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Vernissage
Galerie in Friedland zeigt Zeichnungen aus dem Dorf

Jörg Kühl / 14.09.2019, 09:45 Uhr - Aktualisiert 15.09.2019, 13:59
Friedland (MOZ) In der Turmgalerie der Burg Friedland sind 56 Arbeiten des Weichensdorfer Zeichenzirkels ausgestellt.

Ein Idyll hinter dem ehemaligen Gutshaus in Weichensdorf: Saftig grüne Wiesen, darauf ein Schafstall, drumherum ein halb verfallener Holzzaun. Das Bild stammt von Manuela Wödl. Sie hat den Weichensdorfer Zeichenzirkel im Jahr 2000 initiiert.

"Ich war damals als ABM beim Demokratischen Frauenbund beschäftigt und habe in Weichensdorf den Frauenladen geleitet", erinnert sich die Weichensdorferin. Weil sie sich persönlich für Kunst interessiert, fand sie in Waltraut Johne, die ebenfalls im Dorf wohnt, sofort eine willige Ansprechpartnerin. Waltraut Johne war damals schon viele Jahre lang im Beeskower Kunstkreis aktiv.

Schnell versammelte sich eine Schar von Menschen um das Duo. Zu den Mitgliedern der ersten Stunde zählt Christa Reschke. Die schätzt Waltraut Johne als Erzieherin ihrer fünf Kinder. "Waltraut Johne hat als Mutter schon Kunst in den Kindergarten reingebracht. Daher machte ich beim Zeichenzirkel gleich mit."

Zehn Mitglieder zählen zum harten Kern der Truppe, die sich bis heute regelmäßig im Haus der Generationen in Weichensdorf trifft: Neben Waltraut Johne, Manuela Wödl und Christa Reschke sind dies Renate Schniegler, Bärbel Modrzejewski, Martina Mueller-Schlomka, Marita Koschack, Birgit Maaß, Renate Noack und Rita Lorenz. Bei der Begrüßung der Gäste würdigte Waltraut Johne auch das Engagement der bereits verstorbenen Mitglieder Christa Balzer und Evelin Schmidt.

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Vernissage des Weichensdorfer Zeichenzirkels auf Burg Friedland

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Mit rund 50 Gästen war die Vernissage in der Turmgalerie außergewöhnlich gut besucht. Zahlreiche Mitglieder des Kunstkreises Beeskow waren der Einladung gefolgt. Auch Theo Böll, Eigentümer des Altstadthauses in der Kirchgasse, in dem der Kunstkreis logiert, hatte es sich nicht nehmen lassen, an der Veranstaltung dabei zu sein. Nach mehreren Klavierstücken von Waltraut Johnes Enkelinnen Franeka, Sonka und Ildiko Johne konnten die Besucher die Bilder, die auf drei Räume aufgeteilt sind, betrachten.

Hartwig Jung aus Weichensdorf, der mit Tochter Myriam und Enkelsohn Leo zur Vernissage erschienen war, freue sich, dass die Zeichnung einer Rad-Heftmaschine so prominent platziert worden war. "Die Maschine steht bei mir im Kuhstall." Es ist typisch für die Weichensdorfer Zeichnerinnen – es sind ausnahmslos Frauen im Alter von 53 bis 80 Jahren – dass sie Objekte in ihrer unmittelbaren ländlichen Umgebung abzeichnen. So entstehen Stillleben mit Obst und Gemüse, Gartenbaugeräten, Vogelfedern, Zweigen, Blättern, Blüten und vielem mehr.

Bereits kurz nach der Gründung des Zeichenzirkels hatte die Gruppe ein "Dreh- und Kippbuch Weichensdorf" produziert, das schnell nachgedruckt werden musste. Es enthält Zeichnungen er Gruppe sowie Texte von Kurt Reschke. 2003 folgt die Ausstellung "Pastelle" in der Raiffeisenbank Beeskow. 2004 fertigen die Frauen sämtliche Transparente zur 650-Jahr-Feier von Weichensdorf. 2006 werden gleich zwei Ausstellungen in der Turmgalerie eröffnet: "Der Sommer kommt gewiss" und "abstrakt&kurios". 2007 erscheinen die "Friedlandbilder" in der Turmgalerie. Sie sind auch in Buchform gedruckt worden. Aus dieser Zeit sind auch Bilder in einem der Räume der aktuellen Ausstellung zu sehen. 2010 folgt in der Raiffeisenbank Beeskow "Das leere Blatt" sowie 2015 "Stehengeblieben". Dazwischen, im Jahr 2012, nehmen die Mitglieder des Zeichenzirkels an einem Künstler-Pleinair in Friedlands und Beeskows polnischer Partnerstadt Sulecin teil.

Bilder der Zeichenzirkels hängen auch in öffentlichen Gebäuden, etwa in der Kreuzkapelle Weichensdorf, in der Arztpraxis Drewke in Friedland sowie in der Friedländer Burgschänke.

Am Ende der Vernissage ist nicht nur Hartwig Jung zufrieden: "Eine sehr gelungene Ausstellung", so der Weichensdorfer, der sich als Mitglied des Seniorenbeirats der Stadt Friedland nicht nur kulturell, sonder auch auch sozial engagiert. Positiv überrascht habe ihn das Ambiente der Turmgalerie. "Da bin ich heute das erste Mal!"

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