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Bauarbeiten
Zugbrücke in Storkow erhält neuen Fahrbahnbelag

Ein Arbeitsschritt, der sich rund 500 Mal wiederholt: Pawel Bielak borht ein Loch in eine der Bohlen aus Bongossi-Holz. Die Schrauben, die später darin versenkt werden, sind bis zu 24 Zentimeter lang.
Ein Arbeitsschritt, der sich rund 500 Mal wiederholt: Pawel Bielak borht ein Loch in eine der Bohlen aus Bongossi-Holz. Die Schrauben, die später darin versenkt werden, sind bis zu 24 Zentimeter lang. © Foto: Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 24.03.2020, 05:00 Uhr
Storkow (MOZ) Immer wieder setzt Pawel Bielak die große Bohrmaschine an, und langsam frisst sich der Bohrer durch das Holz. Wenn alles fertig ist, wird er diesen Arbeitsschritt ungefähr 500 Mal ausgeführt haben. Bielak arbeitet für die Firma Ring-Bau, die seit Anfang vergangener Woche mal wieder an der Zugbrücke in der Altstadt im Einsatz ist. Diesmal erneuert sie im Auftrag der Stadt den Fahrbahnbelag.

Der alte sei teilweise verfault gewesen, erläutert Firmeninhaber Rüdiger Ring. Die Bohlen aus Eichenholz sind mittlerweile ausgebaut, neue liegen neben der Brücke bereit. Bevor sie eingebaut werden können, muss Bielak zuerst die vielen Löcher bohren, damit die Bohlen mit dem Unterbau der Brücke verschraubt werden können. 30 Stück werden benötigt. Jede Bohle ist zehn Zentimeter dick; die Schrauben, die zur Befestigung auf der Brücke in die Löcher gedreht werden, haben eine Länge von teils 22, teils 24 Zentimetern.

Bongossi statt Eiche

Beim neuen Material hat sich die Stadt Storkow für eine Abkehr von der Eiche entschieden. Stattdessen wird nun Bongossi-Holz verwendet. "Das ist besonders haltbar", sagt Ring. In diesem Zusammenhang verweist er auf die Brücken über die Spree in Werder und Briescht. Als diese in den 1990er-Jahren erneuert wurden, sei seine Firma an den dortigen Arbeiten beteiligt gewesen. Auch dort habe man mit Bongossi gearbeitet, und mehr als 20 Jahre später sei der Zustand des Holzes immer noch "super".

Als weitere Vorkehrung gegen zu schnelles Altern des Materials nennt Ring den Einbau von Abdeckblechen in der Brücke. "Dadurch kann kein Sand mehr in die Ritzen fallen. Das war bisher ein Problem, denn eingedrungene Nässe konnte nur schlecht wieder raus. Das Holz muss aber atmen können", beschreibt er.  Verschärft wurden die zurückliegenden Probleme seiner Ansicht nach durch die milden Winter der vergangenen Jahre. "Auch dadurch altert das Holz schneller."

Laut Plan sollen die Bauarbeiten bis 31. März abgeschlossen sein. Hintergrund: Am 1. April startet die Schleusensaison, dann muss die Brücke wieder geöffnet werden können, damit Boote passieren können. Ring spricht davon, dass im April eventuell noch Restarbeiten nötig seien. Eine Öffnung der Brücke sei aber trotzdem möglich.

Die aktuellen Bauarbeiten setzen eine ganze Kette von Maßnahmen fort, die innerhalb der vergangenen zwei Jahre nötig waren. Am aufwendigsten dabei war der Austausch des Waagebalkens. Außerdem wurden die Stufen der Fußgängerbrücke erneuert – ebenfalls mit Bongossi-Holz. Zuletzt mussten Hohlräume im Bereich der Widerlager an der Nordseite des Bauwerkes gefüllt werden. Während diesen Arbeiten sorgten Funde von zahlreichen toten Fischen im Wasser für Irritationen; ein Zusammenhang konnte aber nicht festgestellt werden. Bei der jetzt laufenden Erneuerung des Fahrbahnbelages kommt auch eine Schute zum Einsatz. Sie dient als Arbeitsbühne, verhindert aber gleichzeitig auch, dass etwas ins Wasser fällt.

Bis zum Abschluss der Arbeiten ist die Zugbrücke für Autos und Fahrradfahrer gesperrt. Der Fußgängerüberweg mit seiner Treppe ist passierbar.

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