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Odersprung
35 Feuerwehrleute suchen Einbrecher

Nächtlicher Einsatz: Insgesamt drei Boote von Feuerwehren der Region waren bei der Suche auf der Oder beteiligt.
Nächtlicher Einsatz: Insgesamt drei Boote von Feuerwehren der Region waren bei der Suche auf der Oder beteiligt. © Foto: Clipsalat Media
Stefan Lötsch / 12.02.2019, 07:30 Uhr
Ratzdorf (MOZ) Ein Einbrecher-Duo hat in der Nacht zu Montag Polizei und Feuerwehr in Ratzdorf in Atem gehalten. Einer der Täter war in die Oder gesprungen, um sich der Festnahme zu entziehen und setzte damit eine große Suchaktion in Gang. Ein Komplize wurde festgenommen.

Das Diebesgut hatten sie schon an der Oder deponiert und wollten sich wahrscheinlich mit Schlauchbooten wieder davon machen: Doch eine Fußstreife der Polizei hat am frühen Montagmorgen am Pegelhaus in Ratzdorf zwei Männer überrascht. Sie waren nicht zuletzt deshalb aufgefallen, weil einer eine Motorsense bei sich trug.

Als die zwei Männer die Beamten sahen, ergriffen sie die Flucht. Einer von ihnen konnte am Oderdamm gestellt werden. „Es handelt sich bei ihm um einen 27-jährigen polnischen Staatsbürger“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Der Mann versuchte sich heftig gegen die Festnahme zur Wehr zu setzen, konnte aber letztlich mit Hilfe eines Reizstoffsprühgerätes überwältigt und festgenommen werden. Er war stark alkoholisiert, wies einen Wert von 1,6 Promille Alkohol im Blut auf. In seinem Rucksack seien Einbruchswerkzeug sichergestellt worden, sagte der Polizeisprecher.

Sein mutmaßlicher Komplize sprang derweil in die Oder und wollte mit einem Schlauchboot fliehen. Das setzte eine großangelegte Suchaktion in Gang, an der auch mehrere Feuerwehren beteiligt waren. „Wir sind um 1.08 Uhr alarmiert worden“, sagt Neuzelles Amtswehrführer David Schulz. Beteiligt waren zunächst die Feuerwehren aus Neuzelle und Ratzdorf. Da von dem Ratzdorfer Feuerwehrboot der Motor gestohlen worden war, kam das Boot aus Neuzelle zum Einsatz. Wenig später ging auch in Eisenhüttenstadt am Bollwerk ein Boot der Eisenhüttenstädter Feuerwehr zu Wasser. Die Einsatzkräfte fuhren flussaufwärts, um eventuell den Flüchtigen ausfindig zu machen. David Schulz ließ auch die Feuerwehr in Brieskow-Finkenheerd alarmieren, die mit einem Boot den Abschnitt zwischen Brieskow-Finkenheerd und Eisenhüttenstadt kontrollierte.

Die Uferbereiche seien mit Scheinwerfern und Wärmebildkameras nach dem Mann abgesucht worden, so David Schulz. An der Aktion war kurzzeitig auch ein Polizeihubschrauber beteiligt, der die Strecke nach Eisenhüttenstadt abflog. Er musste allerdings wegen schlechter Witterungsbedingungen  wieder abdrehen. „35 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren beteiligt“, sagte David Schulz, der Einsatzleiter war. Letztlich blieb die Suche aber erfolglos und musste nach viereinhalb Stunden beendet werden.

Warum sich die beiden Männer der Festnahme so heftig und spektakulär entziehen wollten, wurde nach und nach deutlich. Denn sie hatten schon Diebesgut bereit gelegt, das wohl über die Oder abtransportiert werden sollte. „Am Ufer fanden sich mehrere Schweißgeräte nebst Zubehör sowie eine Motorsense und eine Motoregge“, sagte der Polizeisprecher. Es werde davon ausgegangen, dass diese Gegenstände aus Einbrüchen stammen. „Auch zwei Schlauchboote entdeckten die Polizisten.“ Dieser Verdacht sollte sich am Montagmorgen noch bestätigen. Wie der Polizeisprecher mitteilte konnte konnte der Tatort schnell ermittelt werden. Es handelte sich um ein Grundstück in Ratzdorf. „Dessen Besitzer meldete sich am Vormittag bei der Polizei und teilte einen Einbruch in seine Garage mit. Dabei waren die Gegenständen verschwunden, die sich am Ufer der Oder angefunden hatten“, sagte der Polizeisprecher

Der Einbrecher, der geschnappt werden konnte, wurde vorläufig festgenommen. Er ist für die Polizei kein Unbekannter, war wegen eines ähnlichen Deliktes aufgefallen.

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