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Großinvestition
Arbeiten an neuer Plattenpresse in vollem Gang

Baustelle im Blick: Werksleiter Arman Fatunz und sein Stellvertreter Stefan Schur besichtigen die Baustelle. Der untere Teil der Spanplattenpresse ist bereits aufgebaut.
Baustelle im Blick: Werksleiter Arman Fatunz und sein Stellvertreter Stefan Schur besichtigen die Baustelle. Der untere Teil der Spanplattenpresse ist bereits aufgebaut. © Foto: Jörn Tornow
Jörg Kühl / 07.11.2019, 17:25 Uhr - Aktualisiert 07.11.2019, 20:07
Beeskow (MOZ) Die Arbeiten am Beeskower Spanplattenwerk liegen im Plan.

Kräne kreisen auf dem Gelände des Beeskower Spanplattenwerks. Ein Trupp von Arbeitern mit Klettergeschirren marschiert durch die Werkstraße, vorbei an der gerade errichteten Halle für die fabrikneue Spanplattenpresse. Das Bauwerk ist beeindruckend: 120 Meter lang, 18 Meter breit und 12 Meter hoch. Oben, dicht unter dem First, installieren Monteure eine Sprinkleranlage. Die Männer werden mit Hilfe von Hubsteigern in ihre Arbeitspositionen gebracht.

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Beeskower Spanplattenwerk: Halle steht bereits

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Das Fundamt für die 1500 Tonnen schwere neue Spanplattenpresse ist bereits fertiggestellt. Auch die unteren Rahmen der Anlage sind montiert. Eine riesige Trommel, die nach der Inbetriebnahme für den Vortrieb des Werkstücks sorgen soll, lässt die Dimension der Anlage erahnen. Wurden mit der bestehenden Spanplattenpresse Werkstücke von jeweils 19 Metern im Takt gepresst, produziert die neue Anlage ein endloses Werkstück, das erst am Ende in Stücke geschnitten wird. Hier kommt eine Doppel-Diagonalsäge zum Einsatz. Diagonal deshalb, weil das Sägeblatt mit dem kontinuierlich nachrückenden Werkstück diagonal mitgeführt wird: Hightech pur. Überhaupt wird die neue Spanplattenanlage neuesten Technologien entsprechen. "Industrie 4.0" nennt der erst 35 Jahre alte Werkleiter Arman Fatunz, der seinen Posten im April von Jan Riekert übernommen hatte, das passende Stichwirt. In diesem Standard werden künftig auch die Lehrlinge geschult. Für das neue Lehrjahr, das im September beginnt, können sich laut Werkleitung noch Interessenten bewerben. Freie Ausbildungsplätze gibt es in den Berufsbildern Industriemechaniker für Instandhaltung und Elektroniker für Betriebstechnik.

Die Arbeiten für die neue Anlage liegen laut Fatunz im Plan. Dennoch will er sich nicht auf den Tag genau festlegen lassen. "Im Frühjahr", so so sei es vorgesehen, werde die erste Spanplatte produziert. Und zwar in einer Fertigungsgüte, die die Produkte der bisherigen, 1979 angefahrenen Anlage, übertreffe. So verlassen die Platten die Presse mit wesentlich glatterer Oberfläche, was den Schleifaufwand verringert. Außerdem werden die Platten in der Dichte gleichmäßiger sein. Weiterverarbeitet werden sie übrigens in einem Gebäudeteil, das zur Keimzelle des Spanplattenwerks gehört, in der 1966 errichteten Fertigungshalle. Dort werden unter anderem die Kühlwender und die Schleifstraße installiert. Produzierte man damals 30 000 Kubikmeter Spanplatten, wird die neue Anlage 375 000 Kubikmeter pro Jahr schaffen. "Uns geht es bei dieser Investition aber eher um den qualitativen Fortschritt und um die Effizienz", versichert der Werkleiter.

Die Abluft wird gefiltert

Der typische Spanplattenduft, der bei vielen Beeskowern geteilte Meinungen hervorruft, wird sich mit Inbetriebnahme der neuen Anlage deutlich verringern. Denn die Abluft der Produktionsanlage wird mit Hilfe eines Luftfilters mit Nassreinigung nachbearbeitet. Bisher erledigt dies ein trockener Luftfilter. Mit rund 53 Millionen Euro ist das Vorhaben der Sonae-Arauco-Gruppe in Beeskow eine der größten Investitionen überhaupt. Für Werkleiter Fatunz stellt sie ein klares Bekenntnis zum Standort und seine fachlich geschulten Mitarbeiter dar. In Beeskow sind rund 300 Menschen im Werk beschäftigt.

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