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Schloss
Ambitionierte Pläne für das Schloss in Groß Rietz

Den Kaufvertrag für das Gelände der ehemaligen Brennerei des Schlosses hat Percy Bongers bereits unterzeichnet. Für das Schloss selbst liegt ein ambitioniertes Konzept vor, welches jedoch auch darüber hinaus gehende Ideen enthält.
Den Kaufvertrag für das Gelände der ehemaligen Brennerei des Schlosses hat Percy Bongers bereits unterzeichnet. Für das Schloss selbst liegt ein ambitioniertes Konzept vor, welches jedoch auch darüber hinaus gehende Ideen enthält. © Foto: Monika Rassek
Monika Rassek / 09.10.2019, 08:15 Uhr
Groß Rietz (MOZ) Die baufällige Brennerei, die einst zum Schloss Groß Rietz gehörte ist verkauft, einschließlich dem denkmalgeschützten Schornstein mit Storchennest. Der Besitzer heißt Percy Michael Bongers und ist derzeit Mieter im Schloss. "Die Störche können  bleiben", sagt Bongers, der auf dem Gelände Künstlerateliers plant und ambitionierte Pläne verfolgt. "Schloss Groß Rietz wird das kulturelle Zentrum der Region", schreibt Bongers in seinem Nutzungskonzept, dass er als Kaufinteressent für das Schloss abgegeben hat.

Denn, noch bieten die Makler Engels & Völkers das Schloss im Auftrag der Brandenburgischen  Schlösser GmbH für 1 050 000 Euro zum Verkauf an. Obwohl es mehrere Interessenten, Gebote und Konzepte gibt, hüllt sich Pressesprecherin Ursula Schirmer in Schweigen. Sie schreibt auf Anfrage: "Sobald Ergebnisse zu vermelden sind, werden sie kommuniziert."

Selbst die Gemeinde wird nicht mehr einbezogen. "Früher hatten wir guten Kontakt", sagt Olaf Klempert, Bürgermeister der Gemeinde Rietz-Neuendorf. Jetzt aber würden seine Briefe nicht mehr beantwortet. Für drei vorliegende Konzepte habe die Gemeinde eine Empfehlung geschrieben, weil der Park und Teile des Schlosses für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben sollen. "Als erster hat ein Mediziner sein Konzept der Gemeinde vorgelegt", sagt Klempert. "Er plant, eine teilweise private Nutzung, beabsichtigt aber, das gemeinschaftliche Leben mit Literaturgesprächen und Ausstellungen zu bereichern." Geplant sei auch eine Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, die in Sauen einen Standort hat.

"Im Kaufvertrag mit der Schlösser GmbH wurde damals festgeschrieben, dass der Schlosspark und ein Teil des Schlosses für die Anwohner zugänglich bleiben muss." Dieser Passus sei auch in den künftigen Kaufvertrag mit dem neuen Eigentümer zu übernehmen. Das liegt dem Bürgermeister sehr am Herzen: "Das Schloss darf sich nicht zu einem  in sich geschlossenen Fremdkörper entwickeln, auf den die Einwohner von Groß Rietz nur noch verstohlene Blicke auf den Schlosspark werfen können."

Inzwischen liegen weitere Konzepte vor. Der Bio-Unternehmer Andreas Abele hätte das Schloss gern als Firmensitz. Der Unternehmer möchte mit der regionalen Landwirtschaft zusammenzuarbeiten. Zwölf bis 15 Vollzeitarbeitsplätze sollen entstehen. Eine öffentliche Nutzung für Ausstellungen und Veranstaltungen der Gemeinde sowie Veranstaltungen zum Thema Ernährung und Gesundheit. Im Erdgeschoss sind Büros und Besprechungsräume geplant, das Obergeschoss als Wohnräume für die Geschäftsführer.

Idee mit Strahlkraft

Und auch das Konzept des derzeitigen Pächters liegt vor. Percy Bongers ist der Gründer eines Beratungsunternehmens für digitale Transformation mit Sitz in Hamburg und denkt größer. "Das Schloss Groß Rietz braucht eine Idee mit Strahlkraft und Bedeutung! Groß Rietz braucht eine Attraktion", heißt es im Konzept des 64-Jährigen. Der Enkel des Dresdener Malers Theodor Rosenhauer bringt eine familiäre Motivation mit: "Das Werk meines Großvaters soll dabei im Mittelpunkt eines künftigen Museumsbetriebs in Groß Rietz stehen." Drei Sammlungen werde das Schloss beherbergen, die in die Theodor Rosenhauer Stiftung eingebracht und finanziell so ausgestattet sein wird, dass der Museumsbetrieb ohne staatliche Förderungen auskommen wird. Über Geld spricht der Unternehmer nicht gern. Aber er hat als Mieter schon so einiges für die Umsetzung seines Plans in das Schloss investiert – obwohl der Mietvertrag regulär 2022 endet.

Denkmalschutz mit Tücken

Ende des 17. Jahrhunderts legte der Bauherr des Schlosses Groß Rietz,  Hans-Georg von der Marwitz, Wert auf Aufmerksamkeit, und so warb er für sein Barockschlösschen mit dem Zusatz "schön wie Versailles". Doch Schönheit ist nicht alles. So ist die Treppe im Eingangsbereich zwar opulent, aber nicht barrierefrei. Denkmalschutz birgt so manche Tücke. Auch ist die Restaurierung, die damals knapp fünf Millionen Euro kostete, schon lange her, so dass inzwischen wieder investiert werden muss.

Auch der schöne Park ist immer noch wegen Windbruch, so steht auf den Schildern, gesperrt. Dabei soll dieser laut Kaufvertrag öffentlich zugänglich sein. Eine diesbezügliche Anfrage wurde seitens der Schlösser GmbH nicht beantwortet.⇥mor

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