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Universitätsstandort
Als in Fürstenwalde Studenten paukten

Auch das Gymnasium in der Eisenbahnstraße, im Bild der Entwurf von 1864, findet bei "GGG" Erwähnung: Wolfgang Andres, Hans Hellmuth und Guido Strohfeldt (v.l.) bereiten die 8. Auflage vor.
Auch das Gymnasium in der Eisenbahnstraße, im Bild der Entwurf von 1864, findet bei "GGG" Erwähnung: Wolfgang Andres, Hans Hellmuth und Guido Strohfeldt (v.l.) bereiten die 8. Auflage vor. © Foto: Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 11.09.2019, 20:55 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Wo heute Informationstafeln und Ausstellungsstücke an Fürstenwaldes Geschichte erinnern, ging Wolfgang Andres 1945 zur Schule. "Im Jahr darauf zog die Mittelschule dann in die Eisenbahnstraße", sagt er. Das heutige Museum wurde Oberschule.

Im Unterricht von Gerhard Goßmann habe er einst Zeichnen gelernt, fügt Andres an. Das Singen allerdings lag ihm mehr: Als sich 1946 der Kammerchor Fürstenwalde als Jugendchor "Geschwister Scholl" in der Berufsschule, der heutigen Musikschule, gründete, war der 87-Jährige dabei.

Mittlerweile ist Andres nicht nur Ehrenvorsitzender des Chores, sondern auch Initiator der Veranstaltungsreihe "Geschichte, Gedichte, Gesang". Bis zur 750-Jahrfeier Fürstenwaldes 2022 widmet sie sich jedes Jahr einem anderen Thema – beim Konzert am 3. November im Dom St. Marien steht das Sozial- und Bildungswesen in Fürstenwalde im Mittelpunkt.

"Die berühmte Fürstenwalder Schul" lobpreiste Bürgermeister Lotichius schon 1679 in seiner Stadtchronik. Tatsächlich, so hat es Museumsleiter Guido Strohfeldt recherchiert, gab es im 17. Jahrhundert eine Schule in Fürstenwalde, die zahlreiche Absolventen an die Universität in Frankfurt entsandte. "Die Popularität dieser Schule war sicher auch ein Grund für die Viadrina, Fürstenwalde als Ausweichquartier für den Fall von Pestepidemien zu sehen", so Strohfeldt. Dreimal war Fürstenwalde im 17. Jahrhundert Universitätsstadt.

Von der Entwicklung der städtischen Schullandschaft seit Einführung der Schulpflicht 1717, den ersten "Kleinkinderbewahranstalten" sowie Bildungseinrichtungen wie Museum, Bibliothek und Volkshochschule wird der Museumsleiter im Verlauf der Veranstaltung berichten. Dazwischen rezitieren Pfarrer im Ruhestand Martin Haupt und drei Schüler des Oberstufenzentrums Palmnicken aus historischen Quellen wie dem Fürstenwalder Wochenblatt oder den Erzählungen von Pfarrer Paul Fleischmann, Abiturient des Fürstenwalder Gymnasiums, der den Schulalltag um 1880 beschrieb. "Wir haben alle Schulen angeschrieben und um Material gebeten", sagt Hans Hellmuth, Vorsitzender des Kammerchores. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium etwa habe ein Heft mit alten Abiturthemen zur Verfügung gestellt.

Kartenverkauf ab Oktober

"Dazu würde sich anbieten, dass wir das russische Alphabet singen", sagt Chorleiter Rudolf Tiersch. In diesem Jahr, so der Plan des Chores, sollen die Lieder jeweils passend zu den vorgetragenen Texten erklingen und nicht erst als Abschluss eines Themenbereichs. Außer Mitsinglieder werden die rund 40 Mitglieder bei der 8. Auflage von "Geschichte, Gedichte, Gesang" Volkslieder wie "Die Gedanken sind frei" und internationale Studentenlieder anstimmen. Noch hat der Kartenvorverkauf nicht begonnen; bis Mitte Oktober, kündigt Andres an, sollen die Programmhefte und Eintrittskarten gedruckt sein.

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