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Der Berliner Lars Möller zeigt in der Galerie im Bad Saarower Bahnhof Ölmalerei. Die Motive bestechen durch ihren Detailreichtum.

Ausstellung
Inspiriert von Dalí

Die Menschen schlagen sich selbst ans Kreuz: Lars Möller in der Galerie des Vereins Kunst am Bahnhof Bad Saarow neben seinem Bild "Gewissensknoten".
Die Menschen schlagen sich selbst ans Kreuz: Lars Möller in der Galerie des Vereins Kunst am Bahnhof Bad Saarow neben seinem Bild "Gewissensknoten". © Foto: Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 26.04.2019, 21:31 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Lange lässt sich verweilen vor seinen Bildern, und immer noch lässt sich dabei neues entdecken. Das liegt nicht nur an der Größe der Werke, sondern vor allem an deren Detailreichtum. "Gewissensknoten" ist der Titel eines dieser Ölgemälde, die der Berliner Lars Möller ab Sonnabend in der Galerie im Bad Saarower Bahnhof zeigt.

Das 95 Mal 120 Zentimeter große Bild zeigt Menschen, die sich selber kreuzigen und ihre Nachbarn darum bitten, den letzten Nagel ins Holz zu schlagen. Andere sind noch dabei, ihr Kreuz auf der Schulter an Ort und Stelle zu tragen. Außerdem sieht der Betrachter Gesichter, die vom Entsetzen und Flehen entstellt sind. Rötlich schimmert dazu der Himmel am weiten Horizont; das verleiht Möllers Werken außer des Detailreichtums auch eine unglaubliche Tiefe. Mit den sich kreuzigenden Menschen wolle er das schlechte Gewissen illustrieren, sagt der Künstler. "Die Landschaften im Hintergrund wiederum sind für mich Sehnsuchtsorte der Ruhe und des Friedens."

Der 29-Jährige stammt aus Hamburg und lebt seit 2010 in Berlin, spricht aber von einer Reizüberflutung, der die Menschen in Großstädten ausgesetzt seien. Diese spiegele sich wider in seinem künstlerischen Schaffen. "Ich thematisiere oft das schlechte Gewissen, die dunklen Seiten der Seele, die Ohnmacht." Den Detailüberfluss in seinen Bildern erklärt Möller mit dem Zustand in einer Welt, in der es "nichts Isoliertes, nur noch Komplexes" gebe.

Mit 16 Jahren fing er an

Geprägt sei er vor allem durch den Surrealismus, erzählt er. Inspiriert worden sei er, als er im Alter von 16 Jahren in London Bilder von Salvador Dalí sah. "Danach habe ich ernsthaft angefangen, selber zu malen." Als weiteres künstlerisches Vorbild nennt er den Italiener Umberto Boccioni, ein Vertreter des Futurismus. Aber auch dem Barockmaler Peter Paul Rubens schreibt er Einflüsse auf seine Arbeiten zu.

Für seine großformatigen Werke erstellt Möller auf der Leinwand oft zunächst Studien und Skizzen, erst danach setzt er dann Farben ein. Bis zu zwei Monate lang arbeitet er an einem Bild, bis es fertig ist. Der "Gewissensknoten" entstand im vergangenen Jahr, die anderen Werke, die Möller in Bad Saarow zeigt, stammen vor allem aus den Jahren Jahren 2015 und 16. Komplettiert wird die Ausstellung neben den Ölbildern von Zeichnungen und Druckgrafiken. Vorübergehend versuchte Möller, sich ganz auf sein Schaffen als Künstler zu konzentrieren. Mittlerweile hat der junge Mann aber sein Lehramtsstudium in den Fächern Kunst und Deutsch wieder aufgenommen. "Wenn ich später als Lehrer arbeite, bringt mir das die materielle Freiheit, für die Kunst auch mal vorübergehend mit dem Beruf auszusetzen", sagt er.

Die Vernissage beginnt am Sonnabend um 17 Uhr. Die Ausstellung bleibt bis 2. Juni. Geöffnet ist die Galerie des Vereins Kunst am Bahnhof Bad Saarow mittwochs sowie freitags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.

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