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Frank Balzer (SPD) zieht Bilanz seiner ersten 100 Tage als Bürgermeister von Eisenhüttenstadt

100 Tage im Amt
Balzer: „Wir sind auf einem guten Weg“

100 Tage im Amt: Bei einer Pressekonferenz im Rathaus zog Frank Balzer Bilanz.
100 Tage im Amt: Bei einer Pressekonferenz im Rathaus zog Frank Balzer Bilanz. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 27.04.2018, 07:15 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Bürgermeister Frank Balzer schätzt die ärztliche Versorgung in Eisenhüttenstadt perspektivisch als dramatisch ein. An diesem Freitag wird es zur Ärzteversorgung ein Gespräch mit der Kassenärztlichen Vereinigung geben, kündigte Balzerbei einer Pressekonferenzzu seinen ersten 100 Tagen im Amt an.

Über die Bilanz seiner ersten 100 Tage im Amt wollte Frank Balzer informieren. Doch bei der Pressekonferenz im Rathaus ging es auch um ein Thema, das schon seit einiger Zeit ein Problem ist und immer drängender wird: Die Versorgung mit Ärzten. „Wir haben das schon länger im Fokus, auch bei den monatlichen Gesprächen mit dem Geschäftsführer des Krankenhauses, Till Frohne“, sagte Balzer. An diesem Freitag gebe es ein Treffen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KVV). Die sieht Frank Balzer auch in der Pflicht. „Das kann nicht der Bürgermeister machen.“ Er geht von einer schwierigen Diskussion aus. Balzer kann sich ein Netzwerk vorstellen, um die Akquise von Ärzten voranzutreiben. Er lobte, dass auch das Krankenhaus mit im Boot sei. Aber auch das Krankenhaus stehe in einem aggressiven Wettbewerb um Ärzte. „Wer das meiste bietet, ist der Sieger.“

Frank Balzer zog Bilanz seines Sechs-Punkte-Programms für die ersten 100 Tage, das er vor der Wahl vorgestellt hatte. So habe er inzwischen Gespräche mit verschiedenen Unternehmen geführt. „Mein Vorschlag, einen Wirtschaftsbeirat zu gründen, ist positiv aufgenommen worden.“ In den kommenden Wochen soll eine Satzung erstellt werden. Wichtige Partner sollen für das Gremium gewonnen werden. Balzer nannte das Qualifizierungszentrum der Wirtschaft (QCW).

Die Sportförderung sei nicht gekürzt worden, so Frank Balzer. Es soll eine neue Richtlinie erarbeitet werden, um Vereine zu unterstützen. Eine Umschichtung im Haushalt bei den freiwilligen Ausgaben zugunsten der Sportvereine erfolgte aber nicht.

In den Kitas wird seit April den Kindern kostenlos das Frühstück und das Vesper angeboten. Balzer hatte in seinem Programm gefordert, dass es für jedes Kind ein kostenloses Essen geben soll.

Ab Mitte Mai, ebenfalls ein Punkt im Programm für die ersten 100 Tage, wird die Erreichbarkeit der Stadtwerke verbessert, nachdem der i-point von der Lindenallee in die Oderlandstraße verlegt worden war. Balzer kündigte an, dass in den Räumen des Tourismusbüros in der Lindenallee jeweils mittwochs ein Ansprechpartner der Stadtwerke für Fragen und Anliegen der Kunden zu finden sein wird.

Für die versprochene Auslauffläche für Hunde hat Frank Balzer inzwischen Gespräche geführt, unter anderem mit dem Hundesportverein, will aber noch erkunden, ob es dafür überhaupt einen Bedarf in der Stadt gibt. „Wir hätten eine Fläche, die dafür geeignet ist“, erklärte der Bürgermeister, wollte aber noch nicht konkreter werden. Das Areal müsste eingezäunt werden. Auch könnten Bänke und Übungselemente aufgestellt werden.

Ein weiteres wichtiges Thema, das sich Frank Balzer gleich für die ersten Tage auf die Fahnen geschrieben hat, ist Ordnung und Sicherheit. „Wir werden in den nächsten Wochen im zuständigen Fachbereich Gespräche führen, inwieweit Mitarbeiter mehr Präsenz zeigen“, erklärte Balzer. Es solle in Richtung Streifendienst gehen. In der Diskussion um die hohe Kriminalitätsbelastung, die sich in der Statistik zeigt, fordert Frank Balzer das Land auf, freie Stellen bei der Polizei zu besetzen. „Von uns gibt es die Forderung an das Land, dass die personelle Ausstattung vorhanden ist.“

„Ich denke wir sind auf einem guten Weg“, resümierte Balzer. Nach seiner Einschätzung könne man auch im Rathaus ein „frisches Lüftchen“ spüren.

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Werner Matzat 27.04.2018 - 12:05:40

Die ersten 100 Tage - Nach der Antrittsphase beginnt die eigentliche Startphase - Aktionismus ist nicht angesagt

Grob gesprochen teilen sich die ersten 100 Tage ein in drei Teile. Das erste Drittel: Lernen, Verstehen, Zuhören, Fragen stellen, Fakten sammeln, Beziehungen aufbauen, einrichten von Kommunikationsstrukturen (Regelkommunikation). Das zweite Drittel: sortieren, diskutieren, Stärken und Schwächen bewerten, Handlungsfelder definieren. Das letzte Drittel: Maßnahmen einleiten, konsequente Umsetzung und Überprüfen über Feedbackschleifen und Controlling. Die ersten 100 Tage entscheiden über die neue Kultur, die Motivation bei den Mitarbeitern, die Definition der Zusammenarbeit und über die Kraft für die anzugehenden Aufgaben und Ziele. Den größten Fehler, den man als Neuer/Neue in dieser Zeit machen kann, ist zu glauben, dass die Stärken und das Erfolgsrezept der alten Stelle ohne Veränderung zu übertragen ist auf die neue Herausforderung. Manch Bürgermeister/Inn schaufelte sich schon das eigene Grab, weil er/sie in der Startphase vorschnell weitreichende Entscheidungen trafen und ihren Mitarbeitern und Bürgern irgendwelche Versprechen gaben. Da ist es doch wohl naheliegender, die "rosarote Brille" abzunehmen und mutig der Tatsache ins Auge zu blicken. Denn Tatsache ist, Eisenhüttenstadt mit seinen Bürgern hat das alles über Jahrzehnte schon erlebt. Doch ungeachtet dessen bleibt die große Frage bestehen. Jetzt mal im Ernst sehr geehrter Herr Balzer: Wir sind auf einem guten Weg? Oder doch alles nur Schönfärberei auf hohem Niveau? Es muss uns hier nicht im Detail interessieren, wie sich ihre Entschlusskraft positiv für diese Stadt umsetzen lässt. Aber, ihre Wünsche und Absichten sind Ursachen ihrer Handlungen. Das kann man so und so sehen. Worte sind gut und schön, wenn aber keine Taten folgen, die die wirkliche Lebenssituation der Eisenhüttenstädter Bürger spürbar verbessert, war es nur heiße Luft. Purer Aktionismus ist hier nicht angesagt.

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