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Umzug
DDR-Kunst kommt ans Gitter

Olaf Gardt / 12.01.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 12.01.2019, 14:33
Beeskow (MOZ) Im Mai wird der Umzug des Beeskower Kunstarchivs aus dem Speicher an der Spree abgeschlossen sein. Dann können die aus der DDR-Zeit stammenden Bilder und Skulpturen in einem Schau-depot besichtigt werden.

„Erlebbarkeit schaffen“ will Florentine Nadolni für tausende Kunstwerke, die seit mehr als 25 Jahren in Beeskow lagern und die jetzt vom alten Speicher an der Spree in das frühere Kreisarchiv in der Burg umziehen. Dort wurde in den vergangenen Monaten ein System aus Ziehgittern installiert. Rund hundert verschiebbare Elemente sind es, an denen beidseitig die um die 1800 Gemälde aus der Sammlung angebracht werden können. Sortiert werden die Bilder nach Maler und Größe. Schließlich soll alles schnell gefunden werden können, und dennoch effektiv gelagert sein.

Alles in allem ist in der früheren Beeskower Berufsschule eine Präsentationsfläche von rund 2500 Quadratmetern entstanden, auf der die Werke von namhaften und weniger bekannten DDR-Künstlern gezeigt werden können. Eine gigantische Fläche, die ungefähr der Größe von drei Handballfeldern entspricht.

Rund 300 000 Euro kosten Umzug und die neuen Aufbewahrungssysteme für die über 20 000 Kunstwerke. Geld, das einigen Werken auch ihre Würde wiedergibt. „Die Kreuzung“, ein frühes Werk des heute weltbekannten Malers Neo Rauch etwa, musste im Speicher quer aufgestellt werden, weil die Deckenhöhe nicht reichte. Noch größere, auch einige mehrteilige Werk, werden erstmals seit langer Zeit überhaupt wieder gezeigt werden und ihren Platz an den Wänden der früheren Turnhalle finden.

Begeistert ist Florentine Nadolni auch von den Rollcontainern und Schränken des Kreisarchivs, die man nun für die Aufbewahrung von weiteren Bildern, von Skulpturen und den vielen Grafikmappen nachnutzen kann. Letzteren bescheinigt Nadolni fast durchweg „eine sehr hohe Qualität“. Grafikmappen waren in der DDR beliebt. Oft arbeiteten mehreer Künstler zu einem Thema. Anlass waren Jahrestage politischer Ereignisse und andere große Jubiläen.

Wenn, voraussichtlich im Mai, der Umzug abgeschlossen ist, wird es neben der öffentlichen Einweihung auch wieder Führungen durch das Kunstarchiv geben. Dann kann Florentine Nadolni auch sagen, wie viele Kunstwerke in Beeskow wirklich lagern. Denn neben dem Umzug steht auch der Abschluss der wissenschaftlichen Inventarisierung der in Beeskow aufbewahrten Kunstwerke bevor.  Mit der Arbeit ist Angelika Weißbach, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kunstarchivs, betraut. Ihre Arbeit war in der Vergangenheit neben der fachgerechten Lagerung eine der großen Herausforderungen.

Die DDR-Kunstwerke sollen aber nicht nur im Depot stehen, sondern auch künftig in Ausstellungen gezeigt werden. Das Interesse an den Arbeiten ist international groß. Im vergangenen Jahr waren beispielsweise Kuratoren des New Yorker Museum of Modern Art in Beeskow zu Gast, um einen Einblick zu gewinnen. Leihgaben gibt es aber nicht nur für Aussstellungen, sondern auch für andere öffentliche Präsentationen. „Der Hochspringer“ ist im Büro des Beeskower Bürgermeisters zu sehen, zwei Bilder von Werner Voigt sind im Beeskower Schützenhaus zu sehen, weitere im Landratsamt.

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