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Fontane-Lesung auf der Burg Beeskow

Til Sailer stellt in Beeskow sein neues Buch "Wegspur Fontane. Eine Nachlese im Ruppiner Land" vor.
Til Sailer stellt in Beeskow sein neues Buch "Wegspur Fontane. Eine Nachlese im Ruppiner Land" vor. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 09.10.2019, 08:00 Uhr
Beeskow Für einen Beitrag zum Fontane-Jahr anlässlich seines 200. Geburtstages war am Freitag der Bad Saarower Schriftsteller Till Sailer auf die Burg Beeskow gekommen, um sein Buch "Wegspur Fontane. Eine Nachlese im Ruppiner Land" vorzustellen. In seinen Schlussbemerkungen schreibt er: "Fontane könnte als ein Urvater der Grünen gelten. Er steht für ein neues Verhältnis zur Natur und hat vor allem den bürgerlichen Zeitgenossen ein Gefühl für die Naturschönheiten am Wegrand vermittelt." Das lässt sich für ganz Brandenburg sagen wie auch die Beschreibung und Charakterisierung des Adels und der einfachen Leute. In dem Kapitel "Karwe", wohin der Bad Saarower Fontane nachwanderte, kommen beide vor: der berühmte alte von dem Knesebeck und dessen Sohn auf der einen Seite, auf der anderen das Faktotum und der Lehrer.

Letzterer hatte sowohl Franz Fühmann zwischen 1966 und 1968 als Nachwanderer als auch 1969 dem Grünheider Lothar Lang die Episode erzählt, wie der junge Knesebeck wegen der Verdienste eines Vorfahrens bei Russlands Kampf gegen Napoleon nach 1945 ehrerbietig von den sowjetischen Offizieren behandelt wurde. Was die Natur betrifft, lädt der Schriftsteller zu der Entdeckung des bemerkenswerten Künstlers Matthias Zágon Hohl-Stein in der alten Schäferei von Karwe ein, wo ein "moderner Museumspark" entstanden ist.

Als Till Sailer nach Radensleben kam, erinnerte er sich an seinen Kuraufenthalt als Zehnjähriger im dortigen Schloss. Es hätte schön werden können, wäre da nicht ein politisch diktatorischer Heimleiter gewesen. In Köpernitz wiederum wanderten seine Gedanken nach Schulzenhof hinüber, wo Eva Strittmatter lebte, die er persönlich gekannt hatte.

So schildert Till Sailer die Erlebnisse, Gedanken und Erinnerungen einer Reihe von Nachwanderern, er selbst eingeschlossen. Im anschließenden Gespräch mit dem Autor wurden viele Parallelen zum Land zwischen Oder und Spree deutlich, und man kam auch auf den hiesigen Adel zu sprechen mit der Erkenntnis: Die Geschichte Brandenburgs ist ohne den Adel nicht zu denken.

Till Sailer, Wegspur Fontane. Eine Nachlese im Ruppiner Land. 19,55 Euro.

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