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Gabriele Gottschall und Dagmar Frömming haben ihre kleinen Reiche für Besucher geöffnet. Neben Blumen gab es auch Kaffee und Kuchen.

Offene Gärten
Gedeihliches Mikroklima

Elke Lang / 29.05.2019, 07:00 Uhr
Ranzig Unterschiedlicher können sie gar nicht sein, die zwei Gärten am Ende des Ranziger Siedlungswegs, die fast nebeneinander liegen und am Sonntag zur Besichtigung mit Kaffee und Kuchen offen standen. In Gabriele Gottschalls grünem Reich, von dem aus sich der Blick aufs weite Feld öffnet, klingelte und klapperte es von rund 500 frei hängenden, künstlerisch gestalteten Glasteilen. Sie waren zu Vögeln oder anderen Figuren, auch zum Beispiel Lampenschirmen, zusammengefügt oder zu verschiedensten Mobiles arrangiert.

Die Künstlerin und Gärtnerin aus Leidenschaft lebt seit zehn Jahren hier und beteiligt sich seit vier Jahren an dem Tag der offenen Gärten Brandenburgs. Sie beschreibt ihr Besichtigungsangebot als einen "besonderen Garten in Verbindung mit interessanten Holzfundstücken aus dem Wald, die mich zu oft skurrilen Glas- oder Tonskulpturen anregen, in die das Holz integriert ist". Die Titel der kleinen Kunstwerke suggerieren, was man in ihnen erkennen kann: einen "Engel", eine "Schnecke", "Schaum", "Welle und gar ein Gitterwerk, "Verließ" genannt. Farben und Formen ihres verschiedenfarbigen Glases, das durch Natronzugabe auch Bläschen bildet oder in das Pflanzenteile eingelegt sind, entstehen in ihrem Brennofen.

Glasunikate und Tonköpfe

Aus Ton formt Gabriele Gottschall Übertöpfe und Porträtköpfe realer oder der Fantasie entsprungener Personen. Die Künstlerin ist, wenn sie ihre Glas-Unikate – und Einzelstücke sind alle – zum Preis bis zu 35 Euro weitergeben kann, um Platz zu schaffen. In den Köpfen allerdings stecke so viel Arbeit, dass sie unverkäuflich seien.

Bei Dagmar Frömming auf dem übernächsten Grundstück ist der alpine Stauden-Steingarten der Hingucker. "Große Stauden hat jeder, es gibt sie überall", hat sich die am Beeskower Gymnasium Deutsch und Geschichte unterrichtende Lehrerin gedacht. Sie liebt "das Kleine, das Besondere im Verbund mit besonders aussehenden Steinen". Die kleineren hat sie selbst im Gebirge oder am Meer gesammelt, die großen gekauft. Die Stauden bezieht Dagmar Frömming aus Lindau am Bodensee. Seit zwanzig Jahre kultiviert sie so ihren Garten, der durch eine hohe Hecke zur Feldseite hin ein eigenes Mikroklima hat.

Besucher kamen bis aus Cottbus

Dazu haben die wärmeliebenden Pflanzen ihren Platz an der Aufschüttung zur höherliegenden Sonnenterrasse gefunden. Am Offenen Garten beteiligt sie sich seit fünf Jahren und kann zu jeder Pflanze den Namen nennen und Pflegetipps geben. So wachsen bei ihr "Saxifragen", das sind Steinbrecher "in hunderten Farben und Sorten", lächelt sie. Auch die Mittagsblume "Delosperma" gehört zu ihren Lieblingen.

Obwohl am Rande des Dorfes gelegen, haben beide Gärten reichlich Besucher gefunden. In den ersten zwei Stunden seien es schon 60 Gäste gewesen, freuten sich die Hobby-Gärtnerin und ihre zwei Helferinnen beim Ausgeben von Kaffee und Kuchen, Gabi Zippler aus Ragow und Otavia Nagel aus Cottbus.

Weitere Termine für das Projekt "Offene Gärten" findet man im Internet. Genau beschrieben wird, welche der 105 teilnehmenden Gärten an welchem Tag besichtigt werden können. Besonders viele Gärten öffnen beispielsweise am 15. und 16. Juni, am 14. Juli und am 14. und 15. September.

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