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Bike-Flash
Mit einer Warnsäule gegen tödliche Unfälle

Vier leuchtende Bügel sind in Meterabständen an einer fünf Meter hohen Säule installiert. Wärmesensoren reagieren, sobald sich Radfahrer nähern.
Vier leuchtende Bügel sind in Meterabständen an einer fünf Meter hohen Säule installiert. Wärmesensoren reagieren, sobald sich Radfahrer nähern. © Foto: Bike-Flash
Burkhard Keeve / 23.08.2019, 06:00 Uhr
Glienicke (MOZ) Immer wieder erreichen die Straßenverkehrsbehörde des Kreises in Oranienburg Anträge, die Geschwindigkeit auf bestimmten Straßenabschnitten auf "30-Zonen" zu begrenzen. In diesem Jahr gab es bisher 21 solcher 30er-Anträge, gestellt von Städten, Kommunen, Lokalpolitikern und Anwohnern. Die Spannbreite der Gründe für eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist groß. Es geht um Schutz vor Lärm, weniger Gefahr durch Verkehr in Wohngebieten, vor Kitas, Schulen und Altenheimen, oder wenn bestimmte Strecken als besonders gefährlich eingestuft werden.

System reagiert auf Wärme

Von den 21 Anträgen hat die Straßenverkehrsbehörde  zwei Drittel (14) positiv beschieden und sieben hat sie abgelehnt. Für eine Zustimmung der Behörde "müssen allerdings immer rechtliche Voraussetzungen erfüllt sein, damit eine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet werden kann", sagte kürzlich Oberhavels Landrat Ludger Weskamp (SPD). Zu den rechtlichen Voraussetzungen gehören Verkehrszählungen und Lärmberechnungen. So hat die Behörde zum Beispiel kürzlich angewiesen, Tempo 30 für einen Teil der Bernauer Straße in Oranienburg auszuweisen, genauso wird die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer in Borgsdorf Pinnow  reduziert – vorerst bis zum Ende der Baumaßnahmen am Berliner Ring (A10).

Zusätzlich setzt sich die Straßenverkehrsbehörde auch für den Einsatz intelligenter Warnsysteme ein, um Gefahrensituationen für Radfahrer und Fußgänger möglichst gering zu halten. Besonders im Blick sind dabei Schulkinder. So wird in Oberhavel zum ersten Mal ein fünf Meter hoher sogenannter "Bike-Flash" aufgestellt. Dieses Warnsystem, das Radfahrer schützt, die sonst im toten Winkel von rechtsabbiegenden Lkw stehen, wird in Glienicke an der Hauptstraße/Ecke Märkische Allee aufgestellt.

Erfolg mit Petition

Über eine Petition hatten sich Anwohner und Eltern von Schülern rund um Martin Jablonski-Zimare dafür eingesetzt, diesen unübersichtlichen Kreuzungsbereich in Glienicke zu entschärfen – am besten mit einer Ampel. Nach der Prüfung durch die Straßenverkehrsbehörde wurde keine Ampel, sondern der "Bike-Flash" empfohlen. Allerdings wird dieser Bereich noch durch einen Baum verdeckt, der zunächst gefällt werden müsste.

Diese blinkende Warnsäule ist mit Wärmesensoren ausgestattet, die bei allen Lichtverhältnissen reagieren und Radfahrer aus einer Entfernung von 40 Metern wahrnehmen. Der "Bike-Flash" überwacht sozusagen den toten Winkel. Dadurch sollen tödliche Abbiegeunfälle vermieden werden, wie sie auch in Oberhavel vorkommen. Lkw-Fahrer, genauso wie Autofahrer, werden durch leuchtende LED-Bügel in unterschiedlicher Höhe angeblinkt und auf Radfahrer an der Kreuzung hingewiesen. Dieses optische Warnsignal bleibt für den Lkw-Fahrer während des gesamten Abbiegevorgangs sichtbar, in der Frontscheibe, im Beifahrerfenster und dann im Rückspiegel.So kann der Fahrzeugführer jederzeit sofort reagieren, auch wenn er schon angefahren ist. Aber auch der Radler wird gewarnt und kann sich entsprechend verhalten. Diese Warnsäulen sind neu. Der erste "Bike-Flash", den eine Husumer Firma entwickelt hat, wurde Mitte November 2018 in Hannover-Garbsen aufgestellt.

Neben modernster Technik wird in Oberhavel auch auf Altbewährtes gesetzt. So wurde kurz vor der Einschulung in Bötzow an der Einmündung zur Dorfaue übergangsweise eine mobile Fußgängerampel aufgestellt. Künftig soll eine richtige Lichtsignalanlage vom Landesbetrieb Straßenwesen installiert werden.

Infokasten

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel

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