Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wirtschaft
Grüne kritisieren Erdgaspläne am Schwielochsee

Meißel und Manschetten: Präsentation des Bohrplatzes der CEP-Kampagne Winter 2018/19 in Guhlen.
Meißel und Manschetten: Präsentation des Bohrplatzes der CEP-Kampagne Winter 2018/19 in Guhlen. © Foto: Jörg Kühl
MOZ / 10.01.2019, 07:30 Uhr
Guhlen Die Pläne des deutsch-kanadischen Rohstoff-Förderers CEP (Central European Petroleum GmbH), bei Guhlen am Schwielochsee Öl und Gas zu fördern, stehen massiv in der Kritik.  Bisher seien Genehmigungen für vier Bohrungen im Erlaubnisfeld „Lübben“ erteilt, worden erklärte die Landesregierung auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Heide Schinowsky und Benjamin Raschke (beide B 90/Grüne).

Neben zwei bestehenden Bohrungen laufen derzeit die Arbeiten, um zwei weitere Erkundungsbohrungen niederzubringen. Auflagen für Umweltverträglichkeitsprüfungen wurden dabei laut Landesregierung nicht erteilt.  Auswirkungen der geplanten Erdgasförderung auf die Urlaubsregion Schwielochsee und den staatlich anerkannter Erholungsort Goyatz sieht die Landesregierung bislang nicht, will das aber in den kommenden Genehmigungen bewerten.

Die Landesregierung beharrt zudem auf dem Standpunkt, keinen Erdbebendienst wie in Niedersachsen einzurichten, um kleinere Erdbeben in der Nähe von Erdgasförderfeldern zu überwachen. Die Frage nach Erdbeben solle erst im Genehmigungsverfahren geprüft werden. Eine eigene Werksfeuerwehr unterhalte der Bergbaubetreiber nicht. Im Falle eines Brandes werde die lokale Feuerwehr einschreiten müssen, teilte die Regierung auf die Anfrage der Grünen mit.

Als „ernüchternd“ bezeichnet die bergbaupolitische Sprecherin der bündnigrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky die Reaktion der Landesregierung: „Man kann es so zusammenfassen: Die Region soll die Lasten schultern und die Gewinne verbleiben bei den Bergbauunternehmen. Die Landesregierung legt unterdessen die Hände in den Schoß und vertagt Entscheidungen in die Zukunft. Ob so Akzeptanz für Großprojekte hergestellt werden kann, möchte ich stark bezweifeln.“

Die lokalen Bündnisgrünen sehen in der geplanten Erdgasförderung eine Fehlentwicklung: „Die Höhe der erwirtschafteten Einnahmen aus der Erdöl-/Erdgasförderung, mit denen die Kommunen dann eigene Impulse setzen könnten, werden sehr gering sein“, meint die Grünenpolitikerin Isabell Hiekel aus Byhleguhre. „Die Entwicklung der Internationalen Naturausstellung (INA) mit ihren Impulsen für die Erholungsnutzung am Schwielochsee und vor allem mit ihren Potenzialen für den Naturtourismus im Zusammenhang mit der Lieberoser Heide wird auf der Strecke bleiben“, sagt Hiekel. „Es steht zu befürchten, dass unsere Region Schaden nimmt.“

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG