer Traktorendiebstahl

Symbolbild
Symbolbild © Foto: dpa/Patrick Seeger
Olaf Gardt / 06.12.2018, 07:45 Uhr
Beeskow (MOZ) Aus Sicht der Bauern nehmen die Diebstähle von Landmaschinen wieder zu. Sauen, Kolpin, Friedland, Schadow, Bad Saarow und Görzig nennt der Bauernverband als Tatorte der letzten Wochen.  Im Schutz der Dunkelheit holen Diebe vornehmlich Traktoren, Futtermischwagen und Gerätschaften aus abgeschlossen Ställen, Lagern und anderen gesicherten Arealen. Trotz sofortiger Anzeige blieben die gestohlenen Maschinen meist unauffindbar, so der Bauernverband.

Und selbst wenn ein Gerät wieder entdeckt wird, hat man es noch lange nicht zurück. Geschildert hat das Verbandsgeschäftsführer Karsten Lorenz in einer Pressemitteilung. „Der letzte Diebstahl ereignete sich in Neu-Golm. Dort wurden ein Stalltraktor (Typ Weidemann), eine Stiel Motorsäge und ein Parallelfahrsystem vom Betriebsgelände gestohlen. Es wurde sofort Anzeige erstattet. Tage später fanden die Geschädigten Ihr Fahrzeug auf einer polnischen Internetseite mit Kontaktdaten wieder, wo der Weidemann mit Foto zum Kauf angeboten wurde.“ Auch darüber sei die Polizei umgehend informiert worden. Geschehen sei aber offenbar bislang nichts

Ein weiterer Fall ereignete sich Ende vergangener Woche in Görzig. Vom Betriebsgelände der Schäferei verschwand in der Nacht zum Sonnabend nicht nur ein blauer Traktor, ein Ackerschlepper der Marke New Holland, sondern auch ein weißes Quad. Die Polizei beziffert den Schaden auf 50 000 Euro. Schäfer Maik Östreich hat  eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro ausgeschrieben für Hinweise, die ihm helfen, sein Eigenturm wieder zu bekommen. Östreich glaubt nicht an polnische Täter, weil es wegen der Klimakonferenz in Kattowitz derzeit Grenzkontrollen gibt. Wenn jemand die Technik ins Ausland schaffen wolle, ist sich Östreich sicher, brauche er aktuell erst einmal ein Zwischenlager in Deutschland. Die Diebe, die bei ihm zugeschlagen haben, vermutet er aus der unmittelbaren Umgebung, weil sie sich auf dem Firmengelände offenbar gut auskannten.

Nach Aussage von Karsten Lorenz haben die meisten Landwirte  in ihre teuren Maschinen schon Unterberechnungsschalter, Kameras, GPS-Sender, Alarmanlagen oder Sicherungen mit künstlicher DNA eingebaut. „Aber hundertprozentige Sicherheit gibt es eben nicht“, sagt er. Und die fehlende Polizeipräsenz in der Region spiele den Tätern in die Hände. „Sie kommen meist nachts und bis den Diebstahl jemand bemerkt sind sie schon über alle Berge.“

Für die Landwirte bringt das mehrfachen Schaden. Ist die Technik weg, bleiben Arbeiten liegen. Bei steigenden Diebstahlzahlen werden die Versicherungspolicen teurer. „Und das in der jetzigen Situation, wo dürrebedingt jede Extraausgabe die Liquidität auf den Betrieben schmälert“, weist Lorenz auf ein weiteres Problem hin. Das Land sei deshalb gefordert, schnell zu handeln, um für mehr Sicherheit in der Region zu sorgen.

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