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Der Trendforscher Oliver Leisse sieht in der fortschreitenden Digitalisierung große Chancen für die Branche.

Tourismustag
Mehr Zeit für den Urlaub

Symbolbild
Symbolbild © Foto: dpa/Daniel Maurer
Olaf Gardt / 15.06.2019, 11:15 Uhr
Beeskow (MOZ) Zu seinem Tourismustag hatte das Team von Seenland Oder-Spree den Hamburger Trendforscher  Oliver Leisse eingeladen. Mit seinen in 50 Metropolen der Welt stationierten Mitarbeitern ermittelt er, wie man in der Zukunft Geschäfte machen kann. Auch die Tourismusbranche betrachtet er dabei.

Was Leisse auf der Burg Beeskow berichtete, ließ manchen der gut 120 Gäste aus der Branche den Kopf schütteln, die Stirn runzeln. Zunächst jedenfalls. Wenig später wurden die Theorien diskutiert. Leisse sagt, dass die Menschen durch Digitalisierung und Automatisierung schon bald viel weniger arbeiten werden, gleichzeitig großer Entfernungen durch neue Mobilitätsangebote schneller und bequemer überbrücken können. Allerdings würden gut zwei Drittel der Menschen in Deutschland all diesen Veränderungen sehr skeptisch gegenüberstehen, und sich in alte Zeiten zurückwünschen. Das alles habe Auswirkungen auf den Tourismus.

Leisse empfiehlt, sich darauf einzustellen, dass Gäste künftig aus einer viel weiter gefassten Region kommen werden. Im selbst fahrenden Auto, das durch keinen Stau aufgehalten werde, sei die heute vier Stunden dauernde Reise von Hamburg nach Beeskow schneller und entspannter möglich. Das bringe ein größeres Gästepotential, bedeute aber auch stärkere Konkurrenz zu anderen touristischen Regionen. Deshalb müssten Alleinstellungsmerkmale her. Nur Wasser, Wald und Radwege würden da nicht reichen. Das, so Leisse, gibt es am Ende überall. Man müsse da etwas "Schräges draufsetzen".

Mehr Zeit für Urlaub

Gleichzeitig würden die Touristen künftig länger bleiben. Nicht drei Wochen, sondern drei Monate müsse man dann vielleicht mit Angeboten füllen. Kulinarische Angebote seien wichtig, regionale Spezialitäten unverzichtbar. "Sie brauchen eine Sache, die es nur hier gibt. Hier aber muss sie dann jeder im Angebot haben." Gesund müssten die Dinge zudem sein, und dann müsse man es den Gästen auch noch gemütlich machen. Gemütlichkeit und Vertrautheit seien ganz wichtig für die zwei Drittel Skeptiker.

Für das andere Drittel, die der Digitalisierung gegenüber Aufgeschlossenen, wird die Tourismusregion noch in diesem Jahr neue Angebote machen. Ab Herbst werden 200 überdimensionale Smartphones aufgestellt, an denen man auf dem Touchscreen mit ein paar Klicks sein ganz individuelles Urlaubsprogramm zusammenstellen kann.  Einzige Voraussetzung: Die Kulturanbieter, die Gastronomen, Fahrradverleiher, Freizeitparks müssen ihre Angaben dem Verband zur Verfügung stellen und verlässlich einhalten. Komplett funktionieren soll das neue Angebot dann ab der kommenden Saison.

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