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Fördermittel sind zugesagt, jetzt kann die neue Werkstatt-Ausstellung auf der Burg Beeskow entstehen.

Museum Oder-Spree
Burg Beeskow präsentiert neues Wandel-Konzept für Regionalmuseum

Fördermittelzusage durch Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Oder-Spree: Steffen Schuhmann (Kunsthochschule Berlin-Weißensee), Florentine Nadolni (Kunstarchiv), Veit Kalinke (Sparkasse Oder-Spree) und Arnold Bischinger (Kulturamt)
Fördermittelzusage durch Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Oder-Spree: Steffen Schuhmann (Kunsthochschule Berlin-Weißensee), Florentine Nadolni (Kunstarchiv), Veit Kalinke (Sparkasse Oder-Spree) und Arnold Bischinger (Kulturamt) © Foto: Jörn Tornow
Peggy Lohse / 13.02.2020, 10:55 Uhr - Aktualisiert 13.02.2020, 13:39
Beeskow (MOZ) In der Kreisstadt soll eine Altertumssammlung eröffnet werden, hieß es am 12. Februar 1906 in einem Aufruf an alle Bürger und Initiativen, die Kunstgegenstände und Objekte von historischem Wert besaßen, diese zu Ausstellungszwecken zur Verfügung zu stellen. Das Beeskower Regionalmuseum war damit geboren.

Mit der Zeit veränderte sich seine Ausrichtung: In den 1930er Jahren zog die Sammlung auf die Burg und wurde unter nationalsozialistischen Gesichtspunkten auf die germanische Geschichte gerichtet. Durch den Zweiten Weltkrieg gingen viele Stücke verloren. In der DDR entwickelte sich ein biologischer und geologischer Fokus auf Ur- und Frühgeschichte. Nach der Wende schrumpfte es auf die Beeskower Stadtgeschichte. Dann Stillstand. Bis auch die Sanierungsarbeiten auf der Burg erlaubten, den Standort neu zu denken.

Transparentes Depot

2017 entstand die Kooperation der Burg mit der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Gemeinsam mit Studierenden wurde das damals noch alte Depot gesichtet, wurden erste Ausstellungen improvisiert. "So wollten wir offenlegen: Was haben wir hier eigentlich alles?", erinnert sich Florentine Nadolni, Leiterin des Kunstarchivs. Eine solche "öffentliche Bestandsaufnahme" sei etwas Besonderes, betont sie.

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Schon entstand eine Tradition, die beibehalten wird: eine Werkstatt-Ausstellung. "Die Sammlung an sich ist kein Grund, hierher zu kommen", räumt Projektleiter Steffen Schuhmann von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ein. Darum bedurfte es "Lockerungsübungen zum neuen Sammlungskonzept". In einem interdisziplinären Team aus Theatermachern, Historikern, Journalisten und Fotografen wurde also ein Konzept erdacht, dass den Schwerpunkt weg von außergewöhnlichen Exponaten legt. Das Ergebnis: eine sich jährlich wandelnde Dauerausstellung.

"Es wird Momente geben, die überfordern", ist sich Schuhmann bewusst. "Das Museum ist nichts für Konsumenten, sondern zum Mitdenken." Aber künftige Besucher werden natürlich im ersten Raum in den Aufbau eingeführt, erläutert Nadolni. Das neue Regionalmuseum wird sowohl die Ausstellungsräume im Erdgeschoss als auch den Laborraum unter dem Dach einnehmen.

Objekte verbinden Epochen

In den vier Räumen unten werden am Rand feste Grundinformationen über den Landkreis und die Museumsgeschichte präsentiert, in der Mitte der Räume dann 15 Exponat-Komplexe das Ober-thema ausleuchten. Jene bestehen jeweils aus Foto-Porträt und Schwarz-Weiß-Fotografie einer Person und einem Ort – wie im aktuellen Kursbuch Oder-Spree – sowie einem Gegenstand von der Person aus der jüngeren Geschichte und einem passenden Objekt aus älteren Beständen.

Genau 114 Jahre nach dem historischen Sammlungsaufruf für das Beeskower Regionalmuseum wurde am Mittwoch die Fördermittelzusage durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Oder-Spree auf der Burg Beeskow feierlich übergeben. Landkreis und Förderverein finanzieren mit. Nun kann die Arbeit beginnen: Am 4. Dezember soll das Museum Oder-Spree eröffnen. Zum Thema: "haben und brauchen".

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