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Oder-Spree
Mehr Hilfsangebote als Nachfrage aus Corona-Risikogruppen

Einkaufen trotz Corona-Gefahr: Hans-Peter Schulz (75) aus Beeskow nutzt seine Einkaufstour täglich für einen Spaziergang. Er kauft immer nur Kleinigkeiten ein. Heute war er beim Fleischer und schaut bei der Post vorbei.
Einkaufen trotz Corona-Gefahr: Hans-Peter Schulz (75) aus Beeskow nutzt seine Einkaufstour täglich für einen Spaziergang. Er kauft immer nur Kleinigkeiten ein. Heute war er beim Fleischer und schaut bei der Post vorbei. © Foto: Jörn Tornow
Peggy Lohse, Monika Rassek, Bernhard Schwiete / 25.03.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 12:34
Beeskow (MOZ) An Solidarität in Zeiten der Corona-Pandemie mangelt es offenbar nicht in Beeskow und Umgebung. "Mittlerweile haben sich schon zwölf ehrenamtliche Helfer gemeldet", sagt Barbara Buhrke vom Ehrenamtszentrum im Beeskower Hüfnerhaus. Vorgestern waren es noch acht.

Unter den Helfern sind Schüler und Lehrer, Interessierte am Ehrenamt, eine Person aus der Flüchtlingshilfe sowie ein Geflüchteter, der ein Auto besitzt und Unterstützung anbietet. Die Ehrenamtlichen bieten an, für Angehörige der Corona-Risikogruppen Besorgungen und Einkäufe zu übernehmen. Am besten würde diese Hilfe in der direkten Nachbarschaft funktionieren, betont Buhrke. "Dann könnten die Helfer auch einfach mal anrufen bei Menschen, die alleine sind". Dieses Kontakthalten habe auch große Bedeutung, meint die Ehrenamtsvermittlerin.

Nachfrage bleibt aus

Darum hat sie auch schon hunderte Aushänge selbst und über die Wohnungsgesellschaften in Hausaufgängen verteilen lassen, über die sich Bedürftige melden können. Bislang gibt es allerdings augenscheinlich noch gar keinen Bedarf. Trotz Aushängen und Meldungen in Presse und auf Webseiten der Stadt hat sich noch niemand gemeldet. "Es ist noch nicht ganz angekommen, dass es nicht nur für sie selbst, sondern auch für andere besser wäre, wenn sie zuhause blieben", beobachtet Buhrke. Und tatsächlich: Viele ältere Menschen sind täglich unterwegs zum Einkauf in Supermärkten und auf dem Markt. "Viele haben noch Vorräte", meint Buhrke weiter. Gleichzeitig genießen viele das sonnige Wetter. Sie rechnet mit ersten Anfragen zum Wochenende hin und in der nächsten Woche.

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Auch nutzen Menschen, die nicht selbst kochen wollen oder können, den Service von Gaststätten wie Gasthof Simke oder Lutter in der Gemeinde Tauche, bestellen per Telefon, lassen sich Essen liefern oder holen es ab. Lieferangebote, die mittlerweile auch Beeskower Apotheken, Buchhandlungen und andere Geschäfte einführen, entlasten die Nachbarschaftshilfe auch.

In der Storkower Stadtbibliothek, in der wegen der Corona-Krise eine Nachbarschaftshilfe koordiniert wird, haben sich seit Ende vergangener Woche fünf Helfer gemeldet. Im Einsatz waren sie aber noch nicht. "Wir hatten noch keine Meldung eines Hilfebedürftigen", berichtete am Montag Bibliotheksleiterin Petra Kather. Zusätzlich habe man eine Postwurfsendung in Arbeit, die noch diese Woche fertig werden solle. Darin wolle man nicht nur das Hilfsangebot verbreiten, sondern auch informieren, welche Geschäfte und welche Gaststätten einen Lieferservice anbieten.

Erster Hilfseinkauf erledigt

Am Sonntag hat außerdem der Storkower SC eine Corona-Hilfe initiiert. Die Fäden dafür laufen beim Jugendleiter der Fußballabteilung, Elmar Darimont, zusammen. Am Montag habe es bereits den ersten Einsatz gegeben. "Eine Dame aus Selchow hat sich bei mir gemeldet", erzählte er. Eine Viertelstunde später habe ein Vereinsmitglied als Helfer zugesagt; der gewünschte Einkauf sei bereits erledigt.

In privater Regie ist auch in Bad Saarow eine Nachbarschaftshilfe entstanden. Hinter der "Bürgerinitiative Scharmützelsee" stehen Harry Hensler, Thomas Sörgel und Monika Mayer-Westhäuser. Sie bieten Einkäufe und Erledigungen an.

In Beeskow können helfende Hände übers Ehrenamtszentrum (0152 09418177) und die Soziale Haltestelle (03366 338913) des Bumerang e.V. gefunden werden. Auch der Pflegestützpunkt, Berliner Straße 16, vermittelt Helfer unter Telefon 03366 5200478.

In Storkow ist die Nachbarschaftshilfe der Stadt montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter Telefon 033678 73642 erreichbar. Die "Servicezeiten" beim Storkower SC sind täglich von 10 bis 18 Uhr, Telefon 0171 2072938.

In Bad Saarow kann die "Bürgerinitiative Scharmützelsee" montags bis sonnabends von 10 bis 14 Uhr unter 033631 447983 kontaktiert werden.

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