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Corona-Krise
Storkow öffnet Testzentrum in der Europaschule

Bernhard Schwiete / 26.03.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 08:59
Storkow (MOZ) Die Atmosphäre hat etwas Gespenstisches. Wo sich sonst Schüler tummeln, überwacht am Mittwoch ein Mann in weißem Schutzanzug das Eingangstor. Ergänzt wird seine Ausstattung von Atemschutzmaske, Einmal-Handschuhen und blauen Schuh-Überziehern aus Kunststoff.

Es ist 14 Uhr, und soeben hat der Betrieb im Corona-Testzentrum in der Storkower Europaschule begonnen. Es ist eines von sechs, die der Landkreis Oder-Spree eröffnet hat. Die weiteren befinden sich in Schöneiche, Grünheide, Fürstenwalde, Beeskow und Eisenhüttenstadt, wie die Kreisverwaltung mitteilt.

In Storkow dauert es nicht lange, da fahren nacheinander zwei Autos vor. Zwei Frauen steigen aus, in Händen halten sie ihre Überweisungsscheine. Sie sind als Corona-Verdachtsfälle eingestuft worden und geben nun Proben fürs Labor ab. "Sie werden eingeschickt, drei bis vier Tage später liegt dann das Ergebnis vor", sagt der Mann im Schutzanzug, der seinen Namen nicht nennen will. Als Mitarbeiter der Storkower Stadtverwaltung sei er für den Einsatz im Testzentrum abgestellt. Als er die beiden Frauen zunächst auf den Hof einlässt, achtet er darauf, dass die beiden sich nicht zu nahe kommen. Der Presse wird kein Zutritt ins Gebäude gewährt.

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Hausärzte wechseln sich bei den Corona-Tests ab

Es ist Tag zwei des Betriebes im Storkower Testzentrum. Am Dienstag seien "neun oder zehn" Menschen wegen eines Verdachtsfalles dagewesen, heißt es. Montags bis freitags von 14 bis 16 Uhr ist geöffnet, getestet wird nur, wer einen entsprechenden Überweisungsschein besitzt. Abgedeckt werden die Zeiten durch Hausärzte aus Storkow, berichtet Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig. Am Mittwoch sei Dr. Marina Puschmann im Einsatz. Dass die Europaschule als Standort für das Testzentrum ausgewählt wurde, liege an der Vielzahl von Räumen, die dort zur Verfügung stehen.

So ist das Testen an wechselnden Örtlichkeiten möglich, wenn sich ein Verdachtsfall bestätigt. Bedenken, für Schüler könne ein Ansteckungsrisiko entstehen, wenn wieder Unterricht stattfindet, zerstreut die Bürgermeisterin. "Die genutzten Räume werden gesäubert und desinfiziert", sagt sie. Außerdem sei das Virus nach Angaben der Ärzte ohnehin nach sieben bis zehn Tagen aus den Räumen verschwunden.

Unter anderem zur Ausrüstung der Helfer im Testzentrum startete die Stadt einen Hilfe-Aufruf, um genügend Material vorrätig zu haben. Darauf reagierten bereits mehrere Unternehmen aus der Stadt. Schulze-Ludwig nennt die Firmen Alca mobil, Leymann und Friki sowie die Zahnarztpraxis in der ehemaligen Hutfabrik, die Schutzanzüge, Atemschutzmasken, Schutzbrillen und Einmalhandschuhe zur Verfügung gestellt hätten, teils als Spende, teils gegen Rechnung.

Feuerwehren sind versorgt

"Was uns jetzt vor allem noch fehlt, ist Handdesinfektionsmittel", so die Bürgermeisterin. Gelagert wird das Material im Rathaussaal, wo am Mittwoch auch wieder der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) tagte. Am Tisch sitzen dann nicht nur die Bürgermeisterin und die Amtsleiter der Stadtverwaltung, sondern unter anderem auch Stadtwehrführer Frank Ebert.

Dass die Stadt nun über Schutzausrüstung verfügt, hilft auch der Feuerwehr. "Wir konnten für jede Feuerwehr in der Stadt und in den Ortsteilen für eine Autobesatzung Schutzkleidung und Handdesinfektionsmittel verteilen", berichtet Schulze-Ludwig. Wichtig sei das, weil die Feuerwehrleute in den Autos dicht an dicht säßen.

Im Rathaus sortiert und registriert Marcel Bergemann die Schutz-Bestände. Er arbeitet eigentlich in der Tourist-Info auf der Burg, ist nun aber an den Tresen im Bürgerbüro umgezogen und nimmt dort auch Anrufe beim Bürgertelefon der Stadt unter 033678 68-500 entgegen. Der Telefonanschluss der Burg ist ins Rathaus weitergeleitet. "Touristische Anfragen haben wir zurzeit aber kaum", berichtet er.

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