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Soziales
Gleichstellung im Visier

Blickt positiv in die Zukunft der Frauen: Brandenburgs Sozialministerin Susanna Karawanskij bezeichnete in ihrer Rede das Brandenburger Paritätsgesetz als etwas „ganz Besonderes“.
Blickt positiv in die Zukunft der Frauen: Brandenburgs Sozialministerin Susanna Karawanskij bezeichnete in ihrer Rede das Brandenburger Paritätsgesetz als etwas „ganz Besonderes“. © Foto: Jörn Tornow
Larissa Benz / 28.02.2019, 22:30 Uhr - Aktualisiert 01.03.2019, 18:47
Beeskow (MOZ) Das Thema Parität stand am Donnerstag im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung zur 29. Brandenburgischen Frauenwoche auf der Burg Beeskow.

Das Publikum spendet spontan Applaus, als Sozialministerin Susanna Karawanskij in ihren einführenden Worten bei der Auftaktveranstaltung über das erfolgreich eingeführte Paritätsgesetz spricht: „Ich habe immer noch ein bisschen Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke“, sagt sie. Sie sei optimistisch, dass das Gesetz angekündigten Verfassungsbeschwerden standhalten werde.

Die Brandenburger Frauenwoche findet in diesem Jahr zum 29. Mal statt. Sie wird vom frauenpolitischen Rat in Brandenburg koordiniert und vom Sozialministerium gefördert. Die Auftaktveranstaltung wird abwechselnd in Städten und in ländlicheren Regionen Brandenburgs abgehalten.

Die Frauenwoche steht 2019 unter dem Motto „Hälfte/Hälfte“. In ganz Brandenburg sollen sich die Veranstaltungen um die Frage drehen, welchen Zugang Frauen zu ihrer Hälfte haben. „Es gibt in vielen gesellschaftlichen Teilen Bereiche, in denen Frauen nicht die Hälfte ausmachen“, sagt Martina Trauth, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Potsdam. Als Mitorganisatorin der Frauenwoche sei ihr besonders wichtig, dass Frauen nicht am Ende ihres Berufslebens in der Altersarmut landen.

Brandenburgische Frauenwoche in Beeskow
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Brandenburgische Frauenwoche

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Landrat Rolf Lindemann bremst in seiner Ansprache die Erwartungen an das beschlossene Paritätsgesetz.  Es schreibt vor, dass alle Parteien bei künftigen Landtagswahlen verpflichtet werden, ihre Landeslisten mit genauso vielen Frauen wie Männern zu besetzen. „Mir fehlt ein bisschen der Glaube daran, dass das so umgesetzt wird, wie wir uns das vorstellen“, so Lindemann. Er befürchte, dass sich Strömungen bilden, die emanzipatorische Ansätze zurückwerfen würden.

Für Elisabeth Schwarzenberg vom Frauenhaus Eisenhüttenstadt ist die Frauenwoche aus zweierlei Hinsicht ein wichtiges Signal: Zum einen sehe sie in ihrer Arbeit immer wieder Frauen, die um ihre finanzielle Existenz kämpfen müssen.

Zum anderen sei das Thema Parität auch für die Mitarbeiterinnen im Frauenhaus wichtig: „Wir versuchen, das auch bei uns umzusetzen, etwa Kollegen zu entlasten, die Kinder haben“, sagt ihre Kollegin Marianna Bursch.Am Nachmittag sind die Teilnehmer dann selbst gefordert: In einer Fallstudie beschäftigen sie sich mit dem Thema Parität in der Kommunalpolitik. In Parteien aufgeteilt sollen sie ein Modell erarbeiten, das den Anteil an Frauen in kommunalen Parlamenten erhöht.

„Man hat richtig gemerkt, dass viele Frauen sehr gut in die Rolle schlüpfen können und Diskussion in Ausschüssen gewohnt sind“, sagt Sandra Holtermann vom Unternehmen „Planpolitik“, das das Planspiel eigens für die Auftaktveranstaltung erstellt hat.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg, Monika Lippe, appelliert zum Abschluss der Auftaktveranstaltung noch einmal an den Mut der Frauen: „Das Gesetz ist da, jetzt müssen Frauen ermuntert werden, sich für Parlamentswahlen zur Verfügung zu stellen“, sagt sie.

Am Dienstag lädt der Frauenladen Beeskow im Rahmen der Frauenwoche ab 10 Uhr zur Diskussionsveranstaltung „Solidarität unter Frauen“. Am 9. März ist zwischen 14 und 16.30 Uhr im Spreepark eine öffentliche Frauenveranstaltung. Zu Gast sind dort die Frauentanzgruppe HD93 und die Kindertanzgruppe „Center Stage“. Karten sind für vier Euro bei der Tourismuszentrale Beeskow, der GefAS und im Frauenladen erhältlich.

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