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Honig
Imker entdeckt in Tauche ein süßes Herz

Monika Rassek / 11.07.2019, 06:00 Uhr
Tauche (MOZ) Was gibt es für einen Imker Schöneres, als ein Herz gut gefüllter Zellen in einer Bienenwabe? Bernd Maaß aus Tauche schwärmt begeistert von der Kunstfertigkeit seiner Bienen:   "Seit 1987 betreibe ich die Imkerei, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Das sehe ich als gutes Zeichen", betont der 55-Jährige. Nicht von ungefähr.

Eigentlich ist der Angestellte einer Elektrofirma nicht allein auf die Idee zur Imkerei gekommen: "Es war der Wunsch meines Vaters, Werner Maaß. Er wollte sich Bienen anschaffen und eine Hobby-Imkerei betreiben. Doch leider verunglückte er 1983, ohne sich den Wunsch zu erfüllen. Das habe ich dann gemacht", fügt der Angestellte rückblickend hinzu. Das ging nicht von heute auf morgen. Bevor Maaß sich die Bienen angeschafft hat, informierte er sich bei Fachleuten und schaute anderen Imkern über die sprichwörtliche Schulter und fand Gefallen an dem neuen Hobby. Das ist jetzt länger als 30 Jahre her.

Vielfältig verwendbar

Das Honig-Herz ist leider schon verschwunden, die fleißigen Immen, wie die Honigbienen auch genannt werden, haben das Wabenrähmchen schon fast vollständig mit goldenem Nektar aufgefüllt. "Die Rahmen müssen nach einer visuellen Kontrolle wieder in die Beute gehangen werden. "Erst wenn der ganze Rahmen mit Honig gefüllt ist, wird er entnommen", erklärt Maaß. Die so genannte Beute ist eine Form des Bienenkastens, und beherbergt das gesamte Bienenvolk, also etwa 60.000 Insekten.

Obwohl es derzeit sehr trocken und ist, bringen die Immen gute Erträge: "Das geht jetzt schnell, die Sonnenblumen stehen in voller Blüte und die Felder sind in der Nähe." In der Regel steht in der zweiten Julihälfte die Honigernte an. "Der Honig schmeckt nicht nur lecker. Er findet auch Verwendung in der Medizin und der Kosmetikindustrie. Auch die Landwirtschaft profitiert, denn die Bienen bestäuben die Blüten vieler Kulturpflanzen", so der Bienenfreund. Da es so viel Wissenswertes zum Thema Honig und Bienen zu vermitteln gibt, plant Bernd Maaß eine Art Bienenakademie einzurichten. Referenten sollen dann für Interessenten Vorträge zu verschiedenen Themen halten.

Schön und nützlich

Dr. Karsten Lorenz vom Kreisbauernverband Oder-Spree bestätigt den Nutzen der Insekten für die Landwirtschaft: "Bienen sind wichtige Helfer, weil sie die Blüten vieler Pflanzen bestäuben. Dazu gehören neben Sonnenblumen und Raps auch die Obstbäume." Auf insgesamt 1.169 Hektar werden im Landkreis Sonnenblumen angebaut. "Damit liegen wir den gelben Schönheiten in ganz Deutschland vorn, obwohl der Trend leicht rückläufig ist", ergänzt Dr. Lorenz nicht ohne Stolz.

Erst wenn die Felder mit den leuchtend gelben Blumen, die Ihre Köpfe nach der Sonne ausrichten, braun und unansehnlich werden, beginnt die Ernte: "Das wird wegen der anhaltenden Trockenheit frühstens im September sein."

Aus den Sonnenblumen wird dann in Frankfurt (Oder) zu Öl gepresst, welches beispielsweise als regionales Produkt in die Läden kommt und in der Küche vielfältige Verwendung findet. Auch Futter für Zuchtvögel wird  aus den Sonnenblumen im Landkreis gewonnen. Ohne die Insekten wie Hummeln oder Honigbienen unmöglich.

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