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Keglerin Theresa Heger wohnt längst in Hamburg, spielt aber weiter für den 1. KC Beeskow in der Landesklasse

Sportlerwahl
Bundesliga-Angebote abgelehnt

Ausnahme-Könnerin im Bohlekegeln: Theresa Heger vom 1. KC 1927 Beeskow will Landesmeisterin im Damen-Einzel werden.
Ausnahme-Könnerin im Bohlekegeln: Theresa Heger vom 1. KC 1927 Beeskow will Landesmeisterin im Damen-Einzel werden. © Foto: Karl-Heinz Arendsee
Roland Hanke / 11.02.2019, 22:45 Uhr
Beeskow (MOZ) Sie stammt aus dem Ortsteil Falkenberg der Gemeinde Tauche und geht dem Bohlekegeln inzwischen seit 21 Jahren nach: Theresa Heger gehört zu den Besten ihres Sports und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Und sie ist auch im vergangenen Jahr für den1. KC Beeskow sehr erfolgreich auf den Bahnen unterwegs gewesen.

Die mittlerweile 31-Jährige wurde Kreismeisterin bei den Damen, im Paar mit Katrin Bieler und im Mix mit Dominik Hartmann (beide ebenfalls vom 1. KC 1927). Zudem belegte sie Platz 2 bei den Regionalmeisterschaften und Rang 3 bei den Landesmeisterschaften jeweils im Einzel. Und sie führt die Rangliste der Landesklasse der Damen an, in die sie mit der Beeskower Mannschaft aufgestiegen ist. Fünfmal neue Bahnrekorde stehen für sie zu Buche: je zweimal in Wandlitz und Rüdersdorf sowie in Ratzdorf.

„Ich bin gern Mannschaftspielerin. Es reizt mich besonders, als letzte Starterin für das Team die Kohlen aus dem Feuer zu holen“, sagt Theresa Heger, die nach Abschluss ihres Studiums seit Juni 2017 in Hamburg lebt und dort als Architektin bei der MPP Meding Plan + Projekt GmbH arbeitet. Das bedeudet für sie viel Fahrerei, denn sie ist meist an drei von vier Wochenenden im Monat in Sachen Kegeln für ihren Heimatverein unterwegs – egal ob zum Training, zu Wettkämpfen oder bei der Betreuung der Beeskower Kegel-Jugend bei Landes- und deutschen Meisterschaften. Jeweils vier Stunden dauert so eine Tour von Hamburg nach Falkenberg.

„Viele glauben, dass dies sehr anstrengend sei – für mich ist das Entspannung, da dann auch mal nicht erreichbar zu sein“, sagt die Sportlerin. Von ihrer Firma werde ihr viel Verständnis entgegengebracht. Und auch ihr Lebensgefährte Sebastian unterstützt ihre Leidenschaft, auch wenn er sie auf Grund von Schichtarbeit nur selten an die Wettkampfbahnen begleiten kann. Was allerdings noch nicht so gut klappt, ist das Training. „In Hamburg trainieren sie immer mittwochs, auf der Bahn in Beeskow immer freitags. Ich will in diesem Jahr versuchen, auch mal in meinem neuen Wohnort zu trainieren“, erklärt Theresa Heger.

Aber dort oder in einem anderen Verein Wettkampfsport zu betreiben, kommt der Falkenbergerin nicht in den Sinn. Sie hat sogar zwei Angebote aus der1. Bundesliga ausgeschlagen, um ihrem Damen-Team zu helfen, die Landesklasse zu halten – aus Verbundenheit zum Verein und zu ihrer Heimat.

Das Kegeln ist seit der Kindheit fester Bestandteil des Lebens von Theresa Heger. Kein Wunder, denn ihr Vater Rudolf – heute Vereinsvorsitzender des 1. KC Beeskow – war früher selbst aktive Bohlekegler. Angefangen hat sie im Alter von zehn Jahren. „Eigentlich schon vier Jahre früher, aber da war ich körperlich doch noch zu klein und musste wieder aufhören“, erinnert sich die heutige Ausnahmekönnerin. Auch ihre jüngere Schwester Bettina (29) war aktiv, die ältere Schwester Marcella (37) und Mutter Marlies (61) allerdings nicht. „Aber die ganze Familie drückt mir immer ganz fest die Daumen“, weiß Theresa.

Eine große Herausforderung war der Wechsel von der Kinder- auf die Erwachsenen-Kugel in der Saison 2001/02. „In der Jugendzeit war ich zu sehr vielen Wettkämpfen unterwegs. Da habe ich teilweise sogar gleichzeitig in drei Mannschaften gespielt: in der Jugend, bei den Damen und in der dritten Männermannschaft.“ Als ihren größten Erfolg bezeichnet sie den zweiten deutschen Meistertitel mit der Landesauswahl 2010. „Da habe ich ein gutes Stück mit beitragen können, die Meisterschaft zu gewinnen. Beim ersten Titel 2003 hatten meine Teamkolleginnen schon alles klar gemacht“, sagt die Sportlerin, die insgesamt fünfmal an deutschen Meisterschaften teilgenommen hat. Ihre beste Einzelplatzierung war dabei Rang 7. Das war ebenfalls 2010 – in jenem Jahr, in dem sie auch „Sportlerin des Jahres“ in Oder-Spree geworden war.

Nun hofft sie, auch diesmal wieder gut abzuschneiden sowie noch einmal bei einer deutschen Meisterschaft zu starten. Und noch ein Wunsch steht bei Theresa Heger ganz oben an: „Ich möchte gern mal Landes-Einzelmeisterin werden. Vize war ich schon 2010.“ Die Möglichkeit dazu hat sie Anfang Mai, denn nach den Regionalmeisterschaften Ende März stehen dann die Landestitelkämpfe auf dem Programm.

Kegeln will Theresa Heger noch solange, wie ihre Zeit und ihre Gesundheit es zulassen. „Und so lange, wie es mir Spaß macht. Und der ist bei mir gerade sehr groß.“

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