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Meisterschaft im Tentpegging: im gestreckten Galopp Zeltnägel (Tentpegs) aufspießen

Reitsport
Zeltnägel zum Umnieten

Angela Breme und Steffen Kukral bereiten die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Tentpegging vor. Die Veranstalter haben die weißen Tentpegs (dt. Zeltnägel) in einer Fürstenwalder Behindertenwerkstatt herstellen lassen.
Angela Breme und Steffen Kukral bereiten die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Tentpegging vor. Die Veranstalter haben die weißen Tentpegs (dt. Zeltnägel) in einer Fürstenwalder Behindertenwerkstatt herstellen lassen. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 24.06.2019, 21:00 Uhr - Aktualisiert 25.06.2019, 14:45
Krügersdorf Samstag und Sonntag wird Krügersdorf Schauplatz einer deutschen Meisterschaft mit internationaler Beteiligung sein. Es geht um "Tentpegging". Das ist eine Art Geschicklichkeits-Geschwindigkeitsreiten mit Waffen: Es gilt, auf einer Wettkampfbahn  im vollen Galopp am Boden fixierte Zeltpflöcke (englisch: Tentpegs) mit einer Lanze aufzuspießen. In einer anderen Variante der Sportart werden über dem Kopf hängende Ziele mit einem englischen Kavalleriesäbel getroffen: Action pur, versprechen die Veranstalter. Das sind Angela Breme und Steffen Kukral, Pferdenthusiasten aus Krügersdorf.

Die ersten der Internationalen Gäste sind bereits eingetroffen: Das Team aus Südafrika wurde im Schloss Krügersdorf untergebracht. Dass eine deutsche Meisterschaft mit internationaler Beteiligung in dem kleinen Beeskower Ortsteil überhaupt möglich ist, sei vielen Menschen zu verdanken, hebt Steffen Kukral hervor. Die Dorfgemeinschaft stellt demnach das erste Stockwerk des Schlosses samt Küche für die Veranstaltung zur Verfügung. Frauen aus dem Dorf kochen und backen für die Gäste. Aus dem ganzen Dorf kamen Angebote, Pferde auf Wiesen und Koppeln unterzubringen. Gastronomen aus der Region spendieren Mahlzeiten. Nachbarn gestatten, ihre Grundstücke während der Veranstaltung zu betreten. Um die Besucherströme von den bewaffneten Reitern getrennt zu halten, werden die Gäste gebeten, die Wettkampfstätte von der Reudnitzer Straße aus (dort beschildert) zu betreten.

Bis Donnerstag, so lautet der Plan, werden alle Teams eingetroffen sein: Neben der Mannschaft aus Südafrika werden Teams aus den Niederlanden und  Norwegen sowie insgesamt drei deutsche Teams am Start sein. Jedes Team besteht aus bis zu sieben Personen. Die Wettkampfrichterin wird aus England einreisen. Sie überwacht, dass der Ausscheid unter den Bedingungen des Internationalen TentppeggingVerbands über die Bühne geht.

Am Samstag und Sonntag  finden dann zwischen 10 und 17 Uhr die Wettkämpfe statt. Wir laden alle Pferde- und Sportfreunde herzlich ein, die Reiter an der Rennbahn anzufeuern", so Steffen Kukral. Zuschauer seien herzlich willkommen. Steffen Kukral empfiehlt, Campingsessel, Klappstühle, Sonnenschirme, Picknickdecken und andere Gegenstände, die das Zusehen gemütlicher machen, mitzubringen.

Samstagabend ist ein geselliges Beisammensein für alle Interessierten am Lagerfeuer geplant. Ab 21.30 Uhr gibt es eine Ritter- und Feuershow. Für den Getränkestand sorgen die Veranstalter. Speisen bietet der Beeskower Gastronom mit syrischen Wurzeln Mahmoud Sharfo an. Was auf den ersten Blick exotisch wirkt, passt ideal, denn: "Tentpegging ist in vielen arabischen Staaten so populär, wie bei uns Handball oder Fußball", erläutert Steffen Kukral. Die Siegerehrung wird am Sonntag Landrat Rolf Lindemann und Bürgermeister Frank Steffen vornehmen.

Galopp mit 50 km/h

Die Vorbereitungen des Reitsport-Events sind enorm, viele Details sind zu berücksichtigen. So sind die Tentpegs in einer Fürstenwalder Behindertenwerkstatt von Hand hergestellt worden. Sie bestehen aus verleimten Kartonstreifen, die weiß angemalt wurden. Diese müssen mit dem Speer so getroffen werden, dass ein deutliches Loch zu erkennen ist. Ein seitliches Wegdrücken wird nicht als Treffer gewertet. Zu den Vorbereitungen gehört auch die Einweisung der "Ground-Crew". Das sind Helfer, die die Tentpegs in den Boden stecken, die "Overheads" (Überkopfziele) platzieren und als Sicherheitsposten mit der roten Fahne an der Wettkampfbahnstehen. Bei Galoppgeschwindigkeiten von 50 km/h sei der Streckenposten ebenso wichtig, wie bei Motorsportveranstaltungen. "Bei dieser Geschwindigkeit kann man vielleicht noch etwas lenken, auf der  Stelle halten können sie nicht mehr", weiß Steffen Kukral.

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