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Verdienstvolle Musikerin geehrt

Prägende Pädagogin geehrt: Unter großer Anteilnahme wurde der Pionierweg in Ludmilla-Hypius-Weg umbenannt. Olaf Hypius (4. von links), Son der Prompeten- und Klavierlehrerin, zeigte sich erfreut, dass seiner Mutter solch eine bleibende Ehre zuteil wird
Prägende Pädagogin geehrt: Unter großer Anteilnahme wurde der Pionierweg in Ludmilla-Hypius-Weg umbenannt. Olaf Hypius (4. von links), Son der Prompeten- und Klavierlehrerin, zeigte sich erfreut, dass seiner Mutter solch eine bleibende Ehre zuteil wird © Foto: MOZ
Stefan Lötsch / 22.02.2016, 20:09 Uhr - Aktualisiert 23.02.2016, 10:45
(MOZ) Eisenhüttenstadt hat einen neuen Straßennamen: Der Pionierweg wurde am Montag in Ludmilla-Hypius-Weg umbenannt. Damit wird an eine die Stadt prägende und engagierte Musikpädagogin erinnert. Es ist erst der dritte Straßenzug, der einen Frauennamen trägt.

"Es hat uns überrascht und auch sehr gefreut", erklärt Olaf Hypius, Sohn von Ludmilla-Hypius, als die Stadt bei ihm angefragt hat, ob eine Straße in Eisenhüttenstadt nach seiner Mutter benannt werden darf. Stolz und dankbar seien er und seine Schwester, dass die Stadt auf diese Weise an die langjährige Musiklehrerin erinnert. Am Montag wurde im Beisein von Verwandten, Freunden, Schülern und Vertretern der Stadtpolitik die Umbenennung vollzogen.

Tatsächlich ist der Pionierweg mehr als geeignet für die Umbenennung. Denn dort liegt auch die Eisenhüttenstädter Musikschule, an der Ludmilla Hypius lange Zeit als Trompeten- und Klavierlehrerin tätig war. Und wo ihr Geist noch heute gleichsam erklingt. Ein Schüler von ihr, Wolfgang Galls, unterrichtet dort Trompete, sagte Musikschulleiterin Irene Staemmler am Rande der Veranstaltung zur Umbenennung der Straße. Sie kennt Ludmilla Hypius noch aus der Musikschule Beeskow, wo die Seniorin nach der wende bis zu ihrem 95. Lebensjahr unterrichtet hat.

Es ist das, was Stadtverordnetenvorsteher Peter Müller in seinem Grußwort gesagt hat: Ludmilla Hypius habe das kulturelle und das Musikleben in der Stadt und darüber hinaus mitgeprägt, Generationen von Schülern die Musik nahe gebracht. Und nicht nur das: Auch in Breslack hat sie ihre Spuren hinterlassen, wie am Montag bei der Feierstunde zu hören war. Die Breslacker Dorfmusikanten, die die Lehrerin bis zur Wende geleitet hat, umrahmten musikalisch den Festakt. Der Vorsitzende Reiner Göritz hat gute Erinnerungen an sie. Nicht nur er sondern auch seine drei Söhne hatten bei ihr Unterricht. Er lobt die Pädagogik der Lehrerin. "Wir waren ja Stümper", sagt er lachend. Davon war allerdings am Montag nichts zu hören. Ludmilla Hypius war auch ein politisch engagierter Mensch. Daran erinnerte am Rande der Veranstaltung Mechthild Tschierschky vom Fürstnberger Friesenhaus. Sie habe dort aktiv mitgearbeitet und der Namen Friedenshaus habe sie auch mitgewirkt. "Sie hat die Idee mitentwickelt", sagt Mechthild Tschierschky über Ludmilla Hypius, im vor gut einem Jahr im Alter von 103 Jahren gestorben ist.

Olaf Hypius wertete die Namensgebung auch als Zeichen, dass Musik in Eisenhüttenstadt eine Zukunft hat. Er überreichte der Stadtbibliothek fünf Exemplare der Lebenserinnerungen seiner Mutter.

Der neu benannte Weg ist erst dritte Straße in Eisenhüttenstadt, die eine weibliche Namengeberin hat.

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