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Abenteuer
Die drei vom Balkan-Express

Sven Fröhlich, Tim Weinhold und Markus Schulze (v. l.) aus Klein Muckrow nehmen an der Rallye "Balkan-Express" teil. Drei Monate haben sie sich darauf vorbereitet, seit letztem Mittwoch ist das Trio mit seinem betagten Toyota unterwegs.
Sven Fröhlich, Tim Weinhold und Markus Schulze (v. l.) aus Klein Muckrow nehmen an der Rallye "Balkan-Express" teil. Drei Monate haben sie sich darauf vorbereitet, seit letztem Mittwoch ist das Trio mit seinem betagten Toyota unterwegs. © Foto: privat
Jörg Kühl / 28.08.2019, 06:30 Uhr
Klein Muckrow Ein stinknormaler Toyota Avensis Kombi. Gut 20 Jahre alt, silbergrau, Benziner, Frontantrieb. Auf dem Dach eine Metallbox, rings um die Karosse Aufkleber: "SAC Super Adventure Club" und "Balkan Express". Außerdem, wie bei jedem richtigen Rallye-Fahrzeug, die Namen der Piloten: Tim (Tim Weinhold), Harry (Markus Schulze) und Meckie (Sven Fröhlich). "Wir haben uns für die Anschaffung  des Autos ein großzügiges Limit gesetzt: 500 Euro", erzählt Tim lachend.

Die drei jungen Männer stammen aus Klein Muckrow und sind seit Kindesbeinen an befreundet. Deshalb konnten sie es auch wagen, im Hochsommer mehrere Tausend Kilometer weit in einer Blechbüchse eingepfercht zu sein. An der aktuellen Oldie-Rallye "Balkan-Express" nehmen 160 Teams mit gut 350 Fahrern teil. Das "heilige Blech" muss laut Reglement ein unverbasteltes Serienfahrzeug sein. Kleine Anbauten, wie Dachgepäckträger oder zusätzliche Rallye-Scheinwerfer, sind erlaubt. Der Veranstalter, der Super-Adventure-Club, fordert, dass sich die Piloten wie anno dazumals auf Karte und Kompass, Schilder und ortskundige Passanten verlassen. GPS und Navi sind strikt tabu. Die Teams werden verpflichtet, keine Autobahn zu benutzen.

Gut drei Monate hatten sich die Klein Muckrower auf den Roadtrip vorbereitet. Das Auto, das "von jemandem aus dem Dorf" stammt, hat das Trio jedoch erst vor vier Wochen erhalten. Die Dachbox hat Markus, von Beruf Metallbauer, selbst gefertigt. Aufs Material kommt es an, denn: Die ersten Teams haben schon aufgegeben, weiß Tim: "Die sind schon wieder auf der Heimreise."

Klopfen auf das Armaturenbrett

Gestartet war das Team, noch ohne Sven, letzten Mittwoch in Klein Muckrow. Familienmitglieder und Bekannte aus dem Dorf winkten dem beladenen Gefährt hinterher. In Dresden pickten sie den Dritten im Bunde auf, dann konnte es losgehen.

Mittlerweile befindet sich das Trio in Bulgarien, bei Tachostand 353 313 Kilometer. "Es sieht momentan nicht danach aus, dass er stirbt"; sagt Tim zum "Gesundheitszustand" des betagten Toyota. Klopfen auf das Armaturenbrett. Denn noch ist die Reise bei weitem nicht beendet. "2267 Kilometer haben wir erst in den Knochen", sagt Tim nach einem Blick auf den Zählerstand. Das seien etwa 30 Prozent der Fahrtstrecke.

Die letzte Nacht haben die Klein Muckrower in Sofia verbracht. "Eine herrliche Gegend, alle sind super-nett", findet Tim, der mit seinem Handy den Kontakt zur Außenwelt aufrechterhält. Überall, wo die Jungs mit ihrem Fahrzeug auftauchen, werden sie von lächelnden Menschen empfangen. "Man wird überall angeguckt mit dem Ding!" Auch innerhalb des Teilnehmerfeldes herrscht gute Stimmung. "Gestern haben wir mit einem Team aus der Schweiz in der Altstadt von Bukarest gesessen."

Das fernste Land, das die Klein Muckrower durchqueren wollen, ist Albanien. Von dort geht es wiederum quer durch den Balkan über Salzburg zurück in die Heimat.

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