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Versorgung
In Hasenfelde wird das Wasser knapp

Manchmal kommt nur wenig Wasser aus dem Hahn: Detlef Uhlig wohnt im Vorwerk in Hasenfelde. In der Siedlung wird Trinkwasser aus Brunnen bezogen.
Manchmal kommt nur wenig Wasser aus dem Hahn: Detlef Uhlig wohnt im Vorwerk in Hasenfelde. In der Siedlung wird Trinkwasser aus Brunnen bezogen. © Foto: Ruth Buder
Ruth Buder / 03.12.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 03.12.2019, 08:16
Hasenfelde (MOZ) Die meisten Menschen drehen ganz ohne nachzudenken den Wasserhahn auf. Gutes Trinkwasser, das ist normal in Deutschland. Nicht so bei den Hasenfeldern, die im Vorwerk wohnen.

Etwa zwei Kilometer vom Dorf entfernt. Inmitten von Feldern liegt ihre kleine, idyllische Siedlung mit fünf Häusern und zwölf Bewohnern. Die meisten Häuser wurden nach 1945 errichtet. Solange man hier zurückdenken kann, immer wurde das Wasser aus den grundstückseigenen Brunnen geholt. Gehaushaltet wurde schon immer mit dem kostbaren Nass. Doch nach den letzten zwei heißen und trockenen Sommern ist das Problem größer geworden und die Sorge, eines Tages ganz auf dem Trockenen zu sitzen, gewachsen.

Nachdem einige Vorwerker schon bei Ortsvorsteher Ditmar Gatzmaga vorgesprochen haben, schilderten sie Mitte November nun ihr Problem den für sie zuständigen Mitgliedern des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Fürstenwalde. Vertreter der sechsköpfigen Delegation verwiesen darauf, dass das Brunnenwasser "nicht genießbar" und wegen seines hohen Sulfatgehaltes "gesundheitsschädigend" sei. Das hätte ein Gutachten bestätigt. Insbesondere sei das Wasser nicht für Kinder geeignet. Mit ihrem Namen wollen einige Betroffene nicht in der Zeitung genannt werden.

Zu seinem Wort steht allerdings öffentlich Detlef Uhlig. Der 63-Jährige wohnt mit seiner Lebensgefährtin Edith Hintz (76) in dem ältesten Haus im Vorwerk. Wann ihr Brunnen gebohrt wurde, daran kann sich das Paar nicht erinnern. "Im Winter geht es ja mit dem Druck, aber im Sommer tröpfelt es manchmal nur aus dem Hahn. Im Garten sprengen geht gar nicht", sagt Detlef Uhlig. Überall habe er schon Regentonnen aufgestellt, aber ohne Regen sei das sinnlos. Ihr Brunnenwasser, das auch manchmal trüb und sehr kalkhaltig ist, trinken sie nicht.

"Wir wissen ja nicht, was drin ist", sagt Edith Hintz. Die meisten Brunnen im Vorwerk sollen vier bis fünf Meter tief sein, gefördert wird Schichtenwasser. Um bis zum Grundwasser vorzudringen, müsse man viel tiefer gehen. "Ein Anwohner hat einen 50 Meter tiefen Brunnen bauen lassen und dafür 15 000 Euro bezahlt", hat sich Ortsvorsteher Gatzmaga erzählen lassen.

Verband nicht in Kenntnis

Bis zur Sitzung im November hat der zuständige Wasser- und Abwasserzweckverband nichts von den Problemen im Vorwerk gewusst. "Ja, wir wussten, dass da die Bürger ihr Trinkwasser aus Brunnen beziehen, so wie andernorts auch. Denn aus technischen Gründen werden wir nie 100 Prozent aller Haushalte am öffentlichen Netz anschließen können", sagt die kaufmännische Geschäftsführerin Gisela Scheibe. "Aber von den genannten Schwierigkeiten war uns nichts bekannt."

Das bei den Haushalten im Vorwerk anfallende Abwasser werde in Gruben gesammelt und abgeholt. Nun ist der Verband in der gesetzlichen Pflicht, auch im Vorwerk für eine gute Qualität des Trinkwassers zu sorgen.  Wie das geschehen kann, wird jetzt geprüft. Man könne nicht einfach eine Leitung von Hasenfelde bis zum Vorwerk legen, "wir müssen erst durchrechnen, wie hoch der Verbrauch bei zwölf Personen ist. Das Wasser darf nicht in der Leitung stehen", so die kaufmännische Geschäftsführerin. "Wir werden alles prüfen und dann handeln", sagt auch Verbandsvorsteher Hans-Joachim Schröder.

Die Bewohner des Vorwerks wünschen sich zwar eine Lösung, haben aber auch die Befürchtung, dass die anfallenden Kosten über ihre Verhältnisse gehen.

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