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Auf der Baustelle des Beeskower Spanplattenwerks geht es zügig voran. Im Februar soll hier die erste Spanplatte produziert werden.

Mega-Investition
Riesen-Stahl-Skelett für neue Spanplattenpresse wächst

Das Spanplattenwerk erhält eine neue Fertigungsstrecke. Den Baufortschritt der künftigen Produktionshalle beobachten der neue Werkleiter Arman Fatunz, Bauleiterin Katheryna Komar, und der technische Leiter Stefan Schur (v. l.).
Das Spanplattenwerk erhält eine neue Fertigungsstrecke. Den Baufortschritt der künftigen Produktionshalle beobachten der neue Werkleiter Arman Fatunz, Bauleiterin Katheryna Komar, und der technische Leiter Stefan Schur (v. l.). © Foto: Jörg Kühl
Jörg Kühl / 12.07.2019, 06:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Auf dem Werksgelände des Beeskower Spanplattenwerks der Sonae Arauco-Gruppe ist rege Bautätigkeit zu beobachten: Der Bau der neuen Fertigungsstrecke schreitet zügig voran. Nachdem das Fundament für die 1500 Tonnen schwere und 42 Meter lange neue Spanplattenpresse fast fertiggestellt ist, errichtet eine portugiesische Spezialfirma nun die Halle mit beeindruckenden Maßen: 120 Meter lang, 18 Meter breit und 12 Meter hoch. Zuvor mussten in den Boden rund 20 Meter lange Stahlbetonpfähle eingerammt werden.

Fundament trägt 1500 Tonnen

In die Halle werden eine hochmoderne, kontinuierlich arbeitende Spanplattenpresse, eine Vorpresse und die Formstation eingebaut. Im Gegensatz zur alten getakteten Spanplattenanlage, die immer jeweils ein 19 Meter langes Werkstück ausspie, produziert die neue Anlage ein endloses Werkstück.

Die neue Anlage hat zudem eine höhere Fertigungskapazität, und, für die Werkleitung das Wichtigste: Die Produkte verfügen über eine bessere Oberflächenqualität und gleichmäßigere Dichte. "Die Oberfläche ist so glatt,  dicht und geschlossen, dass sie direkt lackierbar ist", sagt Stefan Schur, technischer Leiter des Werks. Die neue Anlage ist auch flexibler in der Produktion: Künftig können Spanplatten der Dicke 6 bis 40 Millimeter produziert werden. Zum Vergleich: Mit der 1979 angefahrenen Anlage können Stärken zwischen 12 und 38 Millimeter erzielt werden. Künftig werden in der 120 Meter langen Halle pro Schicht nur drei Personen arbeiten.

Das Beeskower Spanplattenwerk hat seit April einen neuen Werkleiter. Arman Fatunz hat den Posten von Jan Riekert übernommen. Die Männer haben ihre Arbeitsplätze getauscht: Riekert ist nach Meppen (Niedersachsen) gewechselt, der Berliner Fatunz nach Beeskow: "Das ist jetzt, da ich Familienvater geworden bin, einfach näher dran", so der 35-Jährige Maschinenbau-Diplomingenieur. Er pendelt täglich zur Arbeit.

Zur Zeit arbeiten etwa 30 externe Bauleute auf dem Werksgelände. Wenn die technische Ausrüstung aufgebaut wird, werden sich zeitweilig bis zu 200 Menschen zusätzlich auf Werksgelände aufhalten, schätzt Schur. Der technische Leiter, der seit 24 Jahren im Werk tätig ist, ist stolz, dass der Konzern am Standort Beeskow die neueste und modernste Anlage der Sonae-Arauco-Gruppe weltweit realisiert. Mit rund 53 Millionen Euro handele es sich um die  größte Investition der Gruppe seit 2001, ergänzt der neue Werkleiter. Fatunz und Schur werten diese Investition als klares Bekenntnis der Konzernleitung zum Standort Beeskow mit seinen rund 300 Mitarbeitern.

Luftfilter mit Nassreinigung

Was die Beeskower freuen dürfte: Die Werkleitung verspricht mit Inbetriebnahme der neuen und Abschaltung der alten Anlage im Frühjahr kommenden Jahres eine Verbesserung der Abluft. Wie Schur erläutert, wird die Zyklon-Abscheidetechik durch ein Nass-System ersetzt, das durch Wasser eine bessere Reinigung ermöglicht. "Im Februar wollen wir mit der neuen Anlage die erste Platte produzieren", kündigt Fatunz an. Die Produktion werde dann schrittweise hochgefahren. Ab März/April sei mit kontinuierlicher Produktion zu rechnen.

Auf dem Werksgelände schließt sich dann ein Kreis: Teile der Produktion, nämlich Trocknung und Weiterverarbeitung, finden in der Halle statt, die 1966 gebaut worden war: "Damals schaffte das Werk einen jährlichen Ausstoß von rund 30 000 Kubikmetern, mit der neuen Anlage werden wir 375 000 Kubikmeter erreichen", rechnet Schur vor.

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Spanplattenpresse Stefan Schur Spanplattenwerk Jan Riekert Werksgelände

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