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Alkoholisiert
Hoverboard-Fahrer droht Strafe

Christopher Braemer / 11.05.2018, 19:06 Uhr - Aktualisiert 11.05.2018, 21:01
Eisenhüttenstadt (MOZ) Nach einer Hoverboard-Fahrt ohne Führerschein und unter Alkoholeinfluss droht dem 17-Jährigen Marcus Koop eine satte Strafe. Auch wenn die Verkäufer eines Trend-Fahrzeuges nicht davor warnen, haften Eltern für ihre Kinder, wie eine ADAC-Expertin erklärt.

Der 17-Jährige Marcus Koop war am vergangenen Sonnabend wie gewohnt auf seinem Hoverboard unterwegs, als ihn Polizeibeamte gegen 22.30 Uhr in der Karl-Marx-Straße stoppten. Der Grund: Fahren ohne Führerschein und unter Alkoholeinfluss. Nach seiner Heimfahrt auf dem elektrisch betriebenen Rollbrett ohne Lenkstange, auf dem man sich stehend fortbewegt, hat der Jugendliche mit einer satten Strafe zu rechnen – ein Punkt in Flensburg, eine Geldstrafe und vielleicht sogar Sozialstunden.

Zuvor hatte der Jugendliche Bier mit einer Freundin in der Rosa-Luxemburg-Straße getrunken. Der Atemalkoholtest ergab 0,7 Promille. „Ich habe nicht geahnt, dass ich dafür einen Führerschein brauche“, sagt Marcus Koop. Über ein Jahr sei er mit dem Hoverboard unterwegs gewesen. Eine Polizeistreife habe sich das Gerät sogar bereits von ihm vorführen lassen.

Die China-Ware liegt auch bei der Stahlstädter Jugend schwer im Trend. „Viele meiner Freunde und Mitschüler sind damit unterwegs“, sagt Marcus Koop. Ob und wie viele ähnliche Fälle es in Stadt und Region gibt, konnten weder die Polizei noch ADAC auf MOZ-Anfrage beantworten.

„Ich habe sofort meinen Vater angerufen“, erinnert sich Marcus Koop. Da das Sorgerecht bei der Mutter liegt, konnte er seinen Sohn nicht mit nach Hause nehmen. Die Beamten haben ihn stattdessen zunächst nach Hause begleitet. Als die Polizei am vergangenen Samstag bei der bereits schlafenden Elke Koop klingelte, fiel sie aus allen Wolken.

„Ich war total geschockt“, sagt sie. Sie habe zunächst gedacht, dass ihr Junge „Mist“ gebaut habe. Dabei ist Marcus Koop nicht vorbestraft. Zum Atemalkoholtest mussten Mama und Sohn anschließend auf die Polizeiwache. „Was ich als Mutter empfand: Dass er dafür direkt in eine Zelle geführt wurde“, ist Mama Koop noch ganz aufgebracht. Ihr Junge hätte heute noch Alpträume vom fensterlosen Raum mit Panzertür. „Es war sehr kalt“, erinnert sich Marcus Koop. Erst gegen Mitternacht konnte der Junge mit seiner Familie nach Hause.

Am Ende bleibt die Entrüstung bei Familie Koop. „Es kann nicht sein, dass der Verkäufer nicht davor warnt“, sagt Elke Koop. Großvater Bernd habe die Freude, die zum Ärgernis wurde, online erworben. „Jetzt habe er Angst davor, was auf meinen Sohn zukommt“, sorgt sich die 36-jährige Stahlstädterin.

„Die Hoverboards sehen zwar aus wie Spielzeug, sind aber motorisiert und fahren schneller als 6 km/h. Sie gelten daher als Kraftfahrzeug und benötigen eine Zulassung“, bestätigt Jana Wierik, ADAC-Sprecherin Berlin-Brandenburg. Der öffentliche Straßenraum sei für das Gefährt somit tabu. Eine Führerscheinpflicht gelte auch für andere Kleinfahrzeuge wie Segway und Airwheels, sagt Wierik.

„Sie sind ausschließlich auf einem Privatgelände und nur mit Zustimmung des Eigentümers erlaubt.“ Die mangelnde Aufklärung der Hersteller sei ein Problem, bestätigt die ADAC-Sprecherin. Am Ende haftet der Verbraucher – im Falle von Minderjährigen die Eltern. Dem jungen Mann, der im September 18 wird, droht nun sogar eine Fahrsperre – dabei wollte er bald seinen Führerschein machen.

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Leserforum

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Karl Napp 13.05.2018 - 19:25:13

Nicht alles, was man nicht versteht, ist Blödsinn

Führerschein: Ein Führerschein oder ein Führerausweis ist eine amtliche Urkunde, die ein Vorhandensein einer Erlaubnis zum Führen bestimmter Fahrzeuge auf öffentlichem Verkehrsgrund zum Ausdruck bringt. (https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerschein) Zulassung: Fahrzeug-Zulassungsverordnung - "Diese Verordnung ist anzuwenden auf die Zulassung von Kraftfahrzeugen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 6 km/h ..." und weiter heißt es: "§ 3 Notwendigkeit einer Zulassung (1) Fahrzeuge dürfen auf öffentlichen Straßen nur in Betrieb gesetzt werden, wenn sie zum Verkehr zugelassen sind. Die Zulassung wird auf Antrag erteilt, wenn das Fahrzeug einem genehmigten Typ entspricht oder eine Einzelgenehmigung erteilt ist und eine dem Pflichtversicherungsgesetz entsprechende Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung besteht. Die Zulassung erfolgt durch Zuteilung eines Kennzeichens, Abstempelung der Kennzeichenschilder und Ausfertigung einer Zulassungsbescheinigung." (https://www.gesetze-im-internet.de/fzv_2011/BJNR013900011.html) Na, jetzt alles klar?

Patrick Maziul 13.05.2018 - 10:37:13

Wiederspüchlich

Einerseits brauche ich eine Zulassung für das Hoverboard und Führerschein, aber ich darf trotzdem nicht auf der Strasse damit fahren. Totaler Blödsinn, was sind das den für Gesetze!?

Piefke Saga 12.05.2018 - 09:46:58

Tja, und wenn er so richtig Pech hat,

dann brennt ihm auch noch irgendwann die Bude ab. ... falls es eines der Geräte ist, die uns mit Billig-Akku überschwemmen.

Karl Napp 12.05.2018 - 00:26:51

Was soll uns dieser Beitrag sagen?

Ein Jugendlicher fährt alkoholisiert mit einem führerscheinpflichtigen Fahrzeug im öffentlichen Strassenverkehr, wird dabei erwischt und regt sich darüber auf. Gibt es keine wichtigeren Themen? Shit happens! Und dann noch den Verkäufer mangelnde Aufklärung anzulasten ist einfach zu billig. Wenn ich mir aus Kostengründen in China, Taiwan oder sonst wo Artikel bestelle, nur weil sie dort billiger sind, trage ich das Risiko der Verwendung in Deutschland; der Verkäufer ist nicht verpflichtet, mich auf die Rechtslage in Deutschland hinzuweisen. BTW: Ich bestelle für mein Hobby meine gesamte Sensortechnik in Fernost - die Qualität ist TOP!! Aber ich mache mich vorher auf einschlägigen deutschen Seiten (inkl. Zoll) schlau, was auf mich zukommt / zukommen könnte.

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