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Eine Fahrt von Beeskow nach Frankfurt (Oder) dauert 38 Minuten / Nur ein Automat liegt an der Strecke

Bahnverkehr
Kaffee und Tee sind mit an Bord

Wöchentlich unterwegs: Kameta Shoipova (r.) und Tochter Rayana Magomadova fahren für Arztbesuche von Beeskow nach Frankfurt (Oder).
Wöchentlich unterwegs: Kameta Shoipova (r.) und Tochter Rayana Magomadova fahren für Arztbesuche von Beeskow nach Frankfurt (Oder). © Foto: Larissa Benz
Larissa Benz / 29.01.2019, 21:41 Uhr
Beeskow (MOZ) Die Niederbarnimer Eisenbahn verkehrt tagsüber im stündlichen Rhythmus zwischen Beeskow und Frankfurt (Oder). 38 Minuten dauert die Fahrt, die an sechs Haltepunkten vorbeiführt. Nicht an allen Stopps gibt es Automaten.

Die Fahrt endet fast schon, bevor sie überhaupt begonnen hat. Der Automat in Beeskow nimmt keine größeren Scheine an, auch der EC-Karten-Einzug streikt. Den Schein wechseln kann auf die Schnelle auch niemand.

Nach mehreren Versuchen wird die Karte dann doch angenommen. 8,40 Euro kostet ein Tagesticket für die Strecke Beeskow-Frankfurt (Oder). Der freundliche Schaffner kommt sofort, um die Tickets zu kontrollieren. Um diese Uhrzeit, um 9.42 Uhr, sind die Plätze im Zug relativ spärlich besetzt.

Während der 38 Minuten langen Fahrt bleibt genug Zeit, sich umzusehen. Die Sitze kommen modern daher, in jeder Reihe gibt es Steckdosen, Wlan gibt es allerdings nicht. Viel Platz ist an der Seite auch für Fahrräder, die kostenpflichtig mitgenommen werden dürfen, so lange keine Fluchtwege versperrt werden und genug Platz ist.  Im Einzelfall entscheide das Zugpersonal, teilt die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) mit.

Im Zug sitzt Kameta Shoipova mit ihrer Tochter Rayana Magomadova. Beide sind auf dem Weg nach Frankfurt (Oder) zu einem Arztbesuch. Einmal die Woche nehmen sie diese Verbindung, erzählt Rayana: „Wir finden, dass die Strecke gut funktioniert“, sagt sie. Besonders gut gefalle ihnen, dass das Personal sehr freundlich sei. Das Tages-Ticket lösen sie am Automaten.

Zwei Bedarfshaltepunkte liegen im Winter an dieser Strecke: in Oegeln und Schneeberg (Mark). Wer hier halten möchte, muss vorher die Stop-Taste drücken. Die Bedarfshalte werden an Orten eingerichtet, an denen nur ein geringes Fahrgastaufkommen vorhanden ist. Einen Ticket-Automaten gibt es nur in Beeskow: Wer an einem Bahnhof ohne den Automaten einsteigt, muss den Fahrschein im Zug beim Schaffner lösen.

Seit Ende 2014 betreibt die Niederbarnimer Eisenbahn die Strecke Königs-Wusterhausen-Frankfurt (Oder). Auf dieser Strecke sind laut Holger Reimann, Pressesprecher der Eisenbahn-Gesellschaft, unter der Woche täglich etwa 1900 Fahrgäste unterwegs.

In einem Wagen der Züge haben Fahrgäste auch die Möglichkeit, Kaffee und Tee zu kaufen. 1,40 Euro kostet der Becher jeweils, wer seinen eigenen Becher mitbringt, spart 20 Cent: „Bei den Fahrgästen kommt diese zusätzliche Serviceleistung sehr gut an – nicht nur bei den Pendlern, sondern auch am Wochenende bei Ausflüglern“, sagt Reimann.

Michelle Teschner, die in Frankfurt (Oder) wohnt, hört während der Fahrt Musik. Da sie meistens vormittags fahre, sei es im Zug auch immer schön ruhig: „Das letzte Mal habe ich geschlafen“, sagt sie und lacht. Die 18-Jährige begrüßt es vor allem, dass es in den Zügen Steckdosen gibt.

Kameta Shoipova und Rayana Magomadova bereiten sich kurz vor Frankfurt auf den Ausstieg vor. Am Abend wollen sie wieder zurück nach Beeskow fahren, den passenden Zug haben sie sich schon rausgesucht. „Dass die Züge stündlich fahren, ist für uns voll okay“, sagt Tochter Rayana.

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