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Feuerwehr
Ärger in Tauche über unnötige Einsätze

Monika Rassek / 13.02.2020, 04:00 Uhr
Tauche (MOZ) Nun hat Sturmtief "Sabine" im Nachgang doch noch einen Einsatz bei der Feuerwehr ausgelöst. "Am Dienstagabend musste die Ortswehr von Briescht ausrücken, um einen Baum von der Straße zu räumen", sagt Karsten Schwebe, Gemeindebrandmeister von Tauche. Glücklicherweise sei niemand verletzt worden. Zur Gemeinde gehören elf Ortswehren mit insgesamt 274 aktiven Feuerwehrleuten.

Das Jahr habe relativ ruhig angefangen: "Bislang gab es, einschließlich Sturmschaden, sechs Einsätze." Darunter zwei Fehlalarme, ausgelöst jeweils beim Hotel Arosa in Bad Saarow. "Leider keine Seltenheit", so Schwebe. "Die Leute hören immer die Sirenen und denken, dass etwas Schlimmes passiert ist. Dabei hat nur ein Hotelgast im Zimmer geraucht oder aber der Rauchmelder war defekt."

Besonders ärgerlich aber sei, dass schon zweimal Türen notgeöffnet werden mussten: "Das bedeutet meist, dass sich hilflose Personen in einer Wohnung befinden." Angehörige oder die betroffenen Menschen selbst möchten oft nicht, dass der Pflegedienst einen Schlüssel bekommt und so, rein theoretisch, immer Zugang zur Wohnung hat: "Da appelliere ich wirklich an die Angehörigen, eine Vereinbarung mit dem Pflegedienst zu treffen."

Notöffnung kostenpflichtig

Das sei keine Aufgabe der Feuerwehr. Zumal diese Einsätze kostenpflichtig seien: "Wenn die Feuerwehr anrücken muss, kann sich die Rechnung für die betroffene Person oder deren Angehörige auf etwa 500 Euro belaufen." Dem demografischen Wandel sei zudem geschuldet, dass diese Art von Einsätzen zugenommen habe: "Im vergangenen Jahr gab es insgesamt sieben dieser Einsätze, also je Quartal knapp zwei." Doch das erste Quartal sei noch lange nicht um…" Erfreut hingegen ist Karsten Schwebe, dass die Gefahren- und Risikoanalyse für die Gemeinde Tauche abgeschlossen ist. Nicht ohne Stolz sagt er: "Unser Gefahrenbedarfsplan ist fertig und liegt zur Beschlussfassung vor. Alle Ortswehren bleiben erhalten und die 270 Leute, die wir benötigen, haben wir auch."

Karsten Schwebe ist seit 15 Jahren Gemeindebrandmeister von Tauche und seit 30 Jahren Mitglied der Feuerwehr. Angefangen hat er zu DDR-Zeiten als Feuerwehrhelfer – weil auch sein Vater bei der Feuerwehr war. Inzwischen ist Schwebe zudem Stellvertretender Kreisbrandmeister und Stellvertretender Führer der Brandschutzeinheit.

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