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Michaela Zach ist seit 2012 als Tagesmutter selbstständig und bereut keinen Tag

Arbeit mit Kindern macht sie glücklich

Eine Geschichte vor der Mittagsruhe: Fritz (2), Kolja (1), Johann (2) und Lore (1) lauschen Tagesmutter Michaela Zach in Neuzelle. Seit gut drei Jahren bietet sie die Betreuung von Kindern an und nur selten ist einer der fünf Plätze frei.
Eine Geschichte vor der Mittagsruhe: Fritz (2), Kolja (1), Johann (2) und Lore (1) lauschen Tagesmutter Michaela Zach in Neuzelle. Seit gut drei Jahren bietet sie die Betreuung von Kindern an und nur selten ist einer der fünf Plätze frei. © Foto: MOZ
Caroline Reul / 18.01.2016, 20:55 Uhr
Neuzelle (MOZ) Michaela Zach hat sich für den Existenzgründerpreis 2015 beworben. Und obwohl die Tagesmutter in Neuzelle ihn nicht gewinnen konnte, ist sie froh, den Weg in die Selbstständigkeit gewagt zu haben. Für sie begann mit den Kindern ein ganz neues Leben.

Das Spielzimmer von Michaela Zach ist liebevoll in verschiedene Bereiche eingeteilt. Hier kann musiziert werden, dort mit Puppen gespielt, an wiederum einer anderen Stelle mit Bausteinen. Auch eine gemütliche Kuschel- und Leseecke und natürlich eine Essecke sind vorhanden.

Gerade hat die Tagesmutter in Neuzelle ihre Schützlinge zum Mittagsschlaf hingelegt. Zuvor haben alle gemeinsam eine Geschichte gelesen. Das gehört zum Tagesablauf. Ebenso wie der Morgenkreis, wenn gegen 9 Uhr alle angekommen sind. "Wir begrüßen uns gegenseitig, dann musizieren, singen, basteln oder malen wir", erzählt die Tagesmutter. Sie sorgt immer für Abwechslung, hat stets einen Plan im Hinterkopf und probiert gern neue Dinge aus. "Wir machen all das, worauf die Kinder Lust haben", berichtet sie. Michaela Zach glaubt, dass das ihr großer Vorteil gegenüber größeren Kita-Gruppen ist. Flexibler kann sie auf individuelle Wünsche eingehen.

Nach dem Morgenkreis folgt eine Obst- und Trinkpause. Gern kündigt die Tagesmutter, die von ihren Schützlingen "Ela" genannt wird, Wechsel der Aktivitäten mit Liedern an. Erklingt beispielsweise das Lied für die Obstpause wissen alle, dass es zunächst einmal zum Händewaschen geht. Gleiches gilt für das Mittagessen, das gegen halb zwölf folgt, nachdem die Gruppe den restlichen Vormittag an der frischen Luft verbracht hat.

Das Essen bereiten alle gemeinsam vor, die Kleinen helfen beim Kochen und decken den Tisch. Nachher folgt der Mittagsschlaf, der restliche Nachmittag ist für das freie Spiel gedacht. Auch hier gilt: Wenn die Kinder Wünsche äußern, geht Michaela Zach gern auf diese ein. Sie wirkt zufrieden. Und sie ist es. "Als Tagesmutter wird man nicht reich, aber ich bin glücklich mit dem, was ich tue und ich bin seelisch gesund", sagt sie. Längst nicht immer hat ihr ihr Arbeitsleben so viel Freude bereitet.

Früher hat die studierte Diplomverwaltungswirtin in der Verwaltung gearbeitet. Dort war sie unglücklich, hatte oftmals den Eindruck, dass ihr Arbeitgeber ihr Engagement nicht schätzt. Das war der Zeitpunkt, als sie sich entschieden hat, neu anzufangen. Gern wollte sie sich umorientieren und ihr eigener Chef sein. Da kam ein weiterer Punkt ins Spiel. Die untere Etage ihres Hauses in der Chausseestraße war quasi ungenutzt. Ihr kam die Idee, diesen für die Betreuung von Kindern umzugestalten. "Mein Sohn hat mir immer so viel Freude bereitet", erinnert sie sich.

Sie ließ sich also zur Tagesmutter ausbilden, seit Dezember 2012 betreut sie Kinder. "Ich habe öfter auch gezweifelt, ob der Schritt der richtige ist. Aber dann hatte ich die erste Anmeldung noch während meiner Schulung. Das hat mich bestätigt", sagt sie. Seitdem ist selten einer der fünf Plätze bei ihr frei. Die Eltern bringen ihre Kinder aus den Gemeinden Neuzelle, Neißemünde und ab und an sogar aus Eisenhüttenstadt hierher. Als Tagesmutter betreut Michaela Zach die Kleinsten bis zum Alter von drei Jahren.

Mittlerweile erfahren sie und ihre Schützlinge auch Anerkennung in der Gemeinde, werden eingebunden. "Wir engagieren uns hauptsächlich für den Spielplatz in Neuzelle", erzählt Michaela Zach. In Absprache mit dem Bürgermeister hat sie zum Kinderfest mit einem kleinen Flohmarkt Geld für den Erhalt des Spielplatzes einnehmen können - auch 2016 soll er wieder veranstaltet werden. "Wir sammeln schon fleißig Kleidung und Spielzeug", erzählt sie.

Besonders gefreut hat sie sich, als sie im Vorjahr darum gebeten wurde, mit ihren Kindern am Benefizkonzert für die Anschaffung einer Hüpfburg teilzunehmen. "Da habe ich gemerkt, dass wir von der Gemeinde wahrgenommen werden und dazugehören."

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