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In den Sauener Wäldern wachsen Gehölze aus allen Teilen der Erde. Hier wird erforscht, welche dem Klimawandel trotzen können.

Spaziergang
Führung zu Sauener Exoten

Seltene Bäume: Norman Hess (r.) gibt Informationen zu der Ohia-Rosskastanie, die erst 2008 ihren Platz im Sauener Wald gefunden hat und sich als resistent gegen Trockenheit bewähren soll. Neben ihm (v. r.) Kort Hennig aus Bad Saarow, Kurt Hentze aus Fürstenwalde und Johanna Gutsche aus Berlin, die an der Exkursion teilnahmen.
Seltene Bäume: Norman Hess (r.) gibt Informationen zu der Ohia-Rosskastanie, die erst 2008 ihren Platz im Sauener Wald gefunden hat und sich als resistent gegen Trockenheit bewähren soll. Neben ihm (v. r.) Kort Hennig aus Bad Saarow, Kurt Hentze aus Fürstenwalde und Johanna Gutsche aus Berlin, die an der Exkursion teilnahmen. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 11.06.2019, 06:45 Uhr
Sauen Festes Schuhwerk war angesagt für eine Führung über den "Raritätenpfad im Pappelmuttergarten Sauen". Dieser war 1951 von Heinrich Bier mitten im Wald der Stiftung August Bier angelegt worden, umgeben von Laubwald, größtenteils mit Buchen bestanden. Eine gute halbe Stunde Fußweg von der Försterei Sauen zum Pfad hatten am Sonnabend zehn Erwachsene und zwei Kinder auf sich genommen, um sich in diesem zu zwei Dritteln  umzäunten Waldstück, in dem es kaum noch die namensgebenden Pappeln gibt, die in den 1960er Jahren und noch einmal ab 2008 gepflanzten Baumraritäten aus aller Welt anzuschauen.

Vor dem Eingang stehend, machte Norman Heß, der durch den Garten führte, darauf aufmerksam, dass die Besucher keinen Schaugarten, kein Arboretum erwarten dürfen, sondern ein naturbelassenes Gelände, auf dem auch schon mal der Fuß wegen der vielen Wühlmausgänge einsinken könne. Die Route zu insgesamt 44 Gehölzen, also Bäumen und Sträuchern, hat Heß, der jetzt in der Naturschutzbehörde in Luckenwalde arbeitet, im Zuge seiner Bachelor-Arbeit an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde 2017 genau auf einer Übersichtskarte ausgewiesen. Trotzdem empfiehlt es sich nicht, sie individuell zu erkunden, so verwachsen ist der Pfad teilweise.

Der Pfad soll befestigt werden

Die ersten zwei Führungen fanden im vergangenen Jahr etwa zur gleichen Zeit statt. Das war nun die dritte, und Norman Hess, der die ehrenamtliche Wartung des von ihm ausgeschilderten Pfads übernommen hat, denkt über eine Befestigung des Wegs mit Naturmaterialien nach, um dessen aufwändigen Pflegebedarf etwas einzuschränken. Da die Pappel zu den schnellwachsenden Gehölzen zählt, waren sogenannte Pappelmuttergärten, von denen es auf dem Gebiet der DDR einige gab, dazu da, Samen und Steckhölzer für ein Pappelaufzuchtprogramm zur Produktion von Zellulose zu gewinnen. Als das nicht mehr wirtschaftlich war, wurden hier Obstbaum- und Weihnachtsbaumquartiere angelegt. Ab1990 fiel auch diese Nutzung weg, und das Areal verwilderte.

Das ehemalige Biersche Versuchs- und Anzuchtcamp wurde erst 2008 mit der Anlage einer Edelkastanien-Samenbaumplantage wieder reaktiviert. So wies Norman Hess zum Beispiel auf eine Mazedonische Eiche hin, die ebenfalls 2008 gepflanzt wurde. Sie ist mit ihren gesägten Blättern nicht ohne weiteres als Eiche erkennbar. Der Gehölzexperte gestand, dass er zur Bestimmung der Arten viele Bücher heranziehen musste. Diese in kargen, steinigen Landschaften des Balkangebietes um Mazedonien, Montenaegro und Albanien beheimatete Art ist fast immergrün. Mit ihr soll erforscht werden, ob sie dem Klimawandel standhaltenkann.

Norman Hess möchte mit seinen Führungen durch den Raritätengarten die Leute auffordern: "Schaut mal genauer hin, es gibt eine so große Bandbreite an Arten von Gehölzen, sie haben unterschiedliche Blattformen und Früchte, und das ist schön zu sehen." Das ist angekommen, denn es wurden viele und mitunter sehr spezielle Fragen gestellt, darunter, ob es sinnvoll sei, diese oder jene besonders exotische Art im eigenen Garten anzupflanzen.

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