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Erneuerbare Energien
Genehmigung für neue Windräder in Friedland erteilt

Bürgermeister Thomas Hähle blättert zufrieden durch den Genehmigungsbescheid für zwölf Windkraftanlagen.
Bürgermeister Thomas Hähle blättert zufrieden durch den Genehmigungsbescheid für zwölf Windkraftanlagen. © Foto: Monika Rassek
Monika Rassek / 30.01.2020, 07:00 Uhr - Aktualisiert 29.01.2020, 21:18
Friedland (MOZ) Etwa zehn Anwohner saßen am Mittwoch beim Erörterungstermin zum Bau von zwei Windenergieanlagen im Saal des Beeskower Rathauses.

Die UKA Cottbus Projektentwicklung GmbH & Co. KG plant im, laut Regionalplan Oder-Spree ausgewiesenen, Windeignungsgebiet (WEG) 62 Görzig-Ost zwei Anlagen mit einer Höhe von jeweils 250 Metern. Norbert Krüger, Versammlungsleiter vom Landesamt für Umwelt räumt beiden Seiten – Vorhabenträgern und Einwendern – Raum für Argumente ein.

Und die sind nicht neu. Es geht um die Abstände, auch zu den Splittersiedlungen wie Schrödershof bei Rietz-Neuendorf, Schattenwurf, die Geräuschkulisse, die der einer Autobahn gleicht und auch die Nachtbefeuerung. Auch eine Stellungnahme des Observatoriums des Deutschen Wetterdienstes bezüglich der Radaranlagen und eines Windprofilers würden noch geprüft. Offen bleiben viele Fragen zu Seeadlern, die dort gefährdet würden, sowie einem besetzter Wanderfalkenhorst. Das Ergebnis der Erörterung ist offen. Im gleichen Gebiet beabsichtigt die ABO Wind AG drei Anlagen zu errichten, wobei eine bereits genehmigt ist, für die anderen läuft derzeit ein Widerspruchsverfahren.

Bürger in Planung integriert

Sichtlich zufrieden blättert Friedlands Bürgermeister Thomas Hähle durch einen der drei dicken Ordner, die letztendlich für sieben Jahre Arbeit stehen. Am 5. November vergangenen Jahres wurde der Bescheid erstellt, am 28. Dezember ging er bei der Gemeinde ein. Zwölf der ursprünglich 14 geplanten Anlagen können gebaut werden. "Zum Leidwesen der Stadt ist unsere Anlage aus der Gebietskulisse der Regionalplanung ausgestiegen", so Hähle. "Wir hätten die Pachterträge gut gebrauchen können." Bis zum Mittwoch lagen die Genehmigungsunterlagen in der Stadtverwaltung aus, lediglich zwei Besucher kamen vorbei, um sich zu informieren. "Bei mir selbst war keiner", erklärt der Bürgermeister, aber "die Leute wissen auch, dass ich den Bau von Windkraftanlagen befürworte." Die Stadt habe die Menschen aber auch immer mitgenommen. Es habe eine eigene Arbeitsgemeinschaft gegeben, in der auch die Bürgerinitiative mitgearbeitet habe: "Wir als Stadt begleiten die Planungen schon lange und haben sowohl beim Flächennutzungs- als auch beim Bebauungsplan Kompromisse gefunden." Und die Anwohner hätten mit dem Vorhabenträger, der Notus energy Development GmbH & Co. KG mit Sitz in Potsdam, gute Pachtverträge abgeschlossen. "Da können einige gut zur Rente dazu verdienen", sagt Hähle.

12 Windräder auf 400 Hektar

Auf Nachfragen zum weiteren Vorgehen von Notus gab es seitens des Unternehmens keine Bereitschaft zu einem Gespräch mit der MOZ. Die Genehmigung nach Bundesemissionsschutzgesetz wurde im Rahmen eines Widerspruchsverfahrens erteilt. Baugenehmigung und die Genehmigung zur Waldumwandlung liegen vor. Auf einem Grundstück der Gemarkung Günthersdorf entstehen auf einer Fläche von 400 Hektar zwölf Windkraftanlagen vom Typ Vesta V126, 3,3 Megawatt. Die Rotoren messen im Durchmesser jeweils 126 Meter, die Nabenhöhe beträgt 137 Meter, sodass die Anlagen inklusive Fundamenterhöhung eine Gesamthöhe von 201,50 Meter erreichen – und damit den Neubau des Wolkenkratzers der Europäischen Zentralbank Frankfurt/Main aus 2013 um einen halben Meter überragen. Jede Windkraftanlage erhält dazu ein Fundament sowie eine Zuwegung und Kranstellflächen.

Dem Bau der Anlagen steht jetzt nichts mehr entgegen, obwohl Personen, die Einwendungen gemacht hatten, noch bis zum 29. Februar Widerspruch gegen den Bescheid beim Landesumweltamt einlegen können.

Verfahrensstand Windenergieanlagenbau

Der Verfahrensstand zu weiteren Windeignungsgebieten (WEG) ist unterschiedlich: Das WEG 04 Beeskow "Am Hufenfeld" ist in der Bauleitplanung, es sind noch keine Anlagen beantragt; Gespräche laufen. Im WEG 50 Schneeberg sollen auf 195 Hektar elf Windenergieanlagen (WEA) errichtet werden. Die Kommunen müssen noch Bauantrag beim Landesamt für Umwelt stellen. Im WEG 56 Neubrück-Biegenbrück sind bei der Regionalen Planungsstelle keine Aktivitäten bekannt. Für Alt Golm-Kunersdorf (WEG 59) gibt es Beschlüsse.Auslegung von Bebauungsplänen im Rathaus Beeskow, Berliner Str. 30, Zimmer 215 bis morgen (im Rahmen der Sprechzeiten): WEG 61 Grunow-Mixdorf, WEG 50 Schneeberg, WEG 62 Görzig-Ost⇥mor

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