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Brauchtum
Quarkspitzen und eine Menge Gaudi

Cindy Teichert / 07.01.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 08.01.2019, 10:38
Neubrück/Leißnitz (MOZ) Beim traditionellen Zampern und im Festzelt wurde die Saison feuchtfröhlich eingeläutet.

Die Fastnacht in Neubrück begann am Freitagabend eher gemächlich. Zu Beginn um 19 Uhr war das Zelt noch nicht wirklich gefüllt: „Das ist für den Freitag ganz normal. Da geht es bei uns eher ruhiger zu“, erzählte der Kassenwart des Neubrücker Fastnachtsverein, Stefan Horstmann. Die Mitglieder der Fastnachtsjugend präsentierten in einem sechsminütigen Programm ihr Können, DJ Peter sorgte für die musikalische Unterhaltung. Eine Besonderheit in Neubrück ist, dass sich die Gäste kaum noch verkleiden: „Das hat sich in den vergangenen Jahren irgendwie so entwickelt“, so Horstmann. Der Fastnachtsverein habe momentan elf Mitglieder, in der Fastnachtsjugend machen acht Kinder und Jugendliche mit.

Am Samstag ging es morgens in Neubrück fröhlich weiter. Von acht bis 18 Uhr wurde mit Jochens Jungs von Haus zu Haus gezampert, um dort Eier, Speck und eine Spende für die Zamperkasse zu erbitten. Überall wurde man schon erwartet, oftmals mit kulinarischen Leckerbissen. Eine erste große Pause legten die Kostümierten im Eiscafé Hartmann ein, um dort gemeinsam zu frühstücken.

Gesättigt von Schmalzstullen, Würsten und belegten Brötchen ging es weiter. Doch schon bald lauerte die nächste Verführung: Die geschlossene Bäckerei Habermann hat extra nochmal den Ofen angeheizt, um die hungrige Meute mit frischen Quarkspitzen zu versorgen.

In Neubrück werden schon die ganz Kleinen an die heimatlichen Bräuche herangeführt. Darya Wilke war mit gerade einmal viereinhalb Monaten die jüngste Teilnehmerin des bunten Zuges. Kuschelig warm eingepackt beobachtete sie auf dem Arm von Papa Nicky Wilke – etwas von der lauten Blasmusik entfernt  – das Geschehen. Bis sie alt genug ist, um das Abendprogramm mitzuerleben, wird es wohl aber noch ein paar Jahre dauern. In diesem Jahr waren die Frauen für das Programm zuständig. Als Piraten tanzten sie in das Festzelt ein, verwandelten sich jedoch schnell in sexy Seemannsfrauen. Am Samstag fanden laut Melanie Horstmann vom Fastnachtsverein etwa 250 Besucher den Weg ins Neubrücker Festzelt.

Lustig ging es auch bei der Leißnitzer Männerfastnacht zu. Mit einer zehn Mann starken Besetzung sorgten die Gaudi Buam für Musik und ordentlich Stimmung. Sie begleiteten die Männer auf ihrem Weg durch die Ortsteile Kuhnshof, Sarkow und Glowe und schließlich auch durch Leißnitz. Um bei so vielen Orten nicht schlapp zu machen, bedarf es einer guten Versorgung. Diese wurde durch den mitgeführten Erbsentruck gewährleistet.

Am Tag zuvor trafen sich die Leißnitzer Männer, kochten Fleisch, schnippelten Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und bereiteten alles für ihre Erbsensuppe vor. Insgesamt kochten sie 120 Liter leckeren Eintopf, der nicht nur für sie selbst bestimmt war. Bei der Leißnitzer Männerfastnacht bleibt der Herd nämlich in fast allen Haushalten aus. Mit einem Topf in der Hand sah man die Frauen zum Erbsentruck eilen, um diesen dort gegen einen kleinen Obolus füllen zu lassen.

Am Abend ging es munter im Festzelt weiter. Thematisch setzte man sich in diesem Jahr mit der „Shoppingqueen“ auseinander. Bereits im Vorfeld wurden dafür Videos gedreht, um die Pausen mit lustigen Werbeclips auszuschmücken. Natürlich durfte als Programmhöhepunkt „Der singende Holländer“ Rick Fokker nicht fehlen. Sein Lied, das wie immer aus der Feder von Steffen Persch stammte, handelte von der Leißnitzer „Zauberfeuerwehr“.

Ein weiteres Highlight war die „Tape-Face“-Pantomime-Show. Nach dem Programm legte DJ Quick Willi auf. Am Sonntag ließen die Leißnitzer Männer ihr Fastnachtswochenende mit Frühschoppen und Blasmusik mit den Gaudi Buam ausklingen.

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