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Eltern des Verstorbenen stimmen zu, dass Abgeordnete Details aus Akten des Kreises erfahren.

Jugendhilfe
Ausschuss untersucht Fall Hannes

Archivbild: Diese Tafel hatten Freunde von Hannes in Kirgisien zur Erinnerung an ihren verstorbenen Freund gebastelt. (Foto aufgenommen in Hangelsberg, wo die Eltern des Jungen leben)
Archivbild: Diese Tafel hatten Freunde von Hannes in Kirgisien zur Erinnerung an ihren verstorbenen Freund gebastelt. (Foto aufgenommen in Hangelsberg, wo die Eltern des Jungen leben) © Foto: Mathias Hausding
Jörg Kühl / 13.08.2019, 09:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Der Fall des im Alter von 17 Jahren gestorbenen Jugendlichen Hannes aus Hangelsberg beschäftigt weiter die Öffentlichkeit. Allerdings ist die Aufarbeitung schwierig. Amtsleiter Philipp Lampert erklärte vor dem Jugendhilfeausschuss, dass es zwar eine Verschwiegenheits-Entpflichtung seitens der Familie des Verstorbenen gebe, diese gelte aber nur gegenüber den Abgeordneten des Kreistags. Im Ausschuss befinden sich aber weitere Personen, etwa Vertreter von sozialen Einrichtungen und Verbänden. Deshalb könne er in der Sitzung zum konkreten Fall keine Aussagen machen. Auf die Tagesordnung kam das Thema auf Antrag des Abgeordneten Kai Hamacher (BVB/Freie Wähler). Untersucht wird der Fall auch vom Petitionsausschuss des Kreistags. Am 5. August hatte es dazu eine erste Sitzung gegeben.

Der Fall des jungen Mannes, der im Rahmen eines Jugendhilfeprojektes rund drei Jahre in Kirgisien lebte und zur Schule ging, und der wenige Monate nach seiner Rückkehr nach Deutschland starb, war in Medien aufgegriffen worden. Ein auf Youtube abrufbarer Spiegel-TV-Beitrag ist mehr als 2,4 Millionen Mal geklickt worden. Die Kommentarfunktion zum Beitrag ist mittlerweile gesperrt worden. Dort soll es bereits 14 000 Einträge gegeben haben, darunter auch Morddrohungen gegen  Landrat Rolf Lindemann (SPD), dessen Familie sowie Mitarbeiter des LOS-Jugendamts.

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Ralf H. Janetschek 13.08.2019 - 23:26:45

Celler Loch

Als Celler Loch wurde die Aktion Feuerzauber des niedersächsischen Verfassungsschutzes bekannt, bei der am 25. Juli 1978 ein Loch mit rund 40 Zentimeter Durchmesser in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle gesprengt wurde. Damit wurde ein Anschlag zur Befreiung von Sigurd Debus vorgetäuscht, der als mutmaßlicher Terrorist der Rote Armee Fraktion (RAF) im Celler Hochsicherheitsgefängnis einsaß. Angeblich wollte man mit Hilfe dieser verdeckten Operation unter „falscher Flagge“ einen Informanten in die RAF einschleusen. Die Öffentlichkeit und diverse Strafverfolgungsbehörden wurden über die wahren Urheber des Anschlags planmäßig getäuscht, erst 1986 kamen die Hintergründe durch Recherchen von Journalisten ans Licht. Daraufhin wurde ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingesetzt. (Quelle Wikipedia). Bei den Morddrohungen könnte es sich ebenfalls um einen "Angriff unter falscher Flagge" handeln um von den Vorwürfen gegen den Landrat abzulenken.

Frank Niese 13.08.2019 - 14:18:58

Angst vor der konfrontation?

Also Morddrohungen gehen gar nicht - das ist mal klar. Allerdings habe ich das Gefühl, der Landrat versucht, seine Defizite an Empathie und sozialer Kompetenz durch permanente Rechtfertigungen zu verwässern. Eine offene Kommunikation sieht anders aus. Ich warte jedenfalls seit Wochen auf eine Antwort des Landratsamtes zu bestimmten Fragen, die ich auf ein auf der Seite des Landratsamtes veröffentlichten Statement des Landrates stellte. Lediglich ein Standartschreiben von der Stange sollte mich zufriedenstellen. Dieses war voll von denselben Rechtfertigungen, die man inzwschen überall findet. Herr Lindemann benimmt sich armselig und reitet sich moralisch immer tiefer in einen kaum noch zu beherrschenden Schlamm. Mit dieser eiskalten bürokratischen Haltung wird er sich und das Jugendamt vor den Lesern dieser Artikel niemals rehabilitieren. Egal, was die von ihm zitierten Gerichtsurteile aussagen, hier ist geschickte Öffentlichkeitsarbeit und echte Anteilnahme gefragt aber mit dieser Arroganz wird er das wohl nie verstehen.

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