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Jubiläum
60 Jahre Wohnungsbau-Genossenschaft

Jüngstes Bauprojekt: Dietmar Schulz (links), Vorstand der Wohnungsgenossenschaft,  im Gespräch mit Michael Gierke, der mit der Gestaltung der Außenanlagen des Wohnparks in der Ringstraße beschäftigt ist.
Jüngstes Bauprojekt: Dietmar Schulz (links), Vorstand der Wohnungsgenossenschaft,  im Gespräch mit Michael Gierke, der mit der Gestaltung der Außenanlagen des Wohnparks in der Ringstraße beschäftigt ist. © Foto: Jörn Tornow
Olaf Gardt / 17.06.2019, 22:30 Uhr - Aktualisiert 18.06.2019, 08:36
Beeskow (MOZ) Vor 60 Jahren gründete sich die Beeskower Wohnungsbaugenossenschaft. Heute gehören den rund 340 Mitgliedern 360 Wohnungen.

Mitte Februar 1960 begannen die Bauarbeiten für die ersten Wohnungen der Beeskower Wohnungsbaugenossenschaft. Der Kreisbaubetrieb hatte erklärt, die notwendigen Schachtarbeiten für die Genossenschaft kostenlos zu übernehmen. Zwölf Wohnungen sollten in dem Wohnhaus Luchstraße 23 entstehen, zwölf weitere in der Nummer 24. Beschlossen wurde der Bau auf der AWG-Mitgliederversammlung am 21. Januar 1960. Die zählte zu diesem Zeitpunkt 80 Mitglieder und wuchs stetig. Jeder hoffte auf eine moderne Wohnung. Die Pläne waren groß. 200 Wohneinheiten waren schon damals geplant.

Gegründet worden war die Beeskower "AWG Solidarität" aber schon ein halbes Jahr früher, am 3. Juni 1959. Deshalb konnte in diesem Tagen der 60. Geburtstag gefeiert werden. Die Genossenschaft hatte ihre Mitglieder zu einem gemütlichen Beisammensein zu KutschenRuß nach Falkenberg eingeladen. Dort wurden bei gutem Essen viele Erinnerungen ausgetauscht. "Wir haben ja noch immer etliche Gründungsmitglieder bei uns", freut sich Dietmar Schulz, der die Genossenschaft seit 1995 als hauptamtlicher Vorstand führt.

Anlass für die Genossenschaftsgründung war die große Wohnungsnot. "Der Staat hat es ja nie geschafft, den Bedarf zu decken", sagt Schulz. Deshalb sollten die Genossenschafter ran. Wer eine Wohnung wollte, brauchte Anteile. Die gab es nicht zu kaufen, die bekam man für Arbeitsstunden. Schachtarbeiten für Keller und Versorgungsleitungen vor allem wurden geleistet, manch ein zukünftiger Mieter hat die Dachziegel für sein Haus einst selbst gebrannt. Später konnten Genossenschaftsanteile auch für Geld erworben werden. Bis Ende der 1980er Jahre wuchs der Wohnungsbestand der Genossenschaft stetig an. In der Poststraße wurde gebaut, im Luch, in der Rouanetstraße. Ganz zum Schluss kamen die Plattenbauten im Kiefernweg. Die Typenbauten wurden für Beeskow umkonzipiert. Hier fehlte es an der in der DDR üblichen Fernwärme. Deshalb mussten zusätzliche Schornsteine eingebaut werden.

Die braucht man heute nicht mehr. Praktisch alle Wohnungen bekommen Fernwärme oder haben eine moderne Gasheizung. "Da braucht sich der Mieter nicht zu kümmern", so Schulz.

Wohnpark Ringstraße wächst

360 Wohnungen gehören der Genossenschaft. Zwischenzeitlich waren es weniger, weil man für den Altschuldenerlass auch Wohnungen verkaufen musste. 42 sind direkt an die Bewohner gegangen. Nun aber setzt man auf Neubau. Zur Jahrtausendwende entstanden 30 Wohnungen im Wiesenring. 2017 wagte sich die Genossenschaft an den Wohnpark Ringstraße, der zuvor über viele Jahre brach lag. Die Modulhäuser sorgten für viel Diskussion. Jetzt aber geht auch die Gestaltung der Außenanlagen voran. Seitdem wird die Kritik leiser. Spätestens im Herbst werden Bäume, Sträucher und Hecken gepflanzt. Und mindestens ein Haus wird auch noch in diesem Jahr aufgestellt, aktuell sind noch drei Parzellen frei. Dietmar Schulz hat auch weitere Baupläne im Hinterkopf. Außerdem kümmert man sich um den Wohnungsbestand. Der Umbau der Bäder ist ein Schwerpunkt. Wanne raus, Dusche rein. Das ist der aktuelle Trend. Und man kann sich das Wohnen bei der Genossenschaft leisten. Es gibt noch Kaltmieten von unter drei Euro, der Durchschnitt liege bei 4,40 Euro. Leerstand habe man praktisch keinen.

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