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Deutscher Schäferhund
Zuchtschau Schäferhunde

Monika Rassek / 12.08.2019, 07:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Obwohl das Thermometer schon weit mehr als 20 Grad anzeigt, herrscht auf dem Hundesportplatz am Oegelner Bahnhof am Sonntagvormittag rege Betriebsamkeit. Hunde bellen aufgeregt,  wenn ein Artgenosse vorbei kommt. Halter informieren sich, um welche Zeit sie mit der Vorstellung ihres Hundes an der Reihe sind und andere genießen den Trubel als Zuschauer bei  einer Tasse Kaffee. Die Beeskower Ortsgruppe des Schäferhundevereins hatte zur 35. Zuchtschau geladen.

Etwa 70 Hunde sind angemeldet. "Das ist schon sehr viel", sagt Ortsgruppenchef Torsten Baese erfreut. Der 50 Jährige lebt den Hundesport, besitzt selbst einen und arbeitet schon seit mehr als 40 Jahren auf dem Platz, in der Regel dreimal wöchentlich. Einige von denen, die ihre Hunde den Augen des strengen Richters vorstellen wollen, kommen von weit her. "Wir haben Gäste aus Italien, Dänemark, Polen und Russland hier", so Baese. Aber nicht von ungefähr: "Das ist die letzte Möglichkeit, die Hunde vor der Bundessiegerzuchtschau 2019 Anfang September – die mit einer Weltmeisterschaft gleichzusetzen ist – in Nürnberg zu präsentieren.

Strenges Reglement

Eigens dafür wurde als Richter Marco Oßmann aus der Ortsgruppe Bayern-Nord eingeladen, der auch in Nürnberg die Bundessiegerschau richtet. Er ist bereits zum vierten Mal in Beeskow zu Gast. "Ich bin sehr gern hier. Auch weil es mir so möglich ist, die Entwicklung der Hunde zu verfolgen", so Oßmann.

Beurteilt werden die Hunde nach Haartyp (Langstock- und Stockhaar) in den Klassen Nachwuchs (Hunde im Alter von neun bis 12 Monaten, Jugend (zwölf bis 18 Monate), Junghund (18 bis 24 Monate), Gebrauchshunde (ab 24 Monate) und die Veteranen (etwa sieben bis neun Jahre alt).

Die beste Bewertung ist ein "vorzüglich" und bei der Bundessiegerschau geht es um das Prädikat "vorzüglich Auslese". "Dort treten etwa 300 Hunde an, davon bekommen vielleicht zehn, höchstens 15 Hunde diese heiß begehrte Bewertung," erklärt Torsten Baese. Und es gibt noch ein Ausschlusskriterium für die Zuchtzulassung. Die Hunde müssen HD-frei sein, dürfen also keine Anzeichen von Hüftdysplasie aufweisen: "Im Alter von etwa einem Jahr werden die Hunde geröntgt, um diese Erbkrankheit auszuschließen. Der Schäferhund ist die meisten geröntgte Rasse."

Beliebtester Hund

Petra Schilinski und die elfjährige Marie kümmern sich um einen Welpen, der am liebsten den anderen Hunden hinterher jagen würde und das ganze Geschehen wahnsinnig aufregend findet. "Der ist aber noch zu jung für die Ausstellung", erklärt Marie, die wahrscheinlich schon bald mitmischen wird. Petra Schillinski hat die Hündin Cleo von Honduras vorgestellt und ein "vielversprechend" erreicht. Auch sie wird im September mit Hund nach Nürnberg reisen.

In Brandenburg sind Deutsche Schäferhunde mit rund 18000 Vertretern die beliebteste Rasse. Das schürt jedoch auch ein Vorurteil. "Wenn ein Schäferhund zubeißt, ist in den Medien oft von gefährlichen Beißern die Rede", so Baese. "Erfragt man dann den Hintergrund so eines Vorfalls, handelt es sich oft um Fehlverhalten des Menschen oder unzureichender Erziehung des Hundes." Das bestätigt Marco Oßmann: "Es muss mehr präventive Arbeit geleistet werden."

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