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Trödelmarkt
Trödeln in Briescht

Ruth Buder / 12.08.2019, 06:45 Uhr
Briescht Es gibt nichts, was es nicht gibt: Hunderte Besucher tummeln sich am Sonntag auf dem Trödelmarkt der Alten Försterei in Briescht, um zu schauen, zu feilschen und zu kaufen. Auf dem weitläufigen Gelände bieten zig Trödler ihre Waren an, von Glas und Porzellan, über Eimer und Türbeschläge bis hin zu Schmuck und Werkzeugen. Ein Händler aus Schulzendorf wirbt unter anderem für seinen 100 Jahre alten Feldschmiede-Schraubstock mit den Worten "in gutem altersgerechten Zustand mit Rostbildung".

Burkhard Anders aus Berlin, der sich selbst als "Edeltrödler" bezeichnet und sogar ein Buch über seine 30-jährige gewerbliche Tätigkeit geschrieben hat, will heute eine Meißener Kaffeekanne aus dem Jahre 1810 an den Mann bringen. Was sie kosten soll, will er nicht verraten, er wartet auf ein Angebot. Bei Trödler Manuel Falkenthal aus Luckau hat Steffen Herrmann aus Pirna, der gerade in der Region Urlaub macht, eine Autokarte aus den 1930er-Jahren erstanden, um sich "die alten Straßenführungen anzuschauen."  Falkenthal hat auch ein "Fallklappentableau" zu bieten. "Man kann auch Dienstbotenrufanlage dazu sagen", erklärt er, während er das edle Holzkästchen seinen Kunden vorführt. Damit habe der Hausherr seine Dienstbotin ins Bad, Schlafzimmer oder in den Salon rufen können. "Und sicher nicht nur, um einen Kaffee zu bestellen", lässt der Luckauer seine frivole Phantasie spielen. 75 Euro soll das seltene Erbstück aus den 1930er-Jahren, das man als Deko nutzen kann, kosten. Nichts für Christian Wild und Marina Opitz aus Falkenberg, die sich vor allem für Trödel begeistern, den sie nicht nur anschauen, sondern auch nutzen können. Heute haben sie eine irdene Rührschüssel und einen großen Einlegetopf mit Deckel erworben. "Unser ganzes Haus ist mit alten Sachen eingerichtet. Sie haben für uns einen höheren Wert als Neues, sie halten viel länger, wirken ästhetischer und sind einzigartig", findet Marina Opitz.

Marion Schlegel aus Friedland ist stolz, wieder eine Teekanne für ihre Sammlung ergattert zu haben. "Zehn Euro wollte der Trödler haben, für acht hab ich sie gekriegt", freut sich die Sammlerin, die wegen des besonderen Flairs gern nach Briescht kommt. Denn wer sich nach dem langen Rundgang durch die bunte Welt des Gebrauchten ausruhen möchte, der nimmt gern unter dem großen Nussbaum Platz, der an diesem heißen Sonntag angenehmen Schatten spendet, und gönnt sich etwas Kühles, Süßes oder Herzhaftes. Dazu erklingt softer Jazz und Raggae von der dreiköpfigen Berliner Band XS-Bo, die die Veranstalter, Kai-Uwe Rettig und Sindy Koba, schon des öfteren nach Briescht geholt haben.

Nächster Markt im Oktober

Seit sieben Jahren veranstaltet das Paar vier Mal im Jahr Trödelmärkte mit Erfolg, der nächste findet im Oktober statt. Seit zehn Jahren besitzen sie die Alte Försterei, die sie zu einem einzigartigen kulturellen Anziehungspunkt in der ländlichen Region gemacht haben. Das Jubiläum feiern sie am kommenden Sonnabend mit "La Marche", der fröhlichen Musikertruppe aus dem Oderbruch.

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