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Geschichte
Altes Kneipenflair flammt in Trebatsch wieder auf

Christine Richter begeisterte mit ihrem Vortrag in Trebatsch die Zuhörer.
Christine Richter begeisterte mit ihrem Vortrag in Trebatsch die Zuhörer. © Foto: privat
André Parade / 13.01.2020, 20:30 Uhr - Aktualisiert 14.01.2020, 13:53
Trebatsch (MOZ) Christine Richter, die Tochter der letzten Inhaberin der Gaststätte "Zur Spreebrücke",  referierte am Donnerstag im Ludwig-Leichhardt-Museum anhand von Stammbäumen, Grafiken und Fotos vor mehr als 50 Zuhörern über 215 Jahre "Kneipengeschichte" in Sabrodt, einem Trebatscher Gemeindeteil.

Während die Anfänge chronologisch aufgearbeitet und sachlich dargestellt wurden, änderte sich das für die Darlegungen über die Nachkriegszeit, denn hier wurde das Publikum aktiv. Gerade das lebendige und vielseitige Kneipenleben der 60er- und 70er-Jahre ergänzen mehrere Gäste mit lustigen Anekdoten und Geschichtchen. Der Umbau der Gastwirtschaft in den 80er Jahren war nur mit Hilfe und Unterstützung von Familie und Freunden zu bewältigen. Viele opferten ihre Freizeit, damit die Gaststätte wieder im neuen Glanz weitergeführt werden konnte. Ein Gemeinschaftsgefühl was seines Gleichen sucht. Einen besonderen Höhepunkt bot die Pause: Die Kneipersfamilie sorgte für einen Imbiss, servierte Schnitzelchen, "Spinnen" und Toast Hawaii, der nicht nur die geistigen Erinnerungen sondern auch die geschmacklichen dieser Zeit wieder aufleben ließ. Anschließend ging es mit dem Trubel der Wendezeit weiter. Die 90er Jahre waren geprägt von einem veränderten Gaststättenverhalten der Besucher und dem Einfallsreichtum des Gastwirtes Ernst Richter, der beim Altstadtfest in Beeskow und bei den Spreewaldfestspielen in Lübben und Lübbenau mit einer Gulaschkanone aufwartete oder an Wochenenden mit seinem Boot  die Zeltplätze und Strände rund um den Schwielochsee mit Kulinarischem versorgte. Auf Grund der sehr guten regionalen Küche erwarb sich die Gaststätte "Zur Spreebrücke" einen ausgezeichneten Ruf in der Region. Sehr gut und reichlich, so die übereinstimmenden Aussagen.

Christine Richter schildert, dass der Tod ihres Vaters eine einschneidende Zäsur für die Wirtschaft darstellte. Seine Frau Uscha übernahm engagiert und couragiert die Geschäfte der Gastwirtschaft. Aber die Zeiten hatten sich verändert. Ende 2018 schloss die Gaststätte.

Nach der Veranstaltung entspannen sich viele Gruppengespräche. Ein kurzes Aufflammen alten "Kneipenflairs".

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