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Eis-Manufaktur
Beeskows preisgekrönte IceGuerilla ist angeschlagen - macht aber noch weiter

Gekühlte Köstlichkeiten: Ralf Schulze (Mitte) präsentiert Besuchern in der Eismanufaktur der Firma IceGuerilla in Beeskow eine Fertigungsstrecke (Bild vom Mai). Die in Beeskow als "Eisfabrik" bekannte Produktion wurde im August 2018 eröffnet.
Gekühlte Köstlichkeiten: Ralf Schulze (Mitte) präsentiert Besuchern in der Eismanufaktur der Firma IceGuerilla in Beeskow eine Fertigungsstrecke (Bild vom Mai). Die in Beeskow als "Eisfabrik" bekannte Produktion wurde im August 2018 eröffnet. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 22.10.2019, 07:45 Uhr - Aktualisiert 22.10.2019, 08:53
Beeskow (MOZ) Von außen wirkt die neue Beeskower Eiscrèmefabrik IceGuerilla am Montag wie immer: Auf den akkuraten Rasenflächen bewegen sich Mähroboter auf und ab, ein Traktor pflügt das benachbarte Feld um. Nur eine Handvoll Männer, die vor dem Werkstor in einer Gruppe zusammenstehen und diskutieren, verweisen auf die besondere Situation: Am Freitag hatte der Eigentümer der Eisfabrik, Ralf Schulze, gegen-über dieser Zeitung von der Insolvenz der Manufaktur berichtet. Grund sei, dass die Suche nach einem Investor ergebnislos geblieben sei. Ziel des Insolvenzverfahrens sei die Beibehaltung des Betriebes. Die Produktion werde fortgesetzt, alle Aufträge abgearbeitet. Ferner informierte Schulze, dass der Online-Eisvertrieb von dem Insolvenzverfahren ausgeschlossen sei, auch der Betrieb des Beeskower Kinos Schukurama sei vom Verfahren nicht betroffen.

Am Montag erschien als vorläufiger Insolvenzverwalter der Berliner Rechtsanwalt Christian Otto in Beeskow. Auf einer Betriebsversammlung wurden die Mitarbeiter über den neuen Sachstand des Verfahrens unterrichtet. Weder Eigentümer Schulze noch der vorläufige Insolvenzverwalter Otto waren am Montag für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Eisfabrik wurde Ende August 2018 eröffnet. Rund 6,3 Millionen Euro waren zum damaligen Zeitpunkt in die Manufaktur investiert worden. Im Frühjahr dieses Jahres waren 16 Mitarbeiter in der neuen Produktionsstätte beschäftigt.

Die Firma IceGuerilla gilt bisher als Hoffnungsträger in der Region. 2017 wurde das Unternehmen für seine innovative Idee, Eis per Onlineshop deutschlandweit zu versenden, mit dem Zukunftspreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Mehrere eigene, sowie im Franchise-System betriebene Filialen vertreiben die gekühlten Spezialitäten unter anderem in Berlin, München, Düsseldorf und Beeskow. 2012 wurde das Vanilleeis des Beeskower Herstellers zum besten Deutschlands gekürt. Bekannt wurde das Eis auch durch eine Verkostung Thomas Gottschalks vor laufenden Kamera.

Beeskows Bürgermeister Frank Steffen zeigte sich am Montag bestürzt über das eingeleitete Insolvenzverfahren für die Eismanufaktur. Er hoffe, vor allem im Sinne der Mitarbeiter, dass der Betrieb fortgesetzt werden kann.

Speiseeis aus Beeskow

Die Manufaktur IceGuerilla wurde im 2018 im Beeskower Gewerbegebiet Charlottenhof eröffnet. Inhaber sind die Beeskower Unternehmer Ralf und Monika Schulze. Rund 6,3 Millionen Euro waren zum Eröffnungszeitpunkt in die Manufaktur investiert worden. Im Frühjahr waren 16 Mitarbeiter in der neuen Produktionsstätte beschäftigt (jüngste vorliegende Zahl). Sie bewältigen eine Tagesproduktion zwischen 800 Kilogramm und 1,6 Tonnen Eis. Die maximale Kapazität beträgt vier Tonnen Speiseeis pro Tag. Neben eigenen Filialen und Franchise-Verkaufsstellen werden auch Hotels und Res­taurants beliefert.⇥jök

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