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Wunschbaum-Aktion bei der IG Metall-Veranstaltung zum 1. Mai / SPD und Linke feietern auch auf der Insel

Maifeier
Die Jugend ist politisch

Stefan Lötsch / 01.05.2018, 19:12 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Der 1. Mai ist inzwischen vor allem einen Familienfest. Wer bei den Veranstaltungen der IG Metallund der SPD sowie der Partei Die Linke auf der Insel politische Aussagen suchte, musste schon sehr genau hinschauen.

Höhere Löhne, mehr Gerechtigkeit, mehr Urlaub, Sicherung von Arbeitsplätzen: Die Forderungen am Tag der Arbeit, dem 1. Mai, sind vielfältig und werden vor allem bei Großveranstaltungen vorgetragen. In Eisenhüttenstadt, bei den Veranstaltungen der IG Metall und der SPD sowie der Partei Die Linke spielt die Politik eine eher untergeordnete Rolle. „Ich vermisse hier die politische Agitation“, sagt Axel Krause. Der Arbeitsdirektor von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt hatte sich am Dienstag auch unter die Besucher gemischt. Der 1. Mai sei ein wichtiger Tag, so Krause. Denn er erinnere daran, dass man nur etwas in Solidarität erreiche, nicht als Einzelner.

Es scheint der Jugend vorbehalten zu sein, diesen sonnigen Tag nicht nur bei Kaffee, Kuchen und einer Bratwurst zu verleben. Der Jugendausschuss der IG Metall in Eisenhüttenstadt hatte wieder eine Aktion vorbereitet, erklärt Isabel Reiner. „Einmal im Monat treffen sich dort 15 bis 20 Leute“, sagt sie, nicht nur von ArcelorMittal sondern auch von anderen Betrieben, wo es IG-Metall-Mitglieder gibt. In diesem Jahr haben sich die jungen Erwachsenen einen Wunschbaum überlegt. Auf großen Pappschildern konnten Interessierte schreiben, was sie sich zum Beispiel an Verbesserungen für die Berufsausbildung wünschen, sagte der Auszubildende Sebastian Hankel, der sich bereit erklärt hatte, mitzuhelfen. Während er das erzählt, hängt er zum Beispiel ein Schild auf, auf dem die Forderung nach qualitativem Unterricht steht. Überhaupt sind die Forderungen zur Ausbildung und deren Verbesserung sehr detailliert.

Aber an dem Wunschbaum hängen auch Schilder, wie das Ehrenamt zu stärken, nach mehr Urlaub und Gehalt. Aber es gibt auch den Wunsch der älteren Generation, nach Arbeitsplätzen für die Kinder und Enkel in der Region, von deren Lohn man auch leben kann.

Diese Arbeitsplätze finden sich bei ArcelorMittal und damit die erhalten bleiben, hat die IG Metall für den 1. Mai in Eisenhüttenstadt das Motto ausgegeben „Stahl ist Zukunft –  Eisenhüttenstadt hat ein Herz aus Stahl“.

Der Stand des SPD-Ortsverbandes erweitert sich derweil Jahr für Jahr, wie Bürgermeister Frank Balzer zufrieden feststellte. Traditionsgemäß wird selbst gebackener Kuchen verkauft. Der Erlös kommt in diesem Jahr dem Kinderheim in der Maxim-Gorki-Straße zugute. Es soll mit geholfen werden, dass Kinder mit Behinderungen eine Frühförderung erfahren können. Darüber hinaus machte der Radsport- und Laufverein für sich und seine Integrationsarbeit Werbung. Ebenso bot der Förderverein der Kita Pusteblume Aktionen an. Und Frank Balzer kann sich vorstellen, dass sich noch mehr Vereine beteiligen. Platz dafür wäre vorhanden.

