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Wird der Ausbruch eines Feuers schnell bemerkt, können große Schäden oft verhindert werden. Die Pflicht zu Rauchwarnmeldern soll dazu beitragen.

Sicherheit
Brände dank Rauchmeldern frühzeitig erkennen

Rauchwarnmelder müssen bis zum Jahresende auch in allen privaten Eigenheimen und Eigentumswohnungen installiert werden. Der Beeskower Sicherheitstechniker Jörn Zinke zeigt ein Modell für besondere Ansprüche, auch hinsichtlich des Designs.
Rauchwarnmelder müssen bis zum Jahresende auch in allen privaten Eigenheimen und Eigentumswohnungen installiert werden. Der Beeskower Sicherheitstechniker Jörn Zinke zeigt ein Modell für besondere Ansprüche, auch hinsichtlich des Designs. © Foto: Monika Rassek
Monika Rassek / 08.01.2020, 06:30 Uhr
Beeskow (MOZ) Wohnungsbrände, wie der kürzlich im Beeskower Fontaneviertel, werden auch künftig kaum zu verhindern sein – die Dimension und Ausmaße hingegen schon, wenn der Brand schnell bemerkt wird. Das kann mit der Umsetzung der Rauchwarnmelder-Pflicht gelingen. Spätestens bis zum 31. Dezember müssen alle Aufenthaltsräume wie Wohn- und Kinderzimmer ebenso wie auch Flure und Veranden, die als Fluchtwege dienen, mit den Geräten ausgestattet sein – auch  in Bestandsbauten wie privaten Einfamilienhäusern und selbst genutztem Wohnungseigentum.

"Die meisten Leute wissen das nicht und denken, dass die Pflicht zum Einbau der Rauchmelder nur für Vermieter gilt, nicht jedoch für private Wohnungs- oder Hauseigentümer", erklärt Jörn Zinke von der Beeskower Firma Sicherheitstechnik Zinke. Das könne leicht zu einem teuren Irrtum werden: "Wenn es dann doch mal zu einem Brand kommt und kein Rauchmelder eingebaut ist, kommt die Versicherung nicht für den entstandenen Schaden auf."

Die Qual der Auswahl

Rauchmelder gibt es bereits ab 15 Euro. Eigentümer können diese über das Internet, den Baumarkt oder den Fachhandel kaufen und selbst installieren oder die Geräte über geeignete Firmen erwerben und einbauen lassen. "Wichtig ist, dass die Geräte eine CE-Kennung haben und der Norm DIN EN 14604 entsprechen", rät der 43-jährige Zinke. Zusätzliche Sicherheit biete die "VdS"-Zertifizierung vom Verband der Versicherer auf dem Etikett. Das Q mit kleiner Flamme steht für Qualitätsrauchmelder. "Zu den Vorteilen gehören die erhöhte Sicherheit gegen Fehlalarme und eine Haltbarkeit der Batterie von zehn Jahren", sagt der Elektriker, der zudem geprüfte Fachkraft für Rauchwarnmelder nach DIN 14676 ist.

Nach zehn Jahren sind die  Warnmelder auszutauschen. Bei den günstigen Modellen halten die Batterien etwa zwei Jahre und müssen dann gewechselt werden: "Diese Kosten sollten Eigentümer bei der Anschaffung berücksichtigen. Genauso wie das stete Blinken der preiswerten Geräte, welches die Funktionsfähigkeit bestätigt." Das könne sich besonders im Schlafzimmer als störend erweisen. Und: "Wenn die Batterien zu Ende gehen, gibt es ein Warnsignal, ein schrilles Piepen mit einer Lautstärke von 75 Dezibel, nachts." Da sei es mit dem Schlaf vorbei.

Der Fachmann empfiehlt Eigentümern daher, vor der Anschaffung die eigenen Ansprüche an einen Rauchwarnmelder gut zu durchdenken, auch hinsichtlich der Optik. Rauchwarnmelder müssen an die Zimmerdecke montiert werden, ohne dass sich im Umkreis von 50 Zentimetern, seitlich und nach unten, ein störender Gegenstand befindet. Nur das garantiert eine störungsfreie Funktion.

Eigene Ansprüche formulieren

Das heißt aber auch, dass die Geräte stets im Blickfeld sind. Das Anstreichen von Warnmeldern ist verboten. Es gibt Modelle bei denen die Montage mit Schrauben erfolgt, aber auch welche zum Ankleben – mit beidseitiger Klebehaltung. Selbst Geräte, die nicht blinken und bei reibungsloser Funktion gar nicht leuchten, hält der Handel bereit. Oder Rauchwarnmelder, bei denen eine Funkvernetzung möglich ist, sodass der Alarm aus dem Haus an ein Gerät in der Garage weitergegeben wird und umgekehrt. Egal für welchen Typ sich der Eigentümer auch entscheidet, einmal jährlich muss das Gerät gewartet werden. "Die Wartung kann von einer Fachfirma ausgeführt werden oder vom Eigentümer nach Gebrauchsanweisung", erklärt Jörn Zinke. Wichtig sei, darüber Protokoll zu führen – wegen des Versicherungsschutzes.

Kommentar: Der vergessene Topf

Brände in der Wohnung nehmen ihren Anfang nicht selten in der Küche. Der vergessene Topf auf der Herdplatte oder das Küchentuch neben der Gasflamme fangen leicht Feuer. Meistens reicht es, wenn die lokale Hitzeentwicklung einen kritischen Wert überschreitet. Dann ist ein Funken gar nicht mehr notwendig. Von Fettbänden ganz zu schweigen. Doch ausgerechnet in der Küche sind Rauchwarnmelder nicht verpflichtend.Laut Statistik werden die meisten Wohnungsbrände durch Elektrizität ausgelöst, also defekte, veraltete oder billige Elektrogeräte wie Kaffeemaschinen,  Wasserkocher oder Kühlschrank. Ganz vorn in der Statistik stehen Wäschetrockner. Wechselnde Temperaturen und Feuchtigkeit im Innenraum können zu einem Kurzschluss führen und dieser wiederum zu einem Brand. Gleiches Risiko gilt für Haartrockner, insbesondere bei billigen Produkten. Also auch das Badezimmer birgt ein gewisses Risiko – selbst ohne ein romantisches Bad bei Kerzenlicht.Warum so halbherzig? Letztendlich sind es die Eigentümer, die die Verantwortung tragen. Wer keinen Rauchwarnmelder ordnungsgemäß installiert hat, wird im Falle eines Brandes ohnehin vom Versicherer keinen Schadenersatz erhalten.⇥Monika Rassek

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