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Kultur
DDR-Kunst ist im neuen Depot

Florentine Nadolni (rechts) präsentiert das neue Beeskower Kunstarchiv.
Florentine Nadolni (rechts) präsentiert das neue Beeskower Kunstarchiv. © Foto: Jörn Tornow
Olaf Gardt / 31.05.2019, 06:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Vorhänge müssen noch her. So jedenfalls sieht es Alt-Landrat Jürgen Schröter. Ansonsten sei das neue Kunstarchiv eine wunderbare Sache, eine gelungene Nachnutzung der Räume des Kreisarchivs. Schröter gehörte zu den gut 200 Gästen, die zur Eröffnung des Archivs auf die Spreeinsel gekommen waren.

Dort lobte Landeskulturministerin Martina Münch die Weitsicht von Herbert Schirmer. Der hatte als letzter Kulturminister der DDR die Grafiken, Plastiken und Gemälde aus Kulturhäusern und Kantinen sammeln lassen und so für die Allgemeinheit gerettet. Am 29. Mai 1990, erinnert er sich, habe er die Order erlassen, alle Kunstwerke, die vom Kulturfonds der DDR finanziert wurden, einzusammeln.

Mit einem alten Feuerwehrauto sei dann alles von Berlin nach Beeskow gebracht worden. Der große Rest, Kunst der Parteien und Massenorganisationen, folgten. Als Direktor der Burg Beeskow hat Schirmer das Kunstarchiv nicht nur initiiert, sondern auch aufgebaut. Beeskow sei dafür der richtige Ort, ist er auch heute noch überzeugt.

Herzstück des neuen Kunstarchivs sind die hundert Ziehgitter in der alten Berufsschulturnhalle. An den Gittern  hängen rund 1500 Gemälde. Das gibt vielen Bildern ihre Würde zurück. "Die Kreuzung", ein Bild von Neo Rauch etwa, konnte wegen seiner Maße im alten Speicher nur quer liegend gelagert werden. Manche Bilder sind selbst für die Ziehgitter zu groß. Einige haben Platz an den Wänden gefunden, andere werden in Einzelteilen verwahrt.

Bestand elektronisch erfasst

Zu den ersten Gästen, die am Mittwoch die Gelegenheit für eine Führung durch das Archiv nutzten, gehörten mit Ronald Paris und dem in Wendisch Rietz lebenden Werner Voigt auch Künstler, von denen Werke im Archiv lagern. Der Bestand ist mittlerweile  vollständig elektronisch erfasst. Die rund 23 000 Objekte wurden von 1700 Künstlern geschaffen, darunter 380 Frauen.

Da das neue Archiv über separate Arbeitsräume verfügt, können die Kunstwerke nicht nur verwahrt und ausgestellt werden, man kann auch wissenschaftlich mit ihnen arbeiten. Dazu, so Archivleiterin Florentine Nadolni, brauche es ein Stipendienprogramm. Das sei doch vielleicht eine Aufgabe für den Förderverein des Kunstarchivs, gab sie Herbert Schirmer bei der Eröffnung mit auf den Weg. Er ist heute der Vorsitzende dieses Vereins.

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