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Haus der Vereine
Blick hinters Gerüst auf der Baustelle Bahnhof Beeskow

Peggy Lohse / 29.06.2020, 16:48 Uhr - Aktualisiert 29.06.2020, 17:05
Beeskow (MOZ) Jeden Tag sieht er anders aus, der Beeskower Bahnhof. Seit März werden die zwei Gebäude aufwendig saniert, damit künftig mehrere soziale Vereine in der Stadt hier eine neue Heimat finden können. Dafür – und das ist schon nach drei Monaten Bauzeit sichtbar – verändert sich zwar die Raumaufteilung und Ausstattung der Gebäude. Dennoch soll das Bahnhofsflair erhalten bleiben.

Im Keller des Hauptgebäudes liegen im ersten kleinen Raum die Anschlüsse der Deutschen Bahn, die die Sanierer nicht anrühren dürfen. Hier wird nur eine Brandschutztür eingesetzt und den Bahn-Mitarbeitern dann ständiger Zugang gewährleistet, erklärt Kerstin Müller vom Stadtsanierungsbüro der Stadt Beeskow bei einem ihrer regelmäßigen Vor-Ort-Besuche.

Expertenplenum löst Probleme

Über Durchbrüche und Rohrleitungen wird intensiv diskutiert, mögliche Leitungsführungen vermessen. Ob die Decke eine neue Befestigung aushält? Ob die Wände neue Überraschungen bereithalten? "Es gibt immer wieder etwas, was nicht geplant ist", weiß Müller. Hausschwämme zum Beispiel. Einmal wöchentlich findet darum in jedem Gebäude eine Baubesprechung statt: mit Müller sowie der Architektin Anna Stahmann und dem Bauleiter Norman Helms, teils mit den Restauratoren Ute und Andreas Schulz, mit Vertretern des Denkmalschutzes und der Firmen für Elektrik, Sanitär, Lüftung, Rohbau.

Seit März werden die zwei Bahnhofsgebäude in Beeskow saniert. Das geschützte Ensemble wird von der Stadt Beeskow im Rahmen des Förderprogramms Soziale Stadt zum "Haus der Vereine" für mehrere soziale Organisationen umfunktioniert.
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Besuch auf der Baustelle Bahnhof Beeskow

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Im künftigen Großen Saal mit der historischen Stahlsäule werden Vermessungen für den neuen Fußbaden getätigt: Unterbeton soll ihn ebnen, dann folgen Fußboden-Auflagen und Isolierung, Abdichtungen und Estrich, bis am Ende stilechte Holzdielen den Raum gestalten. A propos stilecht: Historische Türrahmen und eine alte Holztreppe sind mit Holzplatten verkleidet, damit sie nicht beschädigt und am Ende restauriert werden können. "Bierlasur" heißt der ursprüngliche Ton, der am Ende zurückkehren soll. Die zweite Holztreppe wird abgerissen werden, ebenso der Kamin. Ansonsten sind die Abbrucharbeiten laut Müller abgeschlossen. Auch der Schacht für den Fahrstuhl, der das Vereinsgebäude komplett barrierefrei machen wird, ist schon deutlich zu erkennen. Momentan noch "gefüllt" mit Werkzeug und Bauplan.

Müller hat schon einige Sanierungen historischer Gebäude in Beeskow betreut, die der Burg zum Beispiel. Aber der Bahnhof ist für sie eine besondere Aufgabe, ein anderer Stil aus anderer Epoche mit anderen Herausforderungen. So sollen typische Bahnhofsfliesen mit diagonalem Karomuster eingesetzt werden.

Während im Hauptgebäude die in den 90er Jahren eingesetzten Fenster erhalten bleiben, da noch absolut funktionstüchtig, steht jenen historischen im Nebengebäude ein Austausch bevor. Im alten Stil, aber mit moderner Isolationscharakteristik.

Maskenmangel wegen Covid-19

Insgesamt habe sich die Corona-Krise kaum auf die Baustellen ausgewirkt, erklärt Müller. Nur gerade zu Beginn der Abrissarbeiten, die ja mit viel Schmutz einhergingen, seien plötzlich die Staubmasken für Handwerker ausgegangen. Außerdem verzögern sich Lieferungen seit Beginn der Pandemie immer wieder. Ein sicheres Fertigstellungsdatum könne angesichts dieser Umstände darum aktuell nicht genannt werden, heißt es von allen Experten auf der Baustelle. Aber Müller ist froh: "Aktuell liegen wir wegen Corona nur etwa vier Wochen zurück."

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