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Segeln
Sehnsucht nach Regatten bei Ciconia Storkow

Roland Hanke / 17.07.2020, 06:30 Uhr - Aktualisiert 17.07.2020, 14:33
Storkow (MOZ) Still ruht der See, zumindest, was Regatten in der Region betrifft. So geht es auch den Seglern des SV Ciconia Storkow, dessen Nachwuchs auch durch die Corona-Pandemie ausgebremst wurde.

"Wir haben im vorigen Jahr mit unseren jüngsten Seglern im Optimist-Boot sehr intensiv trainiert und wollten ab dem  Frühjahr richtig angreifen, so viele Regatten fahren wie möglich. Doch dann kam Corona und unsere Pläne waren dahin", sagt Axel Roth, der stellvertretende Vorsitzende des am Storkower See ansässigen Segelvereins, der seit fast 61 Jahren besteht und seit drei Jahrzehnten den Namen Ciconia trägt. "Nun haben wir alle Sehnsucht, dass es endlich wieder losgeht", sagt der Nachwuchs-Trainer des 126 Mitglieder zählenden Vereins – darunter 18 Kinder- und Jugendliche –, dessen Vorsitzender Manfred Schmatz ist.

Segeln ging zumindest für ein Storkower Duo auf der Talsperre Pöhl im Vogtland am vergangenen Wochenende in Erfüllung: Roth selbst wurde beim Handwerker-Pokal mit seiner O-Jolle Zweiter, punktgleich mit Sieger Christian Hilf von der SSG Reichenbach. Svenja Mehner belegte Platz 4 unter 21 Teilnehmern im Laser Radial. "Das hat uns beiden Spaß gemacht", sagt der 67-Jährige und hofft darauf, dass auch die Jüngsten bald wieder das Wettkampfgefühl erleben.

Trainingslehrgänge im Opti

Auf dem Wasser waren die Opti-Segler, die nicht älter als 15 Jahre sein und nicht mehr als 55 Kilo wiegen sollten, in diesem Jahr bereits mehrmals – bei Trainingslagern der Verbandes Brandenburgischer Segler, auch auf dem Storkower See. Mit dabei sind immer auch "meine drei Besten" Ruth Allmann aus Spreenhagen, die einheimische Nele Abraham und Richard Ziessler (Görsdorf). Ab Sonntag und bis zum 30. Juli sind sie trotz Ferien wieder bei einem VBS-Lehrgang in Niendorf  an der Ostsee (Timmendorfer Strand) mit von der Partie.

"Aber der Nachwuchs braucht unbedingt Wettkampferfahrung. Denn es wird bei den Optis schon hart gesegelt, um jeden Zentimeter gerungen", weiß Trainer Axel Roth. Seine Schützlinge – die drei erwähnten sind 12 und 13 Jahre alt – sollen Ende dieses Jahres in die nächst höhere Klasse Opti A umsteigen und 2021 auch in der Laser-Klasse segeln.

Zugleich hoffen sie und der Verein darauf, eines Tages vielleicht mal an die großen Erfolge der Sportler des SV Ciconia anknüpfen zu können. "Das ist allerdings ein sehr schweres Unterfangen – nicht nur wegen der derzeitigen Corona-Pandemie", erklärt Roth. Ihm wird Therese Ohm (geborene Leinert) vorrübergehend nicht mehr als Trainerin zur Seite stehen, weil sie zum zweiten Mal Mutter wird.

Disziplin und Reisen nötig

Der Vereins-Vize sieht jedoch auch weitere Gründe dafür, dass vordere Platzierungen wohl noch eine Weile auf sich warten lassen werden. Es gebe im Segeln bei den Kindern und Jugendlichen den Spruch: "Je besser sie werden, desto weiter müssen sie zu den Wettkämpfen fahren." Das aber sei nicht für jedes Talent machbar. Und: "Die Kinder müssten eigentlich früher mit dem Segeln anfangen, auch mit dem Regatta-Training. Letzteres haben unsere Optimisten erst seit dem vergangenen Jahr richtig aktiv betrieben. Kontinuierliches Training, Kondition, Kraft und große Disziplin sind bei jedem Segler notwendig, um nach vorn zu kommen."

Erfolgsfamilie Leinert

Bestes Beispiel, dass dies zu Erfolgen führt, ist die Storkower Familie Leinert. So sorgte Sören, der jetzt in Dresden Maschinenbau studiert, für die vorerst letzten Ciconia-Erfolge, als er 2015 Internationaler Deutscher Junioren-Meister wurde und in den beiden Jahren danach jeweils Landesmeister bei den Männern. Er trat damit in die Fußstapfen seiner Schwestern Sarah, EM-Dritte 2005, und Jördis. Auch als Trainer hat er im Verein schon ausgeholfen und betreut zudem seinen jüngeren Bruder Malte. Dieser wird  demnächst ebenfalls als Trainer für die Ciconia-Jüngsten dabei sein. "Das freut uns sehr", sagt Axel Roth.

Sicherlich sind diese auch Vorbilder für den Nachwuchs im Verein. Für den ist ab dem 12. August immer mittwochs, ab 16 Uhr, wieder Training auf dem Storkower See. Neueinsteiger sind dabei gern gesehen. Auch für Erwachsene ist noch Platz im Verein.  Und eine Regatta für seine Mitglieder will der SV Ciconia noch in diesem Jahr veranstalten – die Vereinsmeisterschaft am 5. September.

Die größten Erfolge seit Anfang der 1980er-Jahre

1982: DDR-Senioren-Meister Peter Lehmann (Ixylon), DDR-Nachwuchs-Meister Olaf Wählisch (Cadet AK 13) und Ralph Meixner(Cadet AK 14/15)1985: DDR-Nachwuchs-Meisterin Mandy Lübke (Opti A AK 12)1988: DDR-Nachwuchs-Meisterin Mandy Lübke (420er AK15/16)2004 und 2005:Landes-Jugend-meisterin Sara Roth (Europe und Laser Radial), zudem Zweite Internationale DeutscheJugend-Meisterschaft (2003), jeweils Dritte 2003 und 2004 (alles Europe)2008: Landes-Jugendmeister Paul Wiesener und Sarah Leinert (jeweils Laser Radial), zudem EM-Dritte 2005 (Europe), IDM Zweite, Dritte (Laser Radial)2009 und 2011:Landes-Jugend-meisterin Jördis Leinert (Optimist und LaserRadial), zudem Siegerin Europacup 2013 (Laser Radial)2015: Internationaler Deutscher Junioren-Meister Sören Leinert (Laser Radial)2016 und 2017:Landesmeister Sören Leinert (Laser Standard) ⇥red

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