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Wasserwirtschaft
Bootstouristen brauchen Geduld

Larissa Benz / 14.12.2018, 08:15 Uhr - Aktualisiert 14.12.2018, 08:43
Beeskow (MOZ) Neubrück/Spree. An der Schleusen-Baustelle in Neubrück wurde die zweite Fischbauchklappe eingesetzt. Sie reguliert den Wasserstand der Spree. Die Bauarbeiten am Wehr haben sich aber deutlich verzögert – wegen eines Fischpasses.

Imposant schwebt das 13 Meter lange und zwölf Tonnen schwere Stahlstück in der Luft, gehalten von einem Kran. Lothar Kirmes, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Mittlere Spree, blickt zufrieden nach oben und dokumentiert das Geschehen mit seiner Kamera. Die zweite Fischbauchklappe am Wehr, eingesetzt von Mitarbeitern der Firma Stahlwasserbau Beeskow, soll helfen, die Wasserstandshöhe der Spree zu regulieren.

„Es ist für mich auch beeindruckend zu sehen, wie die Klappe eingesetzt wird“, betont Kirmes. Sein Verband ist Projektsteuerer für die Rekonstruktion von Schleuse und Wehr, beauftragt vom Landesamt für Umwelt. Die Freude darüber, dass die Klappe noch in diesem Jahr eingesetzt werden konnte, ist ihm anzumerken. Denn selbstverständlich war das nicht.

Die kompletten Bauarbeiten haben sich um mehrere Monate verschoben, das ursprünglich angepeilte Ziel Ende 2018 ist schon lange nicht mehr realistisch: „Wir rechnen momentan damit, dass die Arbeiten irgendwann im Jahr 2019 fertig gestellt sind“, so Kirmes. Auf einen genauen Termin möchte er sich nicht festlegen. Eine Garantie, dass Bootstouristen die Schleuse im kommenden Jahr wieder passieren können, gibt es deshalb nicht.

Grund für die etwa sechsmonatige Verzögerung ist eine vom Landesamt für Umwelt angeordnete Umplanung des Fischpasses. Neben den ursprünglich eingeplanten Hecht, Barbe und Zander musste nun auch der laichreife Stör mitbedacht werden. Die Folge: Die Länge der Fischaufstiegsanlage wuchs von 66 auf 109 Meter an, die Tiefe der Betonsohle der Becken ist um 1,5 Meter gewachsen.

„Über diese Verzögerungen sind wir natürlich nicht glücklich“, sagt Kirmes. Mit der Qualität der Arbeiten, die hauptsächlich von der Firma TWB Boblitz ausgeführt werden, sei er generell aber sehr zufrieden. Begünstigt durch die niedrigen Wasserstände sei das Jahr 2018 eigentlich ein gutes Baujahr gewesen. Die Umplanung habe nun aber zu Mehrkosten von drei Millionen Euro geführt, die Investitionssumme erhöht sich damit laut Kirmes auf etwa 14 Millionen Euro. Die Kosten übernimmt das Land. Die Mehrkosten erklären sich demnach vor allem durch die Verdopplung der Erdarbeiten und den Mehrmengen an Beton und Stahl.

2019 warten nun noch die Feinarbeiten: Elektronik muss montiert werden, der Fischpass fertig gestellt und die Trocken- und Nassprobe erfolgen. Der Fischpass wird laut Kirmes dann der längste, breiteste und tiefste an einem Fließgewässer des Landes Brandenburg sein. „Wir schreiben hier also Geschichte“, sagt Lothar Kirmes und schmunzelt.

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