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Begehung des Verbandes der Gartenfreunde bei den Vereinen / Leerstand eines der drängendsten Probleme

Sorgen und Freuden im Kleingarten

Ein kleines Paradies: Auf der Parzelle von Ruth und Jürgen Preuß im Verein Rosengarten gibt es nichts zu beanstanden. Josef Hofmann, Vorsitzender des Verbandes der Gartenfreunde (vorn links), besucht im Jahr bis zu 20 der 70 Vereine des Verbandes.
Ein kleines Paradies: Auf der Parzelle von Ruth und Jürgen Preuß im Verein Rosengarten gibt es nichts zu beanstanden. Josef Hofmann, Vorsitzender des Verbandes der Gartenfreunde (vorn links), besucht im Jahr bis zu 20 der 70 Vereine des Verbandes. © Foto: MOZ/Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 05.09.2015, 07:29 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Vertreter des Verbandes der Gartenfreunde Eisenhüttenstadt besuchen im Jahr einige der 70 Vereine, um sich die Anlagen anzuschauen. Die MOZ war bei einem Rundgang dabei. Das größte Problem: der wachsende Leerstand.

Jens Schönherr zeigt auf einen wunderbar gepflegten Garten. Die Bäume hängen voller Obst, der Rasen ist gemäht, die Tomaten reifen, die Blumen blühen. "Der Garten wird demnächst frei", sagt der Vorsitzende des Gartenvereins "Erlenhof" am Stadion in Fürstenberg. Er wird das beim Rundgang mit Josef Hofmann, Vorsitzender des Verbandes der Gartenfreunde, durch die große Anlage noch ein paar Mal sagen. Die Pächter können vor allem aus Altersgründen die Parzelle nicht mehr bewirtschaften. Darüber hinaus stehen schon rund 35 der zirka 180 Gärten leer. Es findet sich niemand, der ein Stück Grün in Stadtnähe beackern will.

Josef Hofmann kennt die Probleme. Mehrmals im Jahr führen er und Vorstandsmitglieder eine Begehung von Anlagen durch. "Alle 70 Vereine, die im verband organisiert sind, schaffen wir nicht im Jahr", erklärt Hofmann. Im Schnitt sind es 20 in der Saison. Hauptaugenmerk liegt darauf, ob die kleingärtnerischen Vorschriften eingehalten werden. "Wir gehen aber nicht mit dem Zollstock durch", beteuert der Vorsitzende. Schäden an den Anlagen, zum Beispiel ein umgestürzter Baum, werden aufgeschrieben, ebenso verwilderte oder vernachlässigte Grundstücke.

Eine der größten Sorgen, neben dem Leerstand, sind neue Auflagen des Trinkwasser- und Abwasserzweckverbandes Oderaue (TAZV). Abwasser werde nur noch ab einer bestimmten Menge abgefahren. Außerdem sollen die Saugleitungen an die Grenze der Parzelle gelegt werden - dort, wo es machbar ist.

Auch wenn die Kleingartenvereine mit dem demografischen Wandel zu kämpfen haben, es finden sich durchaus auch Jüngere, die ein Erholungsgrundstück pflegen wollen. Mario Mallack vom Verein Rosengarten gehört dazu. Auch wenn er durch seine Mutter "vorbelastet" ist. "Ich möchte das nicht mehr missen", bekräftigt er. Es sei ein schöner Ausgleich. Auch Mario Mallack führt Josef Hofmann an einigen leerstehenden Flächen vorbei. Ärgerlich ist, wenn die Pächter sie nicht ordentlich beräumt haben. Oft genug bleiben die Vereine oder der Gartenverband dann auf den Kosten sitzen. Doch um alle freien Parzellen zu beräumen fehlt schlicht das Geld.

Mario Mallack erzählt derweil von einem Ehepaar aus Berlin, das inzwischen einen Garten in Eisenhüttenstadt hat und deshalb auch in die Stahlstadt gezogen ist. Tatsächlich hat die Oderstadt das im Angebot, was in Berlin Mangelware ist: Kleingärten. Auch sei die Pacht unschlagbar günstig, so Josef Hofmann, acht Cent für den Quadratmeter.

Der Vorsitzende des Gartenverbandes gibt bei dem Rundgang immer wieder den Hinweis, dass der Vorstand der Tafel, die Lebensmittel an Bedürftige abgibt, melden soll, wenn auf nicht bewirtschafteten Parzellen die Bäume voller Obst hängen. Darüber hinaus gibt es eine Kooperation mit der Gemeinnützigen Gesellschaft für Qualifizierung und gemeinnützige produktive Berufs- und Arbeitsförderung (GEM), die Gärten bewirtschafte. Die Erträge werden über die Tafel verteilt. Zwei davon gibt es auch im Erlenhof.

Trotz des ein oder anderen Problems: Wer einen Garten hat möchte ihn nicht missen, wie Reiner Siewert im Erlenhof. Besonders gut würden dort Radieschen, Rote Beete und Bohnen gedeihen.

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