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Tweed-Race
Radeln in Hemd und Fliege

Mit Tandem und Picknickkorb: Auch diese Radler fuhren vor einem Jahr beim ersten Tweed Ride mit.
Mit Tandem und Picknickkorb: Auch diese Radler fuhren vor einem Jahr beim ersten Tweed Ride mit. © Foto: www.muellrose-tweedride.de
Frank Groneberg / 16.05.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 16.05.2019, 11:43
Müllrose (MOZ) Rad fahren langsam und gemütlich statt mit hohem Tempo. In Baumwollhosen und Kleid statt in Sport-Funktionskleidung. Auf alten Drahteseln statt hochmodernen Treckingrädern. Und mit einem ausgiebigen Picknick mit Salaten, selbst gebackenem Kuchen und Würstchen statt einem schnellen Imbiss zwischendurch – all das kann am Wochenende rund um den Großen Müllroser See im wahrsten Sinne des Wortes genossen werden. Denn an diesem Sonnabend (und nicht am Sonntag, wie wir am Mittwoch irrtümlich gemeldet hatten) ist wieder Tweed-Ride-Zeit in Müllrose. Der "Muellrose Tweed Ride", wie die Veranstaltung offiziell heißt, findet zum zweiten Mal statt. Und die Organisatoren um den Müllroser Reno Hölzke, der den Tweed Ride veranstaltet, erwarten wieder viele Mitfahrer.

Wie beim großen Vorbild in England, von wo der Tweed Ride stammt, wird über 10 englische Meilen geradelt – das wären etwa 16,1 Kilometer. Ein durchschnittlich sportlicher Radfahrer bräuchte für diese Strecke mit einem modernen Fahrrad vielleicht eine Dreiviertelstunde. Aber: "Wir nehmen uns für diese Strecke sehr viel Zeit", sagt Reno Hölzke. "Es geht um das gemütliche Radeln, mit einem Pläuschchen zwischendurch und einem schönen Picknick, um Gemeinsamkeit." Allein eine Stunde Fahrt seien eingeplant für den Abschnitt bis zur Ragower Mühle, wo dann das große Picknick stattfindet.

Für dieses bringen die Mitfahrer eigene Picknickkörbe mit. Und in denen darf es durchaus etwas ansprechend aussehen. "Es muss nicht nur die Stulle sein", bestätigt der Veranstalter. "Es dürfen auch ein schöner Kuchen und schöne Weine sein, ein schönes Tischtuch und Geschirr." Er selbst werde wieder selbst gebackene Scons mitbringen, ein traditionelles englisches Gebäck, das mit Marmelade genossen wird. "Jeder bringt was mit. Man kostet, kommt miteinander ins Gespräch." Eine Stunde sei für das Picknick vorgesehen.

Apropos traditionell: Dieses Prädikat sollte möglichst auch zur Kleidung und zu den Fahrrädern passen. Die Kleidung sollte schick sein, keine Sportkleidung. "Gern ein Kleid oder Knickerbocker, Oberhemd und Fliege, eine schöne Mütze – eben einfach gemütlich", sagt Reno Hölzke. Bei den Rädern freue man sich über jeden historischen Drahtesel, "aber natürlich darf jeder mit jedem Fahrrad mitfahren", betont der Organisator. Am Ziel würden das älteste Fahrrad, die best angezogene Dame und der best angezogene Herr sowie der schönste Bart prämiert. Und: Am Ziel gibt es auch noch ein Kulturprogramm mit dem Berliner Original Benno Radke.

Startpunkt ist das Schützenhaus im Schützenpark. Dort kann sich jeder ab 9 Uhr anmelden. "Wir bitten um zeitiges Erscheinen, denn um 11 Uhr wollen wir starten", erklärt Reno Hölzke. Jeder Erwachsene zahlt ein Startgeld in Höhe von 10 Euro. Dieses Geld wird für einen gemeinnützigen Zweck gespendet, 2018 wurde der Verein Kindernester Schlaubetal unterstützt.

Info:www.muellrose-tweedride.de

Woher kommtder Tweed Ride?

Als Tweed Ride wird eine Fahrradtour bezeichnet, bei der die Fahrräder und die Kleidung wichtiger sind als das schnelle Erreichen eines Ziels. Es wird gemütlich geradelt, pausiert, Landschaft, Essen und Trinken genossen, und das alles möglichst stilvoll. Zusätzlich wird ein karitativer Zweck verfolgt. Der erste Tweed Run fand 2009 in London statt. Tweed Runs und Tweed Rides gibt mittlerweile weltweit. Das Wort Tweed bezeichnet ein spezielles Textilgewebe, das im Deutschen Twill genannt wird. ⇥gro

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