Bei der Partei Die Linke war am späteren Nachmittag eine der neuen Vorsitzenden der Landespartei zu Gast. Alexander Klotzovski, stellvertretender Vorsitzender der Eisenhüttenstädter Basisorganisation, interviewte Anja Mayer und warf dabei auch schon mal einen Blick auf die Wahlen im kommenden Jahr. Bei Zukunftskongressen, die die Partei in den kommenden Monaten abhält und wo es um Themen geht, die vor Ort auf den Nägeln brennen, bilden sich jetzt schon zwei Schwerpunkte heraus: Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) aber auch der große Komplex der Pflege, sagte Anja Mayer.

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Werner Matzat 02.05.2018 - 15:50:17

1.Mai: Gewerkschaften gegen Grundeinkommen - aber, alle Gewerkschaften fordern rasche Reformen

Nicht nur in deutschen Chefetagen, auch bei den Gewerkschaften stößt das bedingungslose Grundeinkommen auf Kritik. “Menschen mit einer Stillhalteprämie aufs Abstellgleis zu stellen, weil ihnen keine Perspektive in der Erwerbsarbeit angeboten werden kann, ist keine Lösung”, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Der Ruf nach einem bedingungslosen Grundeinkommen ist eine absolute Fehlorientierung.” Es sei auch unklar, wie das finanziert werden könnte. Arbeit sei mehr als Broterwerb, sagte Hoffmann. Sie strukturiere den Alltag, sorge für Teilhabe und sozialen Zusammenhalt. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann erklärte seine ebenfalls ablehnende Haltung in der “Heilbronner Stimme” damit, dass “Menschen nicht glücklich sind, wenn sie daheim sitzen und alimentiert werden”. Sie wollten arbeiten und das möglichst qualifiziert. Hoffmann sagte, es sei eine offene Frage, ob die Digitalisierung traditionelle Jobs vernichte, ohne dass in gleichem Maße andere entstehen würden. “Schon in den 70er-Jahren hieß es, Roboter und technologischer Fortschritt machen arbeitslos.” Das sei jedoch kein Automatismus. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach begrüßte, dass die Koalition einen neuen Rechtsrahmen für mobiles Arbeiten von zu Hause schaffen will, “solange dieser tatsächlich mehr Selbstbestimmung ermöglicht und klare Grenzen für die Arbeit zieht”. Bislang sei Arbeit im “Homeoffice” in der Regel ungeregelt, was zu Überstunden führe. “Zwingend ist deshalb, dass auch mobile Arbeitszeit erfasst und vergütet wird. Außerdem braucht es mehr Mitsprache für erreichbare Zielvorgaben und ein Recht auf Log Off, damit es auch bei mobiler Arbeit einen Feierabend gibt”… Quelle: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Gewerkschaften-gegen-Grundeinkommen-article20411664.html --- Am Tag der Arbeit haben die Gewerkschaften, aber alle durch die Bank, die Bundesregierung zur raschen Umsetzung von Reformen gedrängt. Nicht akzeptabel seien die Befristungen der Arbeitsverhältnisse und Lohndumping ohne Tarifverträge obwohl laut Aussage von Klimaschützern wir die natürlichen Ressourcen, die uns für 2018 zur Verfügung stehen, bereits verbraucht - und ab morgen "auf Kredit" künftiger Generationen leben. Soviel zur Jugend ist politisch. Wer mehr von der Jugend wissen möchte, unter Quelle : https://www.tagesschau.de/inland/ressourcen-verbrauch-101.html --- Dass rund 1,8 Millionen Beschäftigte von "kriminellen Arbeitgebern" um ihren Mindestlohn betrogen werden, bezeichneten die Gewerkschaften als "riesigen Skandal". Als Gewerkschaft nach rascher Umsetzung von Reformen rufen und für Eisenhüttenstadt das Motto ausgeben "Stahl ist Zukunft –  Eisenhüttenstadt hat ein Herz aus Stahl" wird allein nicht ausreichen wenn es an deren Kampfgeist, bei der Umsetzung, mangelt. Es wird höchste Zeit, diesen Wahnsinn, mit verursacht durch Gewerkschaften, zu stoppen.

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