Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Leichtathletik
Jugend testet auf längeren Strecken

Hagen Bernard / 09.10.2019, 06:00 Uhr
Storkow (MOZ) Der 41-jährige Stefan Kühlberg benötigte bei optimaler Herbst-Witterung 53:21 Minuten für die 15 Kilometer. Bereits als Gesamtzweite erreichte Vorjahressiegerin Carolin Mattern (OSC Berlin) mit 3:54 Rückstand das Ziel. Die 36-jährige Bahnspezialistin hatte auf Lucas Zimmermann aus Falkenberg (M 20) 1:59 Minuten Vorsprung.

Drittbester Mann war Markus Padberg aus Bugk (M 20/59:53). Ihnen folgte mit dem Fürstenwalder Tobias Streit (M 30/1:00:53 Stunde), dem Hangelsberger Jörg Schladitz (M 50/1:01:10) und dem Frankfurter Olaf Gärtner (M 45/1:01:43) gleich eine Phalanx an Athleten aus der Region. Zweitschnellste Frau war die Frankfurterin Bettina Weiß (W 40/1:11:01) vor der Eisenhüttenstädterin Beate Ledwig (W 50/1:12:32).

Während den Hauptwettbewerb mit 104 Läufern und Walkern eher die Erfahrenen frequentierten, tummelten sich auf den Distanzen über 4 (24 Starter) und 8 Kilometer (mit Walkern 90) eher die Nachwuchsathleten.

Über die kurze Distanz gab es dabei mit den 15-jährigen Florian Kuphal (15:51) und Ben Valentin Hohendorf (16:11) einen Doppelerfolg für den OSC Potsdam. Schnellste Läuferin war Emily Quast (14) vom VfL Rathenow (17:34). Die zwölfjährige Eisenhüttenstädterin Marie Luise Ledwig war mit 19:40 Gesamtdritte hinter der gleichaltrigen Lucy Stamer vom Kyritzer LV.

Ebenfalls um Brandenburg- bzw. Oder-Spree-Cup-Punkte gelaufen wurde vorzugsweise von den etwas Jüngeren auf der Acht-Kilometer-Distanz. Auch hier war der OSC Potsdam mit dem 19-jährigen Hendrik Feige (28:04) und dem zwei Jahre jüngeren Maximilian Wollnik (28:18) zu zweit auf dem Treppchen vertreten. Mit Nicole Streit aus Fürstenwalde(W 40/34:05), Chiara Schirmer (W 20/SV Zirbel/34:43) und Jana Heinrich (W 50/Potsdamer Laufclub/35:10) kamen drei ältere Athletinnen ganz vorn ein, für die diese Distanz in der Cup-Wertung ein Nebenwettbewerb war. Somit blieb der 16-jährigen Luisa Kisan vom KSC Strausberg in 35:33 Minuten der eigentlich verdiente Podestrang in der Gesamtwertung verwehrt, den sie in Storkow im vergangenen Jahr als Dritte eingenommen hatte.

Mehr Glück hatte die frischgebackene Zweite bei den Berlin-Brandenburger Meisterschaften im Fünf-Kilometer-Straßenlauf der U 18 drei Tage zuvor beim Strausseelauf über 9,2 Kilometer gehabt. Dort profitierte die Führende der Landesbestenliste im 1500-m-Hindernislauf davon, dass hinter der souveränen Frauen-Siegerin Mareike Dottschadis (LAC Olympia Berlin) die ganz große Konkurrenz fehlte. So war die Elftklässlerin vom Bechstein-Gymnasium in Erkner mit einer Steigerung auf dem zweiten Streckenabschnitt und einem fulminanten Spurt noch Gesamt-zweite geworden.

"Mal sehen, wie gut Luisa den langen Kanten verkraftet, sie ist ja zum ersten Mal um den ganzen See gelaufen", hatte Vater Lars vor dem Start in Storkow noch angemerkt. Er konnte diese eigentlich eher rhetorische Frage aber abhaken – seine bei 1,76 Metern Größe um die 60 Kilogramm wiegende Tochter war einige Sekunden schneller als im Vorjahr. Damit hatte sie sich in ihrer Altersklasse U 18 durchgesetzt, wie ihre Mutter Bettina in der W 45.

Wechsel von Gaselan zum KSC

Einige Jahre waren die in Grünheide wohnenden Kisans sogar zu Viert bei den Läufen anzutreffen. Während aber der pubertierende Sohn Richard wenig Lust auf das schweißtreibende Rennen verspürt, muss Vater Lars Kisan auf Grund von Rückenproblemen passen. So richtet sich der Fokus der Familie auf die mehrfache Cross-Landesmeisterin Luisa, die nach mehreren Jahren des eher sprung- und sprintorientierten Trainings bei der SG Gaselan Fürstenwalde vor einigen Monaten zu ihrem einstigen Verein KSC Strausberg zurückgekehrt ist. Dort liegt der Fokus mehr auf den längeren Laufdisziplinen.

Leistungskurs in Mathe

Sowohl die Trainingsfahrten nach Fürstenwalde als auch nach Strausberg werden von Eltern und Großeltern unterstützt. "Mit dem verstärkten Laufen ist bei Luisa auch wieder der Spaß an der Leichtathletik zurückgekehrt. Sie trainiert meist dreimal wöchentlich, manchmal auch mehr. Doch wenn etwa eine Klassenarbeit ansteht, dann geht die Schule vor", erklärt Lars Kisan.

Obwohl seine Tochter am Gymnasium den Leistungskurs Mathematik belegt – schließlich war ihre Oma Mathe-Lehrerin –, will sie sich beruflich in Richtung Medizin orientieren. So wie ihr Vorbild Jördis Krüger, die als Gynäkologin in Hannover arbeitet. Die 32-Jährige war regelmäßig bei Deutschen Meisterschaften im Crosslauf und gelegentlich auch über 3000-m-Hindernis gestartet – zuletzt für den KSC.

"Jördis erstellt die Trainingspläne, Paul Fengler leitet das Training in Strausberg", informiert der Vater. Auch aus beruflicher Sicht sieht er gute Chancen, dass Jördis Krügers Fußstapfen auch Luisa Kisan passen. "Sie hat in der Schule fast nur Einsen. Dabei fällt ihr wie im Sport nicht unbedingt alles zu, doch mit ihrer Ausdauer kann sie einer Frage stundenlang auf den Grund gehen. Für mich ist der Ausdauersport sehr hilfreich, auch im schulischen Bereich hartnäckig bei der Sache zu bleiben. Dafür gibt es bei den Leichtathleten einige gute Beispiele."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG