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Eiserne Hochzeit
Große Aufgaben gemeinsam gemeistert

Jörg Kühl / 30.11.2019, 07:00 Uhr
Pieskow Es ist wohl die erste Eiserne Hochzeit in Pieskow, vermutet Günter Martins. Er muss es aus zwei Gründen wissen: Erstens hat er die Dorfchronik anlässlich der Bewerbung als "Dorf mit Zukunft" gerade erst auf Vordermann gebracht. Und zweitens ist er selbst eine Hälfte des Hochzeitspaars.  Vor 65 Jahren hat Günter Martins seine Käte, die damals noch den Familiennamen "Anton" trug, geehelicht. Diesen Samstag wird das Ereignis im Kreis der Familie, Freunde und Bekannten im Niewischer Gasthaus Schwielochsee gefeiert. Nachmittags wird im Partykeller des Ehepaars weitergefeiert. Dabei werden sicherlich zahlreiche Anekdoten aus dem 65-jährigen Eheleben ausgetauscht.

Das Paar lernte sich im Jahr 1954 kennen. Damals war Günter als Gast beim Ball der Freiwilligen Feuerwehr Lieberose im Lindenhof eingeladen. In Ermangelung einer Tanzpartnerin fragte er die junge Dame vom Kolonialwarenladen, die ihm schon seit längerem angenehm aufgefallen war. "Sie hatte damals blonde Locken bis auf die Schulter. Ich war immer stolz, von diesem Mädchen bedient zu werden", schwärmt der 88-Jährige noch heute. "Er fragte mich, ob ich mitkomme, und ich sagte Ja!", bestätigt die zwei Jahre jüngere Käte. Seit diesem Abend sind die beiden ein Paar. Am 27. November 1954 fand dann die Trauung in der Lieberoser Landkirche statt. Das Paar lebte die ersten Ehejahre im Elternhaus von Käte in Klein Liebitz. "Wir hatten ja noch gar nicht die Möbel für unseren Hausstand zusammen", so Günter. Die fertigte er, als gelernter Tischler, kurzerhand selbst, offenbar in deutscher Wertarbeit: "Unser Schlafzimmer haben wir heute noch!" Im Jahr 1955 kommt das erste Kind, Monika, zur Welt. Ein Jahr später Klaus, das zweite Kind. 1956 zieht die junge Familie nach Pieskow, wo Käte das Haus ihrer Großmutter erbt. Das Ehepaar wird mit noch drei weiteren Kindern gesegnet. 1957 wird Christel, 1961 Jürgen und 1965 Heike geboren: Der Platz wird eng: Von 1970 bis 1971 bauen die Martins am Ortsausgang Richtung Speichrow ein neues Haus, weitgehend in Eigenleistung.

Tanz beim Feuerwehrball

Als Tischler arbeitet Günter Martins bis 1963, anschließend ist er bis 1976 Inspektor bei der staatlichen Versicherung. Von da an, bis nach der Wende, leitet er den Zweckverband Erholung Schwielochsee mit 32 Angestellten, sechs Campingplätzen und 20000 Urlaubern jährlich. Käte Martins knüpft 1972 wieder an ihre Tätigkeit als Verkäuferin an, sie wird Leiterin des Konsum in Pieskow, bis 1987. Anschließend arbeitet sie im örtlichen Erntekindergarten als Erzieherin und in der LPG-Küche Schadow. Seit 1990 ist Käte Martins im Ruhestand, Günter Martins folgt ihr ein Jahr später. Er engagiert sich von 1991 bis 1994 als Ortsvorsteher von Pieskow, kümmert sich seitdem um die Dorfchronik. Das Paar hat in seinem Ruhestand mehrere Dutzend Busreisen zu verschiedenen Zielen innerhalb Europas unternommen. Davon zehren beide noch heute.

Das Paar braucht nicht lange nachzudenken, was sein Erfolgsrezept für diese lange Ehe ist: "Wir hatten mit unseren Kindern und dem Hausbau große, gemeinsame Aufgaben, das schweißt zusammen!" Außerdem habe sich das Paar nie so schlimm gestritten, dass man hinterher nicht mehr zusammenfand: "Das schlimmste war, wenn wir uns ein paar Stunden anschwiegen", so Günter Martins. Inzwischen kann das Paar stolz auf fünf Enkel und sieben Urenkel blicken. Dass Enkelin Susanne mit ihren Kindern Lotte (10) und Paul (9) mit im Dorf leben, ist für das Ehepaar Martins ein Lebensquell: Die Kinder sind fast täglich bei uns, darüber sind wir sehr glücklich!

